14.11.2019

Herausforderungen in Photonik und Medizintechnik

Am 6. November 2019 fand die F.O.M.-Konferenz 2019 in Berlin mit ca. 80 Teilnehmern aus Wissenschaft, Industrie und Politik statt. Dieses Jahr ergänzten erstmals Demonstratoren abgeschlossener oder auslaufender Projekte die Ergebnispräsentation mit Postern. So wurden nicht nur Ergebnisse von IGF-Projekten vorgestellt, sondern auch von Projekten, deren Prototypentwicklung über das "Zentrale Förderprogramm Mittelstand" (ZIM) des BMWi gefördert wurde. Erstmals stellten auch Allianzpartner der vor einem Jahr gegründeten "AiF-Forschungsallianz Medizintechnik" (FAM) Projektergebnisse vor.

An Ständen der AiF Projekt GmbH, des Deutschen Patent- und Markenamts, der FAM und des Industrieverbands SPECTARIS konnten Informationen über zahlreiche Projektideen und laufende Projekte sowie über Förderangebote und -modalitäten verschiedener Programme beziehungsweise Innovationspfadabschnitte bezogen werden.

Neben den 11 Projekten, die auch Demonstratoren mit ausgestellt haben, gab es noch 8 weitere Poster zu derzeit laufenden Projekten. Durch die Fülle der vorgestellten Projekte musste in diesem Jahr erstmals der "Marktplatz der Forschungsprojekte" auf zwei Blöcke aufgeteilt werden, um allen Projekten genügend Raum zur Vorstellung zu geben. Anschließend informierten elf erfahrene Projektleiter und Nachwuchswissenschaftler im Rahmen der "Uraufführung von Innovationsideen" über geplante Forschungsvorhaben, für die wir ca. 4,5 Mio. Euro IGF-Fördermittel einwerben wollen.

Die F.O.M.-Konferenz 2020 ist geplant für Mittwoch, den 4. November 2020, und wird in denselben Räumlichkeiten, dem Besucher- und Schulungszentrum der KARL STORZ GmbH in Berlin, stattfinden. Wir freuen uns jetzt schon auf den wieder inspirierenden Austausch mit Ihnen.

13.11.2019

F.O.M.-Unterstützung der Innovationsforschung wächst weiter

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der F.O.M. am 06.11.2019 in Berlin wurde von erfreulichen Trendfortsetzungen berichtet. Die F.O.M. baut ihre Unterstützung der vorwettbewerblichen Vorlaufforschung in den von ihr begleiteten Branchen der Optischen Technologien, in der Präzisionsmechanik, der Sensorik, Augenoptik, Analysen- und Medizintechnik seit 2012 kontinuierlich aus.

Trotz einer angespannten Fördersituation durch seit Jahren zu knappe Mittel für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) steigerte die F.O.M. die Anzahl der in 2019 geförderten Machbarkeitsstudien zu potentialreichen Innovationsideen auf 15 (+67 % ggü. 2016) und kooperiert dazu mit 24 Forschungseinrichtungen (+71 % ggü. 2016). In 2019 stellt die F.O.M. 1,56 Mio. Euro (+69 % ggü. 2016) für die Forschungskosten ihrer IGF-Projekte bereit, die aus dem Förderbudget des Bundeswirtschaftsministeriums bewilligt wurden.

"Besonders stolz sind wir darauf," sagt Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., "dass wir in 2019 über 180 überwiegend mittelständische Industrieunternehmen mit Technologie-Knowhow aus neuen Forschungsergebnissen beliefern konnten, also doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. Gleichzeitig unterstützen wir mit unseren Projekten die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses."

Die Fördermittel des IGF-Programms werden mithilfe von 100 Forschungsvereinigungen der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) an Forschungsprojekte der gesamten Industriebranchenbreite Deutschlands weitergeleitet.

Die gute Performance der F.O.M. verdankt sie einer intensiven Zusammenarbeit mit renommierten Wissenschaftlern und FuE-Experten der Industrie, mit deren Hilfe aus sehr guten Forschungsvorhaben exzellente Forschungsvorhaben geschliffen werden. Bis ein Antrag beim Fördermittelgeber eingereicht wird, durchläuft er mehrere Schleifen zur Qualitätsverbesserung, mit vier bis acht Einzelvorbegutachtungen.

Dafür unterhält die F.O.M. einen transdisziplinär zusammengesetzten, bisher 13-köpfigen Wissenschaftlichen Beirat. Zur Erweiterung der Expertise des Beirats wählte die Mitgliederversammlung Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen als neues assoziiertes Mitglied. Dölles Expertise liegt in den Bereichen Klebtechnik, Oberflächentechnik, Laseroptik, Plasmatechnik und Silikontechnologie.

29.10.2019

Software-Tool zur automatisierten Bildauswertung

Die Analyse biomedizinischer Bilddaten durch Experten, z. B. in der Zellmikroskopie, ist personal- und kostenintensiv sowie anfällig für anwendungsspezifische Fehler. Deep Learning (DL) ermöglicht zwar Hardware-unabhängig automatisierte und objektive Bildauswertungen, wird aber bisher aufgrund des hohen Aufwands für Auswahl und Konfiguration der DL-Modelle nicht eingesetzt. 

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut IPT in Aachen wollen mit dem Projektvorhaben "Cell Culture Analysis Tool" (AIxCell) ein Software-Tool zur automatisierten Vorverarbeitung der Daten, Algorithmusauswahl und Konfiguration von DL-Modellen entwickeln. Dazu sollen Entscheidungslogiken, Hyperparameteroptimierung, DL-Bibliotheken und Vortraining neuronaler Netze verwendet werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2020 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2020 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

29.10.2019

Optimierte Herstellung von komplexen 3D-Glasstrukturen

Der 3D Druck von Glasbauteilen mittels selektiven laserinduzierten Ätzens (SLE) ist derzeit auf Bauteildicken bis 1,5 cm beschränkt und zeitintensiv, was zu hohen Produktionskosten führt.

Wissenschaftler des Fraunhofer ILT Aachen wollen mit dem Projektvorhaben "Kombinationsprozess zur Herstellung von makroskopischen 3D Glasbauteilen mit mikroskopischen Strukturgrößen" (MacroGlass) das SLE Verfahren weiterentwickeln, um Bauteile mit Abmessungen bis über 5 cm herstellen und die Prozessgeschwindigkeit steigern zu können. Das Verfahren soll dazu mithilfe großer Fokus-Durchmesser beschleunigt werden. Die Kombination mit einem Mikro Scanner ermöglicht die schnelle Herstellung von makroskopischen komplexen 3D Strukturen mit Mikrostrukturen, zur Erschließung weiterer Anwendungsfelder.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2020 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2020 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

25.10.2019

Weltweit beachtete Forschung zur Floater-Behandlung mit Ultrakurzpuls-Laser startet

Glaskörpertrübungen, sog. "Mouches volantes" oder "Floaters", führen zur Wahrnehmung kleiner, scheinbar im Gesichtsfeld schwebender Schatten und beeinträchtigen das Sehen. Konventionelle Therapien bergen Risiken für verschiedene erhebliche Komplikationen.

Der Leidensdruck wird von vielen Betroffenen immer wieder als sehr hoch beschrieben. In den letzten Wochen meldeten sich zahlreiche Betroffene aus aller Welt bei der F.O.M., die hoffnungsvoll auf die ersten Ergebnisse warten.

Wissenschaftler am Laser Zentrum Hannover wollen im Projekt XFloater die Grundlagen für ein sicheres, nicht-invasives Verfahren auf Basis modernster Lasertechnik mit hohen Behandlungserfolgsraten schaffen. Hierzu sollen Parameter von Ultrakurzpuls-Lasersystemen für einen effizienten Abtrag der Mouches volantes optimiert und mit optischer Kohärenztomografie (OCT) eine automatisierte 3D-Erfassung und Behandlung ermöglicht werden.

Der Projektantrag "Mouches volantes: OCT-Erfassung und UKP-Laser Therapie" (XFloater) wurde von den Gutachtern der AiF mit sehr guten 35 von 40 Punkten  bewertet. Das Projekt, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit ca. 250.000 EUR gefördert werden wird, kann somit kurz nach Erreichen der vollständigen Deckung der Administrationskosten durch die Industrie starten, voraussichtlich zum Jahresbeginn 2020.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss mit neun Unternehmen unterstützt, darunter fünf KMU, zwei Augenkliniken und, als Dissemination Partner, der SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektseite

24.10.2019

Start der Forschung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Implantaten

Das Projektvorhaben "Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten“ (LightTraum) kann nun voraussichtlich zum November 2019 mit einer Fördersumme von circa 250.000 € im Rahmen des IGF-Förderprogramms starten. Es ist ein Folgeantrag zum abgeschlossenen IGF-Projekt „Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten“ (Licht als Werkzeug).

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen verbleiben Implantate oft nur temporär im Körper. Ihre Entnahme wird jedoch aufgrund des Bewuchses durch z. B. Knochenzellen erschwert. Eine starke Zelladhäsion ist Ursache hoher OP-Risiken und Versorgungskosten. Die effektive Reduktion der Zellhaftung durch LightPLAS-Beschichtung des Implantats wurde demonstriert. Projektziel ist, verbleibende Nutzungshürden durch Erhöhung der Prozesssicherheit abzubauen.

Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen wollen im Rahmen dieses Projektes nun dazu die Effektivität bei weiteren Zelltypen und Implantatmaterialien untersuchen, die statistische Evaluierung erweitern und eine konkrete Prozesstechnik erarbeiten.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss (PA) mit zehn Unternehmen davon acht KMU, einer Klink und als Dissemination Partner, der SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik unterstützt.

Die Administrationskosten werden aus freiwilligen Zuwendungen der Industrie finanziert und sind bereits jetzt vollständig gedeckt.

Projektseite

02.10.2019

Internationale Forschung zur Entwicklung ultraharter, funktionaler optischer Schichten startet

Transparente Beschichtungen zum Kratzschutz bestimmen oft die Einsetzbarkeit und die Lebensdauer optischer Bauteile und werden in vielen Branchen mit Antireflex- oder hochreflektierenden Schichten kombiniert. Heutige Lösungen sind jedoch stark anfällig für Verschleiß, optische Eintrübungen durch Abrieb oder haben eine niedrige laserinduzierte Zerstörschwelle

In dem internationalen Projektvorhaben "Ultrahard optical diamond coatings" (ULTRAHARD) sollen diese Limitationen beseitigt werden: Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST Braunschweig wollen zusammen mit Ihren belgischen Partnern (Hasselt University, Faculty of Sciences) eine ultraresistente optische Oberfläche mit besonderen Reflexionseigenschaften entwickeln, mithilfe transparenter nanokristalliner Diamantschichten. Unter anderem sollen dazu Substratreinigung und -bekeimung angepasst und mehrere Beschichtungsverfahren analysiert werden.

Der hochwertige Antrag der "Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik" (F.O.M.) für das Projekt wurde erstklassig bewertet. Das Projekt kann somit zum Jahresbeginn 2020 starten. Die Bewilligung der gemeinsamen Förderung über die internationale Förderlinie "Collective Research Networking" (CORNET) des Programms "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) durch das deutsche Bundeswirtschaftsministerium und den belgischen Fördermittelgeber wird in Kürze erwartet.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss mit 21 Unternehmen, darunter zwölf KMU, unterstützt.

Die Administrationskosten werden aus freiwilligen Zuwendungen der Industrie finanziert und sind vollständig gedeckt.

Projektseite

11.09.2019

Forschung zur Diagnostik multiresistenter Erreger startet

Bei stationären Behandlungen kommt es durch ungezielten und übermäßigen Einsatz von Antibiotika immer häufiger zu oft tödlichen Infektionen durch (multi-) resistente Erreger. Um diese Entwicklung aufzuhalten und die Chancen auf Therapieerfolg zu erhöhen, ist es nötig, schneller belastbare diagnostische Daten zu den Erregern zu erhalten. Projektziel ist die Entwicklung eines schnellen, sensitiven Analysesystems. Dieses soll auf der Biofunktionalisierung von Mikroresonatorpartikeln für die spezifische Adsorption von Erkennungsmolekülen basieren.

Nach sehr guter Befürwortung wurde der "Antrag auf Förderung" für das Projekt "Mikroresonatoren für die 'Point of care'-Diagnostik pathogener Keime" (InfektResonator) von der "Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik" (F.O.M.) eingereicht. Die weltweit dringend benötigte Forschung des Instituts für Präzisionsmedizin der Hochschule Furtwangen soll mit etwa 250.000 EUR im Rahmen des Programms "Industrielle Gemeinschaftsforschung" des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums gefördert werden und kann voraussichtlich zum November 2019 starten.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss mit acht Unternehmen, darunter sieben KMU, sowie einer Klinik und SPECTARIS, dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V., unterstützt.

Die Administrationskosten werden vollständig aus freiwilligen Zuwendungen der Industrie finanziert.

Die F.O.M., als Mitglied der AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM), stellt sich mit diesem und ähnlichen Projekten der großen gesellschaftlichen Herausforderung 'Gesundheit und Pflege'.

Projektseite

08.09.2019

"Sollen wir mit dem Beginn der Forschung noch warten?"

Das Gesetzgebungsverfahren zum neuen "Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung" (Forschungszulagengesetz; FZulG), mit dem die Bundesregierung Anreize für eine Intensivierung der industriellen Innovationsaktivität setzen möchte, soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden und das FZulG in Kraft treten. Umso mehr überrascht, dass wichtige Aspekte immer noch nicht final geklärt zu sein scheinen – zumindest wurden die finalen Gesetzeskonditionen bisher nicht veröffentlicht.

Die Industrie jedoch benötigt jetzt endlich Planungssicherheit. Uns erreichen in diesen Monaten immer wieder Anfragen, ob Wirtschaftsunternehmen mit dem Start eigener Forschungsaktivitäten zu einer neuen Innovationsidee warten sollen. Ansonsten, so befürchten viele, ließen sich ihre FuE-Arbeitskosten im Zusammenhang mit einem innerbetrieblichen Forschungsprojekt steuerlich nicht geltend machen. Diese Unsicherheit ist nicht unbegründet.

Was kann als gesichert angenommen werden?

Es sind nur FuE-Vorhaben steuerlich förderbar, die nicht vor Inkrafttreten des FZulG begonnen wurden

In § 8 Abs. 1 des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zum FZulG vom 17.06.2019 heißt es, "Die Forschungszulage kann nur für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben [...] beansprucht werden, mit deren Arbeiten nach dem [Datum des Inkrafttretens des FZulG] begonnen wird". In Absatz 2 heißt es weiter, dass nur Aufwendungen gefördert werden sollen, die in den FuE-Vorhaben nach dem 31.12.2019 von Arbeitnehmern bezogen wurden.

Hier stellt sich natürlich für Unternehmen mit dringlichem Forschungsbedarf die Frage nach der individuellen Möglichkeit, bis zum Beginn des Begünstigungszeitraums, also bis zum Datum des Inkrafttretens des FZulG oder bis zum 01.01.2020 (je nachdem, welches Datum später eintritt), Voruntersuchungen oder separierbare Arbeitspakete durchzuführen, die aus einem geplanten Forschungsvorhaben inhaltlich gänzlich ausgeklammert werden können und somit gegebenenfalls bereits begonnen werden dürfen. Für alle anderen Arbeitspakete des Gesamtvorhabens, die nach Beginn des Begünstigungszeitraums durchgeführt werden, kann dann die steuerliche Forschungsförderung beantragt werden, lediglich für das ausgeklammerte Arbeitspaket, das für die Geltendmachung im Rahmen der steuerlichen Forschungsförderung zu früh durchgeführt wurde, nicht. (Für die in dieser Art separierten und vor Beginn des Begünstigungszeitraums durchgeführten Forschungsarbeiten darf anschließend sogar keinesfalls die steuerliche Forschungsförderung beantragt werden, da dies ansonsten den Straftatbestand des Subventionsbetrugs erfüllen würde. Bitte lassen Sie sich im Zweifelsfall vorab rechtlich beraten.)

Es soll ein zweistufiges Prüfverfahren geben

  1. In einem ersten Schritt hat das Förderung-beantragende Unternehmen das zu fördernde FuE-Vorhaben in einem ersten Antrag ausführlich darzustellen. Durch eine noch zu benennende geeignete zentrale Stelle, außerhalb der Finanzverwaltung, soll das grundsätzliche Vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen und die grundsätzliche Förderwürdigkeit dieses Forschungsvorhabens bescheinigt werden.
  1. Für den zweiten Schritt müssen zwecks Nachweis der förderfähigen Aufwendungen die entsprechend geleisteten Arbeitsstunden je Arbeitnehmer beziehungsweise Einzelunternehmer aufgezeichnet und dargestellt werden. Mit diesen Zahlen ist der tatsächliche förderfähige Aufwand zu ermitteln, da dieser auf 2 Mio. Euro pro Unternehmen und Jahr gedeckelt ist. Diese Daten sind in einem zweiten, voraussichtlich elektronisch ausfüllbaren Antrag einzutragen und dem jeweils zuständigen Finanzamt zu übersenden. Dieses setzt die Forschungszulage im darauffolgenden Wirtschaftsjahr  fest.

Die Bescheinigung soll bereits vor dem Projektbeginn beantragt werden können (Schritt1), was zu einer höheren Sicherheit im Hinblick auf den Anspruch auf Förderung führt. Die Beantragung der Forschungszulage (Schritt 2) soll erst nach Erfolgen der förderfähigen Aufwendungen möglich sein.  

WAS IST NOCH UNSICHER?

Sind die FuE-Arbeitsaufwendungen bei Auftragsforschung auftraggeberseitig oder auftragnehmerseitig geltend zu machen?

Ob Auftragsforschung auftraggeberseitig (international üblich, von der Industrie weithin gefordert und vom Bundesrat empfohlen [BR-Drucksache 242/1/19, S. 5, und BT-Drucksache 19/11728, S. 3]) oder auftragnehmerseitig (FZulG-Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 17.06.2019) geltend gemacht werden kann, ist insbesondere für mittlere Unternehmen von Bedeutung, die keine eigene Forschungsabteilung unterhalten und bei ihren Innovationsaktivitäten auf die Möglichkeit zur Vergabe von Forschungsaufträgen angewiesen sind. Seit der Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetzentwurf und nach Anhörung von AiF, Industrieverbänden und Vertretern einzelner Unternehmen sowie Wirtschaftsforschungsinstituten im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags am 09.09.2019 wird die Anrechenbarkeit von FuE-Arbeitsaufwendungen der Auftragsforschung erneut geprüft.

WELCHE ALTERNATIVE MÖGLICHKEIT HABEN KLEINE UND KLEINE MITTLERE UNTERNEHMEN OHNE FORSCHUNGSABTEILUNGEN (UND ALLE ANDEREN UNTERNEHMEN), KOSTENGÜNSTIG AN INNOVATIONS-RELEVANTES TECHNOLOGIE-KNOWHOW ZU KOMMEN?

Die beiden zentralen Forschungsförderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums, "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) und "Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand" (ZIM), unterstützen themenoffen vorwettbewerbliche Vorlaufforschung und Prototypentwicklung. Für mehr Informationen zu diesen Förderprogrammen steht Ihnen die F.O.M. jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Quellen:

-   Gesetzentwurf der Bundesregierung zum FZulG vom 17.06.2019: BT-Drucksache 19/10940.

-   Empfehlungen des Finanzausschusses, des Ausschusses für Kulturfragen und des Wirtschaftsausschusses des Bundesrats zur Stellungnahme gem. Art. 76 Abs. 2 GG: BR-Drucksache 242/1/19 vom 18.06.2019.

-   Stellungnahme des Bundesrates und Gegenäußerung der Bundesregierung: BT-Drucksache 19/11728 vom 17.07.2019.

08.08.2019

SPECTARIS/F.O.M.-Seminar 2019: Erfolgreiche Antragstellung

Öffentliche Fördermittel sind insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für die Realisierung ihrer innovativen Ideen für neue Produkte, Verfahren und Dienstleitungen. Mithilfe von nationalen und internationalen Fördermitteln kann so das Risiko für Forschung, Entwicklung und die Markteinführung reduziert werden. Damit können die Unternehmen ihren Vorsprung in wichtigen Schlüsseltechnologien ausbauen und langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen.

Die Referenten Dr. Manfred Rahe und Benjamin Raab von der Technologie- und Innovationsberatung EurA AG geben Ihnen im SPECTARIS/F.O.M.-Seminar 2019 „Erfolgreiche Antragstellung in den Programmen ZIM, KMU-innovativ und Horizon 2020 SME“ einen Einblick in drei wichtige Förderprogramme des Bundes und der EU.

Die Veranstaltung richtet sich an Geschäftsführer sowie leitende Mitarbeiter der FuE-Abteilungen von KMUs der Branchen Präzisionsmechanik, Messtechnik, Analysen-, Bio-, Labor- und Medizintechnik, Optik und Photonik.

Veranstaltungsseite

19.07.2019

Laser-Strahlschmelzen amorpher Metallpulver

Bisherige Limitationen durch Gussverfahren hergestellter amorpher Metalle (AM) bezüglich Größe und Komplexität lassen sich beim pulverbettbasierten Laser-strahlschmelzen (LPBF) umgehen, jedoch hängen Qualität und Reproduzierbarkeit der Erzeugnisse maßgeblich von den Eigenschaften des verwendeten Pulvers ab.

Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen, der Universität des Saarlandes und des Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien in Bremen wollen mit dem Projektvorhaben "Laser-Strahlschmelzen amorpher Metallpulver – Entwicklung einer synergetischen Wertschöpfungskette durch Prozessoptimierung" (LaSaM) ein verlässliches industrielles Herstellungsverfahren für hochwertige AM-Produkte mit bauteilspezifischer mechanischer Performance etablieren. Dazu sollen Parameter entlang der gesamten Prozesskette, von der Legierungsauswahl über die Pulverherstellung bis zum LPBF-Prozess, optimiert werden.

Der Projektantrag soll im Herbst 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt Anfang 2020 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 640 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

05.07.2019

Forschung zur additiven Fertigung optischer Komponenten bewilligt

Das IGF-Projekt "3D-Polymerdruck von Brillengläsern“ (Ink-Eye); 20750 BG) hat eine Bewilligung für einen Start zum 01.07.2019 erhalten und wird mit einer Fördersumme von insgesamt 783.920 EUR vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Das Projekt, das mit den drei Fraunhofer-Instituten IOF Jena, ISC Würzburg und IAP Potsdam zusammen entwickelt wurde, zielt darauf ab, Polymere am Beispiel von Brillengläsern mit den benötigten Formtreuen (< 5 µm) und Rauheiten (< 5 nm) sowie hoher Kratzfestigkeit zu drucken. Dazu wird ein innovativer Fertigungsansatz untersucht, der auf dem schichtweisen Inkjetdruck und UV-Aushärten zweier unterschiedlicher optischer Polymere beruht. Während mit einem acrylatbasierten Polymer das Bulkvolumen gedruckt wird, erzielt im Randbereich das Hybridpolymer ORMOCER exzellente optische Eigenschaften.

Im Projektbegleitenden Ausschuss engagieren sich die vierzehn Unternehmen (davon sieben KMU) Carl Zeiss Vision International GmbH, Carl Zeiss Meditec AG, Deutsche Augenoptik AG, die12monate GbR, Eschenbach Optik GmbH, micro resist technology GmbH, Multec GmbH, nanofluor GmbH, Nanogate SE, Notion Systems GmbH, OSA Opto Light GmbH, polyoptics GmbH, Rodenstock GmbH, Silhouette AG sowie, als Dissemination Partner, der SPECTARIS-Fachverband Consumer Optics. Zusätzlich stellen die PA-Mitglieder freiwillig vorhabenbezogene Aufwendungen der Wirtschaft in Höhe von insgesamt 128.500 EUR dem Projekt zur Verfügung.

Die PA-Mitglieder werden zeitnah von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Die Administrationskosten des Projekts sind bisher erst zu 94,2 % gedeckt. Sie haben die Möglichkeit, das Projekt durch Ihre Teilnahme am projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten zu unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektseite

04.07.2019

Projektanträge der F.O.M.

In der aktuellen Begutachtungsrunde der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) wurden fünf Projekte eingereicht. Dabei wurden die Projektanträge "Entwicklung eines Spektralphotometers, spezifisch für die Qualifizierung komplexer optischer Beschichtungen - Spectrophotometer for Optical Coatings" (SpOC) und „Resonatorverstärkte Raman-Spektroskopie für die Prozessanalytik“ (CERS-Pro) mit 30 bzw. 31 Punkten (von 40) von den Gutachtern bewertet. Die Forschung soll jeweils mit ca. 250.00,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert werden.

Da die im Bundeshaushalt allokierten IGF-Fördermittel nicht ausreichen, können derzeit allerdings nur Projekte mit 34 oder mehr Punkten starten. Trotz der Befürwortung durch hochkarätige Wissenschaftler und Industrie-Experten können diese beiden Projekte derzeit nicht starten. Für SpOC besteht die Chance bei einer erneuten Antragseinreichung die Bewertung zu erhöhen, während CERS-Pro dieses Mittel schon ausgeschöpft hat und nun auf eine Absenkung der Punktegrenze hoffen muss.

Zusätzlich zu diesen Projektvorhaben liegen der AiF noch drei weitere Anträge zur Begutachtung vor: „Mouches volantes: OCT-Erfassung und UKP-Laser Therapie“ (XFloater), „Multimodale computergestützte optische Erfassung der beeinträchtigten Mitochondrienaktivität in komplexen Geweben“ (Metabox) und „Ultraharte optische Diamantschichten“ (ULTRAHARD).

21.05.2019

Kabinettsvorlage zur steuerlichen Forschungsförderung ist nachzubessern!

Die deutsche Innovationskraft erhält seit vielen Jahren in den verschiedenen Rankings sehr gute Noten und ist in den meisten weltweiten Vergleichen stets auf den vorderen Rängen. Und das bisher mithilfe der Projektförderung (auch "direkte Forschungsförderung") als wesentliche staatliche Unterstützungsform, also ohne steuerliche Forschungsförderung ("indirekte Forschungsförderung").

Doch einige Schlüsseltechnologien (z. B. die Photonik) sind in ihrer Vielfalt zugunsten von Hype-Themen (z. B. Quantentechnologie und KI) aus dem Fokus der Programmförderung des Bundesforschungsministeriums (BMBF) geraten. Auch die innovationsorientierten Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für transdisziplinäre Forschung werden entgegen eines anders lautenden Bundestagsbeschlusses nicht mit den benötigten Budgets ausgestattet, um als Breitenförderungsmaßnahmen die Innovationsaktivitäten des deutschen Mittelstands wie benötigt unterstützen zu können.

Viele Unternehmen suchen daher nach einer neuen Unterstützung ihrer Innovationskraft. Kann die geplante Einführung der steuerlichen Forschungsförderung den Förderbedarf decken?

Ab Januar 2020 sollen Aufwände für Forschung und Entwicklung (FuE) steuerlich gefördert werden. So stellt es der am 12. April 2019 vom Bundesfinanzministerium BMF veröffentlichte Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung in Aussicht, der der Bundesregierung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wurde. Vergleichen wir einmal die ursprünglichen Wünsche und Ziele der seit vielen Jahren erhobenen Forderungen nach Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung mit dem Gesetzentwurf.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) empfiehlt der Bundesregierung seit Jahren, mit anderen OECD-Ländern gleichzuziehen, von denen bereits über 80 % die eigene Industrieforschung durch steuerliche Maßnahmen fördern. Dass diese Länder in internationalen Innovationsindizes und Rankings der Innovationskraft größtenteils hinter Deutschland liegen, sei einmal unberücksichtigt. Die steuerliche Forschungsförderung würde insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nutzen und deren eigene FuE-Investitionstätigkeit anregen, so die Hypothese der EFI-Gutachter.

Klar ist, dass in der Wirtschaft ein Ausbau der öffentlichen FuE-Förderung dringend benötigt wird, um im globalen Wettbewerb um Innovationen bestehen zu können. Die deutsche Industrie erhofft sich die folgenden Mehrwerte durch die indirekte Forschungsförderung:

  • Bürokratiefreier Zugang zu Fördermitteln für die eigenen FuE-Aufwände
  • Themenoffenheit
  • Förderfähigkeit von Sprunginnovationsforschung und Weiterentwicklungen
  • Anrechenbarkeit extern vergebener Forschungsaufträge
  • Planungssicherheit

Das Ziel der Bundesregierung erscheint damit zunächst kompatibel - nämlich mithilfe der steuerlichen Forschungsförderung Anreize vorrangig für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu setzen, in die eigene Forschung und Entwicklungstätigkeit vermehrt zu investieren, ohne die größeren Unternehmen von der Förderung auszuschließen. Die in Deutschland gemeinsam getätigten FuE-Investitionen sollen so auf insgesamt 3,5 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) gesteigert werden und hierdurch Technologievorsprünge im globalen Wettbewerb gesichert oder ausgebaut werden können.

Der vorgelegte Gesetzentwurf sieht vor, dass alle einkommens- und körperschaftssteuerpflichtigen Unternehmen – ohne Größenbeschränkung – ab Beginn 2020 für zunächst vier Jahre FuE-Arbeitslöhne steuerlich geltend machen können. Nach Ablauf der Wirtschaftsjahre können Forschungszulagen in Höhe von 25 % der FuE-Lohnkosten multipliziert mit einem Faktor von 1,2 beantragt werden, bis zu einem Fördermaximum von 500.000 Euro pro Unternehmen und Jahr. Auftragsforschung soll Auftragsnehmer-seitig geltend gemacht werden können. Für die vierjährige Pilotphase der steuerlichen Forschungsförderung sollen 5 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden.

Verspricht der Gesetzentwurf die Wünsche der Industrie zu erfüllen? Nur teilweise!

1.  Bürokratiefreier Zugang zu FuE-Fördermitteln:
Nicht gegeben!

Der Entwurf sieht ein zweistufiges Verfahren zur Überprüfung der Anrechenbarkeit der Forschungsaufwände und zur Freigabe der Forschungszulage vor. Mithilfe einer detaillierten Beschreibung aller geplanten FuE-Tätigkeiten eines Wirtschaftsjahres, für die Arbeitsaufwände steuerlich geltend gemacht werden sollen, ist zunächst eine Bescheinigung einzuholen, in der festgestellt wird, dass die geplanten Tätigkeiten die Voraussetzungen für den berechtigten Anspruch auf steuerliche Forschungsförderung erfüllen. Nach Ablauf des Wirtschaftsjahres ist schließlich ein Antrag auf Forschungszulage zu stellen, in dem nachprüfbar zu versichern ist, dass die anzurechnenden FuE-Tätigkeiten ohne Veränderung der in der Bescheinigung zugrunde gelegten Sachverhalte durchgeführt wurden.

2.  Themenoffenheit der förderfähigen Forschung:
Gegeben!
Eine inhaltliche Beschränkung der förderfähigen Forschung ist nicht vorgesehen.

3.  Förderfähigkeit von Sprunginnovationsforschung und Weiterentwicklungen:
Gegeben!

Es können die Arbeitsaufwände für Grundlagenforschung, industrieller Forschung und experimentelle Entwicklung steuerlich geltend gemacht werden. Die steuerliche Forschungsförderung unterstützt daher gleichermaßen die Entwicklung von disruptiven sowie von inkrementellen Innovationen.

4.  Anrechenbarkeit extern vergebener Forschungsaufträge:
Nicht gegeben!

An externe Forschungseinrichtungen vergebene Aufträge können steuerlich nicht geltend gemacht werden, an andere Unternehmen vergebene Aufträge nur Auftragnehmer-seitig. Dies unterscheidet das deutsche Modell von der Praxis in den meisten anderen Ländern und hat mehrere Nachteile:

  1. Während Unternehmen dafür steuerlich belohnt werden, ihre Forschung im eigenen Unternehmen durchzuführen, wird die Auftragsvergabe an Forschungseinrichtungen gehemmt. Der wichtige  Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird damit ausgebremst.
  2. Durch einen resultierenden Rückgang der Forschungsaufträge aus der Industrie wird die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses in Forschungseinrichtungen behindert.

5.  Planungssicherheit:
Teilweise gegeben!

Erfolgen Beantragung und Ausstellung der genannten Bescheinigung zur Anspruchsberechtigung vor Beginn der FuE-Vorhaben eines Wirtschaftsjahres, können Unternehmen mit der ausgewiesenen Forschungszulage verbindlich rechnen und erhalten hierdurch Planungssicherheit, vorausgesetzt, die in der Bescheinigung zugrunde gelegten Sachverhalte haben sich nicht verändert. Anders verhält es sich bei Abweichungen von Vorhabenplänen, für die eine Bescheinigung bereits eingeholt wurde. Zum Beispiel lassen sich bei Verzögerungen im Forschungsverlauf förderfähige Aufwände nicht auf andere Wirtschaftsjahre übertragen. Die verschobenen Tätigkeiten sind bei der Beantragung der Bescheinigung des Folgejahres erneut zu beschreiben, was den bürokratischen Aufwand erhöht. Auch bei inhaltlichen Abweichungen der FuE-Tätigkeiten vom bescheinigten Förderanrecht ist eine neue Bescheinigung zu beantragen, was wieder den bürokratischen Aufwands erhöht und zur Einschränkung der Planungssicherheit führt.

FAZIT

Insgesamt weist der vorgelegte Entwurf des BMF in die richtige Richtung. Ob sich damit aber die Ziele der Bundesregierung erreichen lassen, nämlich die Anreizsetzung für private FuE- Investitionen, insbesondere für KMU, wird angezweifelt.

Die Zugrundelegung der FuE-Arbeitskosten als Bemessungsgrundlage für die Forschungszulage verringert zwar das Risiko von Mitnahmeeffekten, bewirkt jedoch gleichzeitig die Begünstigung größerer Unternehmen mit eigener Forschungsabteilung. Circa 80 % der deutschen Unternehmen sind jedoch Kleinstunternehmen, mit weniger als 10 Beschäftigten, und weitere 10 % sind der Gruppe der Kleinen Unternehmen (< 50 Beschäftigte) zuzurechnen. Für den weitaus größten Teil der deutschen Unternehmen lassen sich somit keine ausreichenden Aufwände geltend machen, um mit der Forschungszulage spürbare Anreize für eigene Forschungsinvestitionen zu erhalten. Für Großunternehmen wiederum dürfte die Höhe der maximalen Forschungszulage von 500.000 Euro sicher zu niedrig sein, um spürbare Anreize zu setzen.

Die folgenden Nachbesserungen werden gefordert:

1.
Auftraggeber-seitige (anstatt Auftragnehmer-seitige) Anrechenbarkeit von Arbeitsaufwänden bei unternehmensexterner Vergabe von Forschungsaufträgen

zur Unterstützung des transdisziplinären Technologietransfers und der Ausbildung von Fachkräftenachwuchs.

2.
Ausstellung von FuE-Vorhaben-bezogenen (anstatt Wirtschaftsjahr-bezogenen) Bescheinigungen der Anspruchsberechtigung auf Forschungszulage

zur Verringerung des bürokratischen Aufwands und zur Ermöglichung einer längerfristigen Planungssicherheit.

3.
Parallele Ausweitung der themenoffenen innovationsorientierten IGF- und ZIM-Projektförderung 

zum dringend benötigten Ausbau der Förderung für vorwettbewerbliche Machbarkeitsstudien und zur Stärkung der Innovationskraft kleinerer KMU ohne Forschungsabteilungen oder Möglichkeit zur privat-finanzierten Vergabe von Forschungsaufträgen.

10.05.2019

Mitglied des Gesundheitsausschusses beeindruckt von FAM-Potential

Am 9. Mai 2019 informierten sich rund 2.000 Besucher des Innovationstags Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) über die neuesten Innovationsaktivitäten in Deutschland und Österreich. Mehr als 300 Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentierten die Ergebnisse von Projekten, die überwiegend durch die BMWi-Programme "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand" gefördert wurden.

Das BMWi und die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) begrüßten zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages, die sich ein Bild vom enormen IGF- und ZIM-Technologietransfer machen wollten.

Insbesondere jetzt, in einer Zeit in der die Einführung der Steuerlichen Forschungsförderung vorbereitet wird, deren aktueller Entwurf Forschung in den Unternehmen belohnt und damit Auftragsforschung, Technologietransfer und Fachkräfteausbildung hemmt, ist die innovationsorientierte, transdisziplinäre Projektförderung wichtiger denn je und muss ausgeweitet werden.

Die F.O.M. stellte in diesem Jahr mit ihren Forschungspartnern die Demonstratoren zweier IGF-Projekte vor, EFORMIN und ISICOM, in deren projektbegleitenden Ausschüssen sich 16 Medizintechnik-, Pharma-, Sensortechnik- und IT-Unternehmen (davon neun KMU) sowie drei Kliniken einbrachten:

Dipl.-Ing. Michael Werner (Foto links) vom Fraunhofer IWU Dresden, Abteilung Medizintechnik, der letztjährige Gewinner des Otto-von-Guericke-Preises der AiF, präsentierte die Ergebnisse der Entwicklung modular aufgebauter minimalinvasiver chirurgischer Instrumente mit Aktoren aus Formgedächtnismaterialien.

Dr. Dörte Solle (Foto in der Mitte oben) und M.Sc. Katharina Dahlmann (Foto rechts oben) von der Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie, präsentierten die Ergebnisse ihrer Entwicklung eines neuartigen, nicht invasiven in-situ Kombi-Sensors zur Überwachung von Biomassekonzentration und O2-Verbrauch als Indikator des Zellzustands während Kultivierungsprozessen (Foto in der Mitte unten).

Die beiden Projekte wurden mit insgesamt 410.000 EUR vom BMWi gefördert. Die Industrie steuerte weitere 135.000 EUR bei.

Beide Innovationsideen werden nach Projektende mit Industriepartnern aus den projektbegleitenden Ausschüssen weiterentwickelt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete MdB Rudolf Henke (Foto rechts unten, zusammen mit Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M.), der frühere stellvertretende Vorsitzende des Bundestagausschusses für Gesundheit, besuchte die Projektstände der F.O.M. und ließ sich die Herausforderungen, Ziele, Lösungswege und den Nutzen der Forschung erläutern.

Henke interessierte sich für die neugegründete AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) und zeigte sich von der umfassenden Abdeckung der Forschungsthemenfelder durch die zehn FAM-Mitglieder sowie von der intensiven, IGF-typischen Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft bei der Innovationsentwicklung sehr beeindruckt.

(Bildrechte: F.O.M. [Fotos links, mitte und oben rechts] und Rudolf Henke MdB [Foto unten rechts])

10.04.2019

Intelligente Auflagen für chronisch offene Wunden

Die Behandlung chronisch offener Wunden erfordert eine hydroaktive Wundabdeckung, die in jeder Heilungsphase für optimale Bedingungen sorgt. Eine solcher Standard ist jedoch teuer und in Deutschland nicht etabliert.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse, und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP wollen in dem Projektvorhaben „Wundauflagen mit smartem Feuchtigkeitshaushalt" (CellWund) eine hydroaktive Wundauflage auf Basis mikrofibrillierter Cellulose (MFC) als wirkstofffreies Medizinprodukt entwickeln. Dabei soll, durch gezieltes Abändern der molekularen Zusammensetzung, eine MFC mit optimiertem Feuchtigkeitshaushalt synthetisiert werden. Diese MFC soll, kombiniert mit etablierten Vliesmaterialien, als neuartige Wundauflage getestet und verifiziert werden.

Der Projektantrag soll im Herbst 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt Anfang 2020 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 475 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

28.03.2019

Demenzfrüherkennung am Auge

Für viele neurologische Erkrankungen fehlen diagnostische Instrumentarien mit ausreichender Auflösung zur Früherkennung.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen und am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) der Charité- Universitätsmedizin Berlin wollen in dem Projektvorhaben „Detektion neurodegenerativer und neuroinflammatorischer Erkrankungen im Auge mittels polarisationssensitiver OCT" (NOCTOPOS) ein nicht-invasives Bildgebungsverfahren auf Basis von polarisationssensitiver Optischer Kohärenztomographie (PS-OCT) der Netzhaut mit nahezu zellulärer Auflösung für die neurologische Diagnostik nutzbar machen. Das hierfür zu entwickelnde modulare PS-OCT-System soll krankheitsspezifische Strukturen anhand ihrer unterschiedlichen Doppelbrechung von Licht identifizieren können. Zur Signalverarbeitung und -systematisierung sollen softwareanalytische Verfahren entwickelt werden.

Der Projektantrag soll im Herbst 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt Anfang 2020 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 500 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

25.02.2019

Neue Messmöglichkeiten optischer Beschichtungen

Der heutigen Komplexität vieler optischen Beschichtungen für industrielle Anwendungen werden verfügbare Qualitätskontrollen nicht mehr ausreichend gerecht, z. B. bei der Absolutgenauigkeit, der spektralen Auflösung und den Messzeiten.

Wissenschaftler am Laser Zentrum Hannover wollen in dem Projektvorhaben "Entwicklung eines Spektralphotometers spezifisch für die Qualifizierung komplexer optischer Beschichtungen" (SpOC) ein modulares Spektralphotometer mit verlässlicher, hoher Messgenauigkeit entwickeln, welches maßgeschneidert ist auf verschiedene Spektralbereiche und Komponentenklassen. Hierzu sollen unter anderem moderne Strahlquellen, Module zur Anpassung der Strahlformung und neue Detektorkonzepte erprobt und validiert werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

22.02.2019

1. Fachkolloquium der FAM

Schon kurz nach der Konstituierung der AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) im Januar 2019 findet am 9. April 2019 das erste Fach-Kolloquium der FAM in Frankfurt / Main statt. Die Gründungs-Forschungsvereinigungen stellen sich mit ihren Forschungsschwerpunkten vor und geben dabei Einblick in die Bandbreite der von der FAM durchgeführten IGF-Projekte.

Präsentiert werden die Ergebnisse gesellschaftlich relevanter Medizintechnikforschung, wie z. B. aus den Themenfeldern Tumorfrüherkennung, Herzdiagnostik und kindgerechte Skoliosetherapiegeräte.

Die AiF als die deutsche Forschungs- und Transfergemeinschaft für transdisziplinäre, innovationsorientierte Forschung zielt darauf ab, den effizienten Wissenstransfer aus der Forschung in die Industrie sicherzustellen, um so die Industrie bestmöglich zu unterstützen. In ihren Händen werden Studien der industriellen Machbarkeit durchgeführt und oft auch Innovationsideen bis zu Prototypen entwickelt. Hierfür wird die IGF-Innovationsentwicklung mithilfe einer Förderung im Rahmen des BMWi-Programms "Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand" (ZIM) fortgesetzt.

Im abschließenden Veranstaltungsmodul werden daher weiterführende ZIM-geförderte Medizintechnik-Kooperationsprojekte präsentiert.

Seien Sie dabei!


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Einladung

18.02.2019

Fortschritt in der Phasenkontrastmikroskopie - Ergebnisse des IGF-Projekts APERITIf

Das IGF-Projekt "Adaptive Phasenkontrastmikroskopie zur Eliminierung des Randeffektes in Mikrotiterplatten" (APERITIf; 19083 N) des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT in Aachen wurde am 30.06.2018 erfolgreich abgeschlossen. Unter der Leitung von Niels König konnte das Projektziel - die vollständige Wiederherstellung des Phasenkontrasts durch eine automatische optische Kompensation der unerwünschten Flüssigkeitslinse unter Verwendung von Algorithmen und adaptiven optischen Elementen - erreicht werden. 

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie die IGF-Erfolgsnote finden Sie auf der Projektseite.

08.02.2019

AiF-Pressemitteilung zu IGF-Projekt Opti-Bond

Integriert optische Systeme finden Verwendung in ganz unterschiedlichen Bereichen. Von der Lasertechnik über Medizin und Mobilität bis hin zu Luft- und Raumfahrt. Gerade hier werden funktionell Mikro- und Nanostrukturen zu hochpräzisen Messungen in extremen Umgebungsbedingungen eingesetzt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verbindung der optischen Flächen, das so genannte Bonden. Bisherige Bondverfahren erfüllen diese Anforderungen nur unzureichend.

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena haben jetzt im Rahmen des Projektes „Opti-Bond“ der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) neue Wege eingeschlagen: Dr. Ramona Eberhard, Prof. Stefan Nolte, Dr. Felix Zimmermann und Dipl.-Ing. Carolin Rothhardt ist es gelungen, innovative Bondtechnologien zu entwickeln, die die bekannten Grenzen der Einsetzbarkeit optischer Systeme aufheben und neu definieren. Durchgeführt wurde das Projekt vom AiF-Mitglied Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F. O. M.). Das IGF-Projekt war im November 2018 für den Otto von Guericke-Preis der AiF nominiert. Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Plasmaaktivierung und Laserpulse statt Klebetechnik

Moderne optische Systeme benutzen zum Fixieren der optischen Systeme gegenwärtig Klebetechnologien, die aufgrund des Einsatzes eines organischen Polymers hinsichtlich der thermischen und mechanischen Stabilität begrenzt sind. Um diese Grenzen in der optischen Systemtechnik zu überwinden, um neue Märkte wie Automotive, Medizintechnik oder Laser zu adressieren, bedarf es der Entwicklung neuer Fügetechnologien. Projektleiterin Eberhard vom IOF: „Im Rahmen des IGF-Vorhabens konnten wir drei komplett neuartige Verfahren entwickeln. Einerseits das direkte Bonden, bei dem die Probenoberflächen aktiviert werden durch Plasma, dann ein Verfahren bei dem wir eine silikatische Fügelösung verwenden und schließlich ultrakurze Laserpulse, die transparente Glasproben ganz ohne eine Zwischenschicht aneinanderschweißen. Den bisherigen Fügeverfahren sind die neuen Technologien deutlich überlegen.“, fasst die Chemikerin zusammen. Teamkollege Zimmermann von der Trumpf Laser GmbH in Schramberg war als ehemaliger Projektmitarbeiter an der Universität Jena in das Projekt involviert. „Die neuen Technologien ermöglichen uns ein breites Bauteilspektrum. Gleichzeitig erlauben sie es, sowohl gleiche als auch unterschiedliche Materialien miteinander zu verbinden.“, erläutert der Physiker. Die neuen Fügetechnologien sind kostengünstiger, halten hohen Temperaturen und Leistungsdichten stand und sind zudem auch bei gekrümmten Flächen einsetzbar. „Die innovativen Bondverfahren erschließen so völlig neue Anwendungsfelder für optische Systeme. Das Industrieinteresse ist dementsprechend groß.“, so Zimmermann.

Dr. Aleksander Budnicki, von der Trumpf Laser GmbH in Schramberg, hat das nominierte IGF-Projekt von Anfang an begleitet und ist von seinem Nutzen überzeugt: „Insbesondere das Bonden mit ultrakurzen Laserpulsen betrachten wir als eine Schlüsseltechnologie, die wir im Haus schon für die Laserherstellung umgesetzt haben. Wir gehen davon aus, dass sich diese Technologie in Zukunft auch branchenübergreifend etablieren wird.“

Europäischen Weltraumagentur ESA baut Verfahren aus

Für Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., ist das IGF-Projekt „Opti-Bond“ ein Paradebeispiel für die Multiplikationsstärke der vorwettbewerblichen IGF-Förderung. „Unmittelbar nach Projektabschluss sind alle drei Verfahren von der Industrie aufgegriffen und in die Verwertung überführt worden, sowohl von kleinen und mittleren Unternehmen, als auch von Großunternehmen. Eines der Verfahren wird bereits in der Halbleitermesstechnik eingesetzt, ein anderes wird von der europäischen Weltraumagentur (ESA) weiterentwickelt für Erdbeobachtungen.“, freut sich Safaricz.

Einen dreiminütigen Film zum Projekt finden Sie in der AiF-Mediathek.

Ansprechpartner zum Projekt

Dr. Ramona Eberhard, Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF),
E-Mail: ramona.eberhardt(at)iof.fraunhofer.de, Telefon: +49 (0) 3641 807-312

Dr. Markus Safaricz, Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.),
E-Mail: info(at)forschung-fom.de, Telefon: +49 (0) 30 414021-39

Über die AiF

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist das Forschungsnetzwerk für den deutschen Mittelstand. Sie fördert Forschung, Transfer und Innovation. Als Dachverband von 100 gemeinnützigen Forschungsvereinigungen mit mehr als 50.000 eingebundenen Unternehmen und 1.200 beteiligten Forschungsstellen leistet sie einen wichtigen Beitrag, die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein organisiert die Industrielle Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2018 setzte die AiF rund 475 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 lenkte sie rund 12 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in neue Entwicklungen und Innovationen und brachte mehr als 235.000 Forschungsprojekte auf den Weg.

Pressekontakt

AiF e. V., Evelyn Bargs-Stahl, presse(at)aif.de, Telefon: +49 221 37680 114


Opti-Bond-Projektseite
vollständige AiF-Pressemitteilung

25.01.2019

Aufgreifen einer der großen Herausforderungen der Hightech-Strategie 2025: Gesundheit u. Pflege

Am 22. Januar 2019 fand in Berlin die konstituierende Sitzung der AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) statt, die im November 2018 von sieben Forschungsvereinigungen der AiF gegründet worden ist. Ziel der Forschungsallianz ist es, die potenzialreichen Synergien dieser Forschungsvereinigungen für die Innovationsschöpfung im medizintechnischen Bereich zu heben sowie die Sichtbarkeit der IGF-geförderten Forschung in diesem Bereich zu erhöhen. Die FAM greift damit eine der großen Herausforderungen der Hightech-Stretegie 2025 der Bundesregierung auf: Gesundheit und Pflege.

Zum Vorsitzenden der FAM wurde Dr. Markus Safaricz gewählt, Geschäftsführer des AiF-Mitglieds Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.). Anlässlich der Konstituierung sagte Safaricz: "Die AiF ist mit ihrem Netzwerk aus mehreren hundert Forschungseinrichtungen und einigen Zehntausend Wirtschaftsunternehmen wie keine andere Forschungsorganisation geradezu prädestiniert, einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu leisten. Die AiF-Forschungsallianz Medizintechnik greift das Themenfeld ‚Gesundheit und Pflege‘ der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung auf und betreibt Forschung aus den umfassenden Perspektiven ihrer Mitgliedsvereinigungen."

Geplante Themenschwerpunkte der FAM sind neue diagnostische Methoden und Testsysteme, die Anwendung von IT und internetbasierten Technologien für Digital Health, innovative und laseroptisch funktionalisierte Werkstoffe für die medizinische Therapie, die Weiterentwicklung von regenerativer Medizin und Tissue Engineering sowie sensorische und aktorische Systeme für gesundheitsrelevante Bereiche.

Die Gründungsmitglieder der FAM:

  • DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie
  • Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (FSKZ)
  • Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen gemeinnützige GmbH - FILK gGmH
  • Forschungskuratorium Textil (FKT)
  • Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.)
  • Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung
  • Vereinigung zur Förderung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen (IKV)
  • Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF)

Neben weiteren AiF-Forschungsvereinigungen betreiben schwerpunktmäßig diese Mitglieder der FAM vorwettbewerbliche Forschungsprojekte zur Untersuchung der industriellen Machbarkeit von Innovationsideen zu medizintechnischen Themen. Hierfür werden Fördermittel unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eingeworben und eingesetzt.

Die FAM wird zukünftig Informationen zu den Forschungsinhalten ihrer Mitglieder zusammenführen und auch untereinander austauschen. Auf diese Weise werden die häufig interdisziplinären medizintechnischen Forschungsprojekte in den verschiedenen Branchennetzwerken der verschiedenen FAM-Mitglieder bekannt gemacht und damit der Weg zu neuen Forschungskooperationen bereitet und der Grundstein für neue Innovationsideen gelegt.

Ansprechpartner der FAM:

Sitz der FAM

  • AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM)
    c/o AiF e. V. – Büro Berlin
    Behrensstraße 73
    10117 Berlin


Offizielle Webpräsenz der FAM
FAM-Webseiten der F.O.M. (im Aufbau)

17.12.2018

Mouches volantes: OCT-Erfassung und fs-Laser Therapie

Glaskörpertrübungen, sog. Mouches volantes, führen zur Wahrnehmung kleiner, scheinbar im Gesichtsfeld schwebender Schatten und beeinträchtigen das Sehen. Konventionelle Therapien bergen Risiken für verschiedene erhebliche Komplikationen.

Wissenschaftler am Laser Zentrum Hannover wollen in dem Projektvorhaben "Mouches volantes: OCT-Erfassung und fs-Laser Therapie" (XFloater) die Grundlagen für ein sicheres, nicht-invasives Verfahren auf Basis modernster Lasertechnik mit hohen Behandlungserfolgsraten schaffen. Hierzu sollen Parameter von Ultrakurzpuls-Lasersystemen für einen effizienten Abtrag der Mouches volantes optimiert und mit optischer Kohärenztomografie (OCT) eine automatisierte 3D-Erfassung und Behandlung ermöglicht werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

12.12.2018

IGF-Budget-Einfrierung blockiert dringend benötigte Gesundheitsforschung

Die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) sprechen von einem aktuellen und dringenden klinischen Bedarf: Antibiotika-resistente Erreger spielen im Hospital-Alltag eine mehr als ernstzunehmende Rolle und führen zu einer zunehmenden Anzahl von Todesfällen. Ungezielter Einsatz von Antibiotika forciert zudem die Entwicklung von Resistenzen, sodass nach Hochrechnungen bei derzeitiger Praxis ab dem Jahr 2050 jährlich ca. 10 Mio. Todesfälle durch multiresistente Keime weltweit zu erwarten sein werden (Meyer 2015). Dies hat Prof. Dr. Hans-Peter Deigner, Prof. Dr. Matthias Kohl und Prof. Dr. Markus Egert und ihr Team vom Institut für Präzisionsmedizin der Hochschule Furtwangen dazu bewogen, ein Forschungsvorhaben zu entwickeln, das vor allem ein Ziel hat: Schnelle und verlässliche Diagnostik bakterieller Infektionen, insbesondere durch (multi)resistente Erreger. Dafür wurden beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ca. 250.000 Euro Fördermittel über das Förderprogramm "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) beantragt.

Als "befürwortet" gilt in dem Programm ein Antrag, wenn er in dem paritätisch aus hochkarätigen Wissenschaftlern und Industrie-Experten zusammengesetzten Gutachterwesen der AiF 24 oder mehr von 40 möglichen Punkten erhält. Der Projektantrag "Mikroresonatoren für die Point-of-care-Diagnostik pathogener Keime" (InfektResonator) der Furtwängler wurde mit sehr guten 33 Punkten bewertet. "Los geht's!", möchte man den Wissenschaftlern in Anbetracht der großen medizinischen und gesundheitsökonomischen Relevanz zurufen. Doch halt: Die im Bundeshaushalt 2019 für die IGF allokierten Fördermittel reichen nicht!

Im März 2017 beschloss der Deutsche Bundestag, das IGF-Budget, das der deutschen Industrie in ihrer gesamten Breite über Innovationshürden durch hohe technologische Risiken hinweghelfen soll, von 169 Mio. Euro auf 200 Mio. Euro aufzustocken. Bis heute wird dieser Plan als solcher aufrechterhalten - aber eben nicht umgesetzt.

Dies hat zur Folge, dass in 2019 voraussichtlich ausschließlich Projekte starten können, die von den Gutachtern mit 34 oder mehr Punkten bewertet wurden. Vielleicht kann die Forschung des Projekts InfektResonator in einem Jahr starten - vorausgesetzt, dass das IGF-Budget steigt und der Rückstau wartender anderer, sehr gut bewerteter Projekte nicht zu lang ist. Bis dahin kommt es in Deutschland zu 400-600 Tausend Infektionen im Zusammenhang mit einer stationären Behandlung. Circa 10-15 Tausend davon werden tödlich verlaufen (siehe BMG DART Bericht 2020), denn die Chance auf eine erfolgreiche Therapie hängt oft von der Auswahl des richtigen Antibiotikums ab.

21.11.2018

Erfolgreiche Aufnahme von SPECTARIS-Impuls

Die Rückläufe einer im Sommer 2016 publizierten SPECTARIS-Umfrage zu den Innovationsinteressen der Mitgliedsunternehmen des Industrieverbandes wurden von der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.) zu verschiedenen konkreten Themen kondensiert und in Workshops auf der F.O.M.-Konferenz am 02.11.2016 aufgegriffen. Daraus resultierten drei Förderanträge im Rahmen des BMWi-Programms Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF). Der Projektantrag „3D-Polymerdruck von Brillengläsern“ (Ink-Eye), der mit den drei Fraunhofer-Instituten IOF Jena, ISC Würzburg und IAP Potsdam zusammen entwickelt wurde, erhielt im November 2018 die exzellente Bewertung von 37 von 40 Punkten und wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 mit einer bewilligten Fördersumme von circa 770.000 € im Rahmen der IGF starten.

Das Projekt zielt darauf ab, Polymere am Beispiel von Brillengläsern mit den benötigten Formtreuen (< 5 µm) und Rauheiten (< 5 nm) sowie hoher Kratzfestigkeit zu drucken. Dazu wird ein innovativer Fertigungsansatz untersucht, der auf dem schichtweisen Inkjetdruck und UV-Aushärten zweier unterschiedlicher optischer Polymere beruht. Während mit einem acrylatbasierten Polymer das Bulkvolumen gedruckt wird, erzielt im Randbereich das Hybridpolymer ORMOCER exzellente optische Eigenschaften. Im Projektbegleitenden Ausschuss engagieren sich die zwölf Unternehmen Carl Zeiss Vision International GmbH, Deutsche Augenoptik AG, die12monate GbR, micro resist technology GmbH, Multec GmbH, nanofluor GmbH, Nanogate SE, Notion Systems GmbH, OSA Opto Light GmbH, polyoptics GmbH, Rodenstock GmbH, Silhouette AG sowie, als Dissemination Partner, der SPECTARIS-Fachverband Consumer Optics.

Zu weiteren, direkt von Industrieunternehmen angeregten IGF-Projekten und -Projektvorhaben der F.O.M. aus den Bereichen Photonik, Analysen- und Medizintechnik zählen OptMetGlas (19927 N), ODIN (20302 N; mit klinischem Ideengeber), NewBeat, InfektResonator, GALA, flexUV, OptiZent und AnchorTex.

Projektseite Ink-Eye

09.11.2018

Trends beschleunigen durch themenoffene Transferprojekte (Kopie 1)

Am 07.11.2018 folgten ca. 80 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Beratung und Politik der Einladung zur F.O.M.-Konferenz 2018. Unter dem Motto "Trends beschleunigen durch themenoffene Transferprojekte" wurden Forschungsergebnisse von 14 Projekten der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) aus den Bereichen Photonik, Präsizions-, Medizin- und Labortechnik auf dem "Marktplatz der Forschungsprojekte" auf Postern präsentiert und transdisziplinär diskutiert. Der Marktplatz bot zudem einen F&I-Partner-Matching-Stand des Fraunhofer IKTS Hermsdorf sowie Informationsstände des mit der F.O.M. kooperierenden Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, des DIN und der AiF-Projekt-GmbH, die interessierten Unternehmen Instrumente zu Normung und Standardisierung beziehungsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi vorstellten.

Im Anschluss wurden zehn neue Innovationsideen in Vorträgen "uraufgeführt", also erstmals präsentiert und im Kreis der Konferenzteilnehmer evaluiert.

Mithilfe des themenoffenen IGF-Förderinstrumentes fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Innovationskraft der deutschen Industrie, insbesondere des Mittelstands. Eine im April vom BMWi in Auftrag gegebene Studie belegt, dass 60 % der IGF-Projektthemen Trends in den entsprechenden Fachmedien begleiten und 22 % diesen sogar vorausgehen. Die IGF fungiert somit als Trendbeschleuniger und als Trendauslöser. Cross-sektorale Kooperationen in den IGF-Projekten sorgen für eine Disziplin-übergreifende Diffusion von Innovationen in neue Anwendungsfelder.

Im Jahr 2018 verzeichnete die F.O.M. 158 Unternehmeneinbindungen in ihren laufenden Forschungsprojekten und belieferte KMU wie Großunternehmen mit technologischem Knowhow. Dazu kooperierte die F.O.M. mit 23 Forschungsteams aus 17 Forschungsinstituten.

Auf der im Rahmen der Konferenz abgehaltenen F.O.M.-Mitgliederversammlung wurden der Vereinsvorstand und der Wissenschaftliche Beirat der F.O.M. für drei Jahre neu gewählt:

Der Vorsitzende der F.O.M., Dr. Harald Stallforth (ehem. Aesculap AG), und der Stellvertretende Vorsitzende, Dr. Klaus-Martin Irion (Karl Storz SE & Co. KG), wurden in ihrem Amt bestätigt. Dem ausscheidenden Stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Lutz Aschke (TRUMPF Lasertechnik GmbH), dem der Vereinsvorstand und die Geschäftsführung für sein sechsjähriges intensives Engagement und seinen wertvollen Beitrag zum Wohle und der Stabilität des Vereins herzlich danken, folgt Dr. Olaf Rübenach, Geschäftsführender Gesellschafter der INGENERIC GmbH, einer TRUMPF-Tochter.

Die akademischen Vertreter des Wissenschaftlichen Beirats der F.O.M. wurden geschlossen für eine weitere dreijährige Amtsperiode wiedergewählt, nämlich Prof. Dr. Hans-Peter-Berlin (Abt. Lasermedizin der Evangelischen Elisabeth Klinik Berlin), Prof. Dr. Norbert Kaiser (Abt. Optische Schichten, Fraunhofer IOF Jena), Prof. Dr.-Ing. Peter Lehmann (Fachgebiet Messtechnik, Universität Kassel), Prof. Dr. Wolfgang Osten (ITO, Universität Stuttgart), Prof. Dr. Andreas Ostendorf (LAT, Ruhr-Universität Bochum), Prof. em. Dr.-Ing. Prof. h.c. mult. Dr. h.c. mult. Tilo Pfeifer (Werkzeugmaschinenlabor, RWTH Aachen), Prof. Dr. Thomas Scheper (TCI, Leibniz Universität Hannover) und Prof. Dr. Rudolf Steiner (Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik an der Universität Ulm).

Der Kurs der Erweiterung des Wissenschaftlichen Beirats der F.O.M. um Vertreter der Wirtschaft wurde fortgesetzt. Wiedergewählt wurden Dr. Bernd Grünler (INNOVENT e. V.) und Dr.-Ing. Rainer Schuhmann (Berliner Glas KGaA Herbert Kubatz GmbH & Co.). Hinzu kommen als neugewählte Assoziierte Wissenschaftliche Beiräte Dr. Martin Forrer (FISBA AG), Dr. Frank Guse (Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG) und Dr. Harald Stallforth (ehem. Aesculap AG).

Mithilfe des Wissenschaftlichen Beirats und der Assoziierten Wissenschaftlichen Beiräte verbessert die F.O.M. die Antrags- und Projektqualität der von ihr vorbereiteten Forschungsvorhaben.

Die nächste F.O.M.-Konferenz findet am 06.11.2019 in den Räumlichkeiten des KARL STORZ Besucher- und Schulungszentrums in Berlin statt.

08.11.2018

Medizintechnik-Projekt des FAM-Mitglieds DECHEMA ausgezeichnet

Am 07.11.2018 fand die AiF-Imageveranstaltung "FORSCHER Mittelstand – Ausgezeichnete Projekte für die Praxis" statt, auf der auch der Otto von Guericke-Preis der AiF für das IGF-Projekt des Jahres 2018 verliehen wurde. Die AiF vergibt den Preis seit 1997 einmal im Jahr für herausragende Leistungen in der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die im Netzwerk der AiF und ihrer Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Rund 140 Gäste aus Politik, Ministerien, Wirtschaft und Wissenschaft waren der Einladung des AiF-Präsidenten Professor Sebastian Bauer gefolgt, um die Bekanntgabe der Entscheidung live mitzuerleben.

Im Rahmen der Verleihung des Otto von Guericke-Preises präsentierten drei Finalisten ihre besonders innovativen IGF-Forschungsarbeiten, darunter auch die Wissenschaftler des IGF-Projekts Opti-Bond (18360 BR) der F.O.M., das am 30.11.2017 erfolgreich abgeschlossen wurde. Unter der Leitung von Dr. Ramona Eberhardt (Fraunhofer IOF Jena) und Prof. Dr. Stefan Nolte (IAP FSU Jena) konnte das Projektziel - die Entwicklung neuer Bondverfahren für unterschiedliche Materialien und für ein breites Bauteilspektrum, die hohe optische Transmission auch zwischen gekrümmten Oberflächen bei hohen Temperaturen erlauben - erreicht werden. Für diese herausragenden Leistungen der Wissenschaftler wurde das IGF-Projekt Opti-Bond als eines der drei aussichtsreichsten Projekte für die Endauswahl zum IGF-Projekt des Jahres 2018 ausgewählt. Bereits in 2016 wurde ein IGF-Projekt der F.O.M. – Mitoskopie (18239 N) – für die Finalrunde des Otto von Guericke-Preises nominiert.

Die drei Projekte der Finalrunde 2018 waren vom Wissenschaftlichen Rat der AiF ausgewählt worden und hatten die Jury mit einem besonders hohen Erkenntnisgewinn, aber auch mit der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Ergebnisse für mittelständische Unternehmen überzeugt. Die Finalisten und ihre IGF-Projekte wurden in Kurzfilmen und anschließenden Interviews vorgestellt. Für ihre Leistungen wurden in diesem Jahr die Forscher der TU Dresden und des Fraunhofer IWU Dresden mit dem Otto von Guericke-Preis ausgezeichnet. Die Fördermittel für das Medizintechnik-Projekt wurde von der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. (DECHEMA) – Mitglied der sich in Gründung befindlichen Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) – eingeworben:

Laut Deutschem Gesundheitsamt weisen 80 Prozent der Kinder in Deutschland Haltungsschäden auf. Etwa 125.000 Heranwachsende ab dem zehnten Lebensjahr sind sogar von einer krankhaften Wirbelsäulenverkrümmung, der sogenannten Skoliose, betroffen. Eine notwendige Therapie dieser Erkrankung ist anstrengend und erfordert einen hohen personellen Aufwand. Dr.-Ing. Grzegorz Śliwiński (TU Dresden) und Michael Werner (Fraunhofer IWU Dresden, ebenfalls Projektleiter des IGF-Projekts EFORMIN der F.O.M., 19307 BR) haben jetzt dafür gesorgt, dass die jungen Patienten es in Zukunft leichter haben werden. Im Rahmen des IGF-Projekts konnten die beiden Wissenschaftler ein kindgerechtes Therapiegerät und eine Simulationsplattform für die Skoliosebehandlung entwickeln. Damit soll nicht nur die Therapie vereinfacht, sondern auch das Gesundheitswesen entlastet werden.

Wir gratulieren den Finalisten und insbesondere den Preisträgern zu dieser großartigen Anerkennung ihrer Leistungen.

Presseinformation des BMWi
Dreiminütiger Film zum IGF-Projekt Opti-Bond

05.11.2018

Ultrahard optical diamond coatings

Transparente Beschichtungen zum Kratzschutz bestimmen oft die Einsetzbarkeit und die Lebensdauer optischer Bauteile und werden in vielen Branchen mit Antireflex- (AR-) oder hochreflektierenden (HR-) Schichten kombiniert. Heutige Lösungen sind jedoch stark anfällig für Verschleiß, optische Eintrübungen durch Abrieb oder haben eine niedrige laserinduzierte Zerstörschwelle.

In dem internationalen Projektvorhaben "Ultrahard optical diamond coatings" (ULTRAHARD) sollen diese Limitationen beseitigt werden: Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST Braunschweig wollen zusammen mit einem belgischen (Hasselt University, Faculty of Sciences) und einem tschechischen Partner (Czech Academy of Sciences, Institute of Physics) eine ultraresistente AR- und HR-Oberfläche mithilfe transparenter nanokristalliner Diamantschichten entwickeln. Dazu sollen Substratreinigung und -bekeimung angepasst und mehrere Beschichtungsverfahren untersucht und optimiert werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird von der Forchungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.) aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), Förderlinie Collective Research Networking (CORNET), beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

25.10.2018

Entwicklung von neuartigen, schweißbaren Metall-Keramik-Werkstoffverbundlösungen

Eine stoffschlüssige Verbindung von Metallen und Keramik ist aufgrund unterschiedlicher chemischer Bindung und stark unterschiedlicher Schmelzpunkte und thermischer Ausdehnungskoeffizienten über drucklose Co-Sinterung schwierig zu realisieren.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS Dresden, des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM Dresden und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz wollen in dem Projektvorhaben "Entwicklung neuartiger, schweißbarer Metall-Keramik-Werkstoff-verbundlösungen durch textile Ankerstrukturen" (AnchorTex) neuartige Keramik-Metall-Verbundbauteile erstellen, deren Fügepartner sich mechanisch belastbar miteinander kombinieren lassen. Die Verbundbildung soll über metallische textile Ankerstrukturen bewerkstelligt werden, die in der keramischen Komponente eingebettet und anschließend mit einer weiteren metallischen Phase durchdrungen werden. Auf Basis der Projektergebnisse sollen Demonstratorbauteile aus dem Technologiefeld Medizintechnik z. B. Isoliereinsätze für ein Resektoskop bzw. ein Videoskop entwickelt werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 680 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.10.2018

Forschung zu Hybridfertigung optischer Oberflächen bewilligt

Das IGF-Projekt "Hybridfertigung optischer Oberflächen" (HyoptO; 20308 N) hat eine Bewilligung für einen Start zum 01.11.2018 erhalten und wird mit einer Fördersumme von insgesamt 434.510,00 EUR vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Steigende Ansprüche an Form, Rauheit und optische Sauberkeit optischer Komponenten führen bei konventionellen Schleif- und Polierverfahren zu Prozessketten mit immer feineren Abstufungen der Bearbeitungsschritte und folglich zu immer längeren Bearbeitungszeiten. Die Wissenschaftler der TH Deggendorf, Institut für Präzisionsbearbeitung und Hochfrequenztechnik, und dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT Aachen zielen darauf ab, durch die Verknüpfung konventioneller Verfahren mit laserbasierten Prozessschritten die geforderten Qualitäten in deutlich verkürzten Bearbeitungszeiten zu erreichen. Hierzu werden Fraunhofer ILT und THD die geeigneten Schnittstellen der zu kombinierenden Verfahrenstechniken ermitteln und die Bearbeitungsparameter optimieren.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Ausschuss (PA) von 12 Unternehmen (davon sechs KMU) sowie von dem Industrieverband SPECTARIS unterstützt. Zusätzlich stellen die PA-Mitglieder freiwillig vorhabenbezogene Aufwendungen der Wirtschaft in Höhe von insgesamt 113.800,00 EUR dem Projekt zur Verfügung.

Die PA-Mitglieder werden zeitnah von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite

12.10.2018

Trends beschleunigen durch themenoffene Transferprojekte

Die F.O.M.-Konferenz 2018 präsentiert Trendsetter, Trendverstärker und Trendbeschleuniger für die Schlüsseltechnologien der Feinmechanik, Optik und Photonik sowie für die wichtigen Anwendungsfelder Analysen-, Bio-, Labor- und Medizintechnik. Tauschen Sie sich zu Innovationsideen und Forschungsergebnissen mit Unternehmensentscheidern, FuE-Leitern und Innovationsmanagern sowie den innovationsorientiert forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unseres Netzwerks aus.

Seien Sie dabei!

TERMIN:
7. November 2018, für Mitglieder ab 10:00 Uhr, ansonsten ab 12:00 Uhr

Im Anschluss findet ein Transfer zur AiF-Imageveranstaltung statt, wo der "Otto von Guericke"-Preis für das IGF-Projekt des Jahres verliehen wird. Mit dabei: Das F.O.M.-Projekt Opti-Bond ist in der Finalrunde.

Konferenzseite

01.10.2018

IGF-Erfolgsnoten

Die F.O.M. hat ein neues Instrument entwickelt, um die Projektergebnisse abgeschlossener IGF-Projekte der F.O.M. in die Industrie und Öffentlichkeit zu tragen – die IGF-Erfolgsnoten. In einem kurzen zweiseitigen Ergebnisflyer werden in Kürze die Herausforderung, die Innovationsidee, die wichtigsten Ergebnisse sowie die Verwertung erläutert.

Die Erfolgsnoten werden für alle abgeschlossenen Projekte erstellt, die in 2015 oder später abgeschlossen wurden. Die Erfolgsnoten der folgenden, abgeschlossenen IGF-Projekte wurden bereits erstellt, freigegeben und auf den entsprechenden Projektseiten unserer Homepage zum Download zur Verfügung gestellt:

  • "Adaptive Phasenkontrastmikroskopie zur Eliminierung des Randeffektes in Mikrotiterplatten" (APERITIf; 19083 N)
  • "Sub-Wellenlängenstrukturen für die Generierung zylindrischer Polarisationszustände" (SubWell; 18728 N)
  • "Integriert-Optische Module durch neue Bondtechnologien" (Opti-Bond; 18360 BR)
  • "Weiterentwicklung einer laserbasierten Technologie für die Herstellung von Sub-Mikrostrukturen auf Metallwerkzeugen" (LAMETA; 18359 BR)
  • "Mitochondriales Monitoring von Stoffwechseländerungen bei neurologischen Erkrankungen mittels optischer Systeme" (Mitoskopie; 18239 N)
  • "Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" (Licht als Werkzeug; 17957 N)
27.09.2018

Multiplizierter Transfer zur Steigerung Ihrer Innovationskraft

Unter dem Dach der "Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen" (AiF) bedienen neben der F.O.M. noch 99 weitere Forschungsvereinigungen die unterschiedlichen Branchen, Technologie- und Anwendungsfelder der deutschen Industrie. Die meisten sind interdisziplinär aufgestellt und es gibt zahlreiche Überschneidungen der Herausforderungen, derer sich die Forschungsvereinigungen annehmen. Etwa 10 % der AiF-Forschungsvereinigungen führen zumindest immer wieder einmal IGF-Projekte mit Medizintechnikbezug durch. Sie forschen an Themen der Sensorik und Aktorik, Diagnostik, Digital Health, Materialentwicklungen für die medizinische Therapie, Tissue Engineering u. s. w.

Die Vielgliedrigkeit der AiF erschwert allerdings Unternehmen, alle für sie interessanten Medizintechnik-betreffenden IGF-Machbarkeitsstudien der AiF und zugehörige Veranstaltungen zu finden und im Auge zu behalten. Aus diesem Grunde haben sich nun sieben AiF-Forschungsvereinigungen zusammengeschlossen, die in der Medizintechnikforschung besonders aktiv sind, und im September 2018 unter federführender Mitwirkung der F.O.M. die "AiF-Forschungsallianz Medizintechnik" (FAM) gegründet. Gründungsmitglieder sind die AiF und die tragenden Forschungsvereinigungen 1) DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie, 2) Forschungskuratorium Textil, 3) Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.), 4) Forschungsvereinigung Kunststoff-Zentrum FSKZ, 5) Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung, 6) Vereinigung zur Förderung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen und 7) Verein zur Förderung des Forschungsinstitutes für Leder und Kunststoffbahnen (FILK) Freiberg/Sachsen.

Zweck
Die Gründung der Allianz bezweckt die Optimierung einer möglichst effektiven Verwertung der für die Medizintechnik und die Gesundheitswirtschaft eingesetzten IGF-Fördermittel durch Nutzung der Synergien zwischen den FAM-Trägervereinigungen. Diesen Zweck verfolgt die FAM durch

  1. die Schaffung von Transparenz und die proaktive Informierung bezüglich Medizintechnik-relevanter Projekt- und Veranstaltungsaktivitäten der FAM-Trägervereinigungen untereinander,
  2. die Kooperation der FAM-Trägervereinigungen im Rahmen gemeinsamer Aktivitäten,
  3. die gemeinsame Vertretung der FAM im Außenverhältnis, beispielsweise gegenüber der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und/oder bei Kooperationen mit externen Organisationen sowie
  4. die Sichtbarmachung von Kompetenzen im Technologiefeld Medizintechnik und in der Gesundheitswirtschaft im Netzwerk der AiF und gegenüber Dritten.

Ziele
Aus dem Allianzzweck ergeben sich unter anderem die folgenden Ziele:

  1. Hohe Sichtbarkeit der gesamten IGF-geförderten AiF-Forschung im Bereich Medizintechnik,
  2. Hohe Sichtbarkeit der im Bereich Medizintechnik tätigen, IGF-Antrags-berechtigten Forschungsvereinigungen einschließlich ihrer Forschungsschwerpunkte,
  3. Informierung über geplante IGF-Vorhaben und laufende IGF-Projekte sowie Transfer der Forschungsergebnisse von IGF-Projekten der FAM-Trägervereinigungen,
  4. Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen der FAM-Trägervereinigungen zum offenen fachlichen Austausch untereinander und mit Externen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kliniken,
  5. konzertiertes forschungspolitisches Wirken zur Erschließung zusätzlicher Fördermittel für die IGF, für vorwettbewerbliche Forschung im Sinne der IGF im Bereich Medizintechnik sowie für Transfer-Aktivitäten der FAM-Trägervereinigungen, beispielsweise gemeinsame Konferenzen oder Workshops,
  6. Aufbau und Unterhaltung eines gemeinsamen Netzwerkes, bestehend aus im Bereich Medizintechnik forschenden wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen relevanter Wirtschaftszweige.

Erweiterung der Forschungsthemen – ein Angebot an Sie!
"Mithilfe der FAM", so äußert Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., seine Erwartung, "werden wir der Medizintechnik-Branche eine noch größere Anzahl und vielseitigere innovationsrelevante Forschungsprojekte vorstellen können, bei denen die Unternehmen eingeladen sind, sich bei Interesse einzubringen und vom direkten Technologietransfer zu profitieren." So verdeutlicht schon eine kleine beispielhafte Auswahl an zur Zeit laufenden IGF-Projekten die Weite der von den FAM-Forschungsvereinigungen abgedeckten IGF-Forschungsthemen: "Entwicklung einer Aluminium- und Vanadium-freien Titanlegierung auf Basis technisch reinen Titans für den Einsatz in der Osteosynthese und Implantattechnik" (DECHEMA), "Entwicklung textilbasierter, phasengerecht zeitlich-definierter Wirkstoffabgabesysteme für die Therapie chronischer Wunden" (Forschungskuratorium Textil), "Strukturierte Beleuchtung und hyperspektrale Bildgebung als neuartiger Ansatz zur Tumorerkennung in der Dermatologie" (F.O.M.), "Universelle Mediatorsonden Plattform mit elektrochemischer Detektion zur mobilen Point of Care DNA-Diagnostik" (Hahn-Schickard) und "Antimikrobielle Ausrüstung von Folien und Vliesen auf PET-Basis mittels Aerosol-Plasmatechnologie" (FILK).

Über die weitere Entwicklung und das entstehende Dienstleistungsangebot der FAM werden wir Sie informieren.

27.09.2018

Fortgeschrittene kontinuierliche Aerosolmessung mittels Raman-Spektroskopie

Die Kombination von Raman-Spektroskopie und Aerosolmesstechnik ermöglicht kontinuierliche quantitative und qualitative Messungen von festen oder flüssigen Schwebeteilchen in Gasen. Sie kann jedoch bisher nicht von der Industrie evaluiert oder genutzt werden, da keine Anwendungs-spezifischen Messgeräte existieren. 

Wissenschaftler des Lehrstuhls der Laseranwendungstechnik der Ruhr-Universität Bochum, wollen in dem Projektvorhaben "Fortgeschrittene kontinuierliche Aerosolmessung mittels Raman-Spektroskopie" (RAeMon) die Raman-Spektroskopie für die Aerosolmessung in der Industrie, durch Servicedienstleister und im Umweltmonitoring erschließen. Dazu sollen Lösungen für ein kontinuierliches Sampling, flächenoptimierte Streulicht-sammlung, Messprozesssteuerung und Datenauswertung erarbeitet und abgestimmt werden.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 250 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

26.09.2018

Zentrierbearbeitung miniaturisierter optischer Komponenten mit Hartmetall-Werkzeugen und Kurzpulslasern

Bei der Montage miniaturisierter optischer Systeme erfordern optische und mechanische Anforderungen eine präzise Platzierung von Linsen und anderen optischen Komponenten. 

Wissenschaftler des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF und der Friedrich-Schiller-Universität, Institut für Angewandte Physik, beide in Jena, wollen in dem Projektvorhaben "Zentrierbearbeitung miniaturisierter optischer Komponenten mit Hartmetall-Werkzeugen und Kurzpulslasern" (OptiZent) die einfache und mit Hilfe passiver Justage genaue Fixierung von Komponenten in komplexen, miniaturisierten Baugruppen ermöglichen. Mit Hartmetallwerkzeugen oder berührungsfrei mit Kurzpulslasern sollen in schwer spanbaren metallischen oder glasbasierten Werkstoffen Fassungsmaterialien bearbeitet oder die Fassungsgeometrie direkt in der optischen Komponente erzeugt werden. 

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 500 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.09.2018

Entwicklung eines biokompatiblen Klebstoffes zum Kleben von Knochen

Bei der Repositionierung von Knochenfragmenten sind Implantate oft nur unzureichend an individuelle Frakturen anpassbar, erfordern oft die problematische Fixierung kleiner Fragmente und sind oft nach der Heilung operativ zu entfernen.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Göttingen und des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM Bremen wollen in dem Projektvorhaben "Entwicklung eines biokompatiblen Klebstoffes zum Kleben von Knochen" (KliCk) einen Klebstoff entwickeln und testen, der Fragmente belastbar fixiert und sich in die Knochenstruktur integriert oder abbaut. Hierfür werden bioresorbierbare Klebstoffe und Zusatzstoffe analysiert und kombiniert, um Stabilisierungs- und Heilungseigenschaften zu optimieren. Eine Optimierung der Knochenvorbehandlung soll die Haftung unter realen Bedingungen verbessern.

Der Projektantrag soll im Frühjahr 2019 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Herbst 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 500 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

19.09.2018

"Innovationspolitische Eckpunkte aus 2017 nach wie vor gültig!"

Am 17. September 2018 kamen im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mehr als 300 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um sich zum erfolgreichen Transfer durch Wissensvernetzung im Rahmen des BMWi-Förderprogramms "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) auszutauschen. Damit folgten sie der Einladung des Bundeswirtschaftsministers, Peter Altmaier, der allen Akteuren der vorwettbewerblichen Innovationsforschung in Deutschland dankte und die Bedeutung der IGF als Technologie-Trendsetter und -Trendbeschleuniger hervorhob.

Altmaier machte nach seiner Begrüßungsrede auf Anfrage deutlich, dass das Bundeswirtschaftsministerium zu den am 18. April 2017 veröffentlichten "Innovationspolitischen Eckpunkten" steht. Diese hätten "total viel Bedeutung. Sie sind nach wie vor gültig.", so Altmaier. In den Eckpunkten legt das Bundesministerium fest, mit welchen Maßnahmen mehr Innovationen erzielt und vorhandene Innovationspotenziale besser erschlossen werden sollen. Dort heißt es: "Wir wollen das bewährte Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) stufenweise auf mindestens 700 Mio. Euro p. a., die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf mind. 200 Mio. € p. a. und das Innovationsprogramm für die strukturschwachen Regionen INNOKOM auf mind. 90 Mio. € p. a. erhöhen." Zuletzt waren Zweifel am Willen zur Umsetzung dieses Vorhabens aufgekommen, da der Regierungsentwurf für den Haushalt 2019 des BMWi vom 06.07.2018 für die IGF sogar eine Budget-Kürzung, von aktuell ca. 169 Mio. € p. a. auf ca. 163 Mio. € p. a., vorsieht. In den letzten zehn Jahren ist das IGF-Budget im Durchschnitt jährlich um 3,6 % angewachsen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, der sich vor seinem Vortrag auch die Projektsteckbriefe und die IGF-Erfolgsnoten der F.O.M. genau ansah, erklärte im Anschluss, dass die vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung der IGF und das Kartellrecht in keiner Weise im Widerspruch zueinander stehen. Die Beteiligung von Industrieunternehmen in den projektbegleitenden Ausschüssen der IGF-Machbarkeitsstudien seien nicht nur mit dem Kartellrecht sehr gut vereinbar, sondern mit Blick auf die zu erzielende Stärkung der deutschen Innovationskraft ausdrücklich erwünscht. Erst durch den Eintritt in die anschließende wettbewerbliche Phase der Innovationsschöpfung könne ein intensiver Austausch zwischen potentiellen Wettbewerbern kartellrechtlich bedenklich werden.

Stefan Schnorr, Abteilungsleiter für Digital- und Innovationspolitik im BMWi, unterstrich in seinem Grußwort die besondere Effektivität der IGF-Forschung, die sich aus der Programm-immanenten Vernetzung zwischen Wissenschaft und Industrie ergibt. Die IGF sei gelebter Transfer. Die Budget-Entwicklung wird daher auch zukünftig durch Aufwüchse gekennzeichnet sein, wenngleich dies auch nicht in jedem Jahr gelingen mag. 

Zu den Veranstaltungs-Highlights zählten auch fünf kurze Einblicke in die konkrete IGF-Praxis: Fünf Unternehmer stellten den wirtschaftlichen Nutzen aus der IGF-Forschung vor, unter ihnen der Zahnarzt und IGF-Projektideengeber Dr. Rolf Winnen. Winnen stellte das zum 1. September 2018 gestartete IGF-Projekt "Osseodisintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden" (ODIN) vor, welches von der F.O.M. mit zwei Aachener Forschungseinrichtungen betrieben wird.

Die sich in der Gründung befindlichen AiF-Forschungsallianz Medizintechnik (FAM) präsentierte sich erstmals mit einem gemeinsamen Stand und zeigte Demonstratoren aus den verschiedenen Medizintechnik-Themenbereichen ihrer beteiligten Forschungsvereinigungen.

 

17.09.2018

F&I-Unterstützung für SPECTARIS-Unternehmen

Auf der diesjährigen SPECTARIS-Mitgliederversammlung am 13. September 2018 in Berlin war die F.O.M. wieder mit einem Stand vertreten, um die zahlreichen laufenden Projekte sowie geplante Forschungsvorhaben aus den Bereichen Diagnostik, Medizintechnik, Messtechnik, Funktionalisierung von Oberflächen und Präzisionsmechanik den interessierten Unternehmen der Branche zu präsentieren.

Aktuell arbeitet die F.O.M. an 33 geförderten Projekten und Projektanträgen. In 2018 wurden bereits 13 Projektideen aufgegriffen, sieben Förderanträge für Projektvorhaben bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) eingereicht und drei Projekte gingen in diesem Jahr bis jetzt an den Start. Im Rahmen des BMWi-Förderprogramms der Industriellen Gemeinschaftsforschung konnten so in 2018 1,23 Millionen Euro Fördermittel für Forschungskosten weitergegeben werden. Die in den Forschungsprojekten der F.O.M. erarbeiteten Zwischenergebnisse und Ergebnisse werden in diesem Jahr bis jetzt 146, bis zum Jahresende voraussichtlich 175 Unternehmen zugeleitet, die sich in den projektbegleitenden Ausschüssen engagieren.

13.09.2018

Resonator-interner Polarisationskonverter entwickelt

Das IGF-Projekt "Sub-Wellenlängenstrukturen für die Generierung zylindrischer Polarisationszustände" (SubWell; 18728 N) der Universität Stuttgart, Institut für Strahlwerkzeuge IFSW und Institut für Technische Optik ITO, wurde am 31.03.2018 erfolgreich abgeschlossen. Unter der Leitung von Dr. Marwan Abdou-Ahmed (IFSW) und Christof Pruss (ITO) gelang es, die Vorteile der Laserbearbeitung mit angepassten Resonator-internen Polarisationskomponenten für eine breite Anwendung zu erschließen.

Die Entwicklung eines Resonator-externen Polarisationskonverters wird Ziel eines derzeit geplanten Folgeprojektes sein.

Die Ergebnisse des Projekts SubWell werden auf der F.O.M.-Konferenz 2018 am 7. November 2018 in Berlin vorgestellt werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf der SubWell-Projektseite.

30.08.2018

Bundeskabinett beschließt Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen

Heute hat das Bundeskabinett beschlossen, eine Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen zu gründen. Sie soll Innovationsakteuren die finanziellen Mittel und Freiräume eröffnen, um bahnbrechende Ideen in die Anwendung zu überführen.

Die Agentur verfolgt einen personenzentrierten Ansatz. Sie setzt auf hochkompetente und kreative Innovationsmanagerinnen und -manager, die zeitlich befristet in der Agentur tätig sind und besondere Handlungsfreiräume genießen. Sie können Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Sprunginnovationspotential von der Idee möglichst bis hin zur Anwendung auswählen, steuern und – je nach Projektverlauf – beenden oder fortsetzen. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzen die Vorhaben um. Geförderte Ideen werden über Ausgründungen, durch Unternehmen oder auch durch den Staat selbst, im Rahmen der öffentlichen Beschaffung verwertet und in den Markt eingeführt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie haben die Kabinettvorlage gemeinsam eingebracht.

Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung mit den Kommentaren von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundes-wirtschaftsminister Peter Altmaier.

09.08.2018

Forschung zur Osseodisintegration enossaler Implantate bewilligt

Wie geplant kann das IGF-Projekt "Osseodisintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden"; (ODIN; 20302 N) am 01.09.2018 starten und wird mit einer Fördersumme von insgesamt 492.760,00 EUR vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

In dem Projekt ODIN der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Wärme- und Stoffübertragung und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, soll ein Verfahren zur gewebeschonenden, intentionellen Osseodisintegration von Implantaten entwickelt werden. Hierzu soll ein kontrollierter, thermischer Impuls möglichst homogen an der Verbindungsfläche Implantat/Knochen generiert werden, um die Osseointegration zu lösen. Die Prozessführung soll datenbankgestützt für verschiedene Implantattypen erfolgen. Als Wärmequelle werden medizintechnische Laser, HF-Geräte, Wärmesonden und Perfusionsgeräte erprobt.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Ausschuss (PA) von 15 Unternehmen (davon acht KMU) sowie von dem Idustrieverband SPECTARIS und einer Klinik für Unfallchirurgie unterstützt. Zusätzlich stellen die PA-Mitglieder freiwillig vorhabenbezogene Aufwendungen der Wirtschaft in Höhe von insgesamt 127.687,00 EUR dem Projekt zur Verfügung. 

Die PA-Mitglieder werden zeitnah von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite

16.07.2018

Kannibalisiert steuerliche Forschungsförderung nun doch die Projektförderung?

Am 6. Juli 2018 verabschiedete die Bundesregierung den Haushaltsplan 2019. Während noch vor einem Jahr im entsprechenden Haushaltsplan 2018 für die "Industrieforschung für Unternehmen" 246 Mio. Euro vorgesehen waren (siehe Anlage zur Drucksache 18/13000), sollen für denselben Titel in 2019 nur 238 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Speziell für die Industrielle Gemeinschaftsforschung, einem der effektivsten Innovationsförderinstrumenten des Bundeswirtschaftsministeriums, soll der Zuwendungs-Etat von 169 Mio. Euro auf weniger als 164 Mio. Euro gekürzt werden.

Die interessante Frage ist, "Warum?", wurde doch im Bundestag gerade erst vor einem Jahr, am 21.03.2017, auf Antrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD beschlossen, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel "durch fachpolitische Schwerpunktsetzung mittelfristig eine Erhöhung der Mittel für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 700 Millionen Euro, für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) auf 200 Millionen Euro und für die Forschungsförderung von Technologievorhaben der zivilen Luftfahrt (Luftfahrtforschungsprogramm) auf 180 Millionen Euro vorzunehmen sowie die Fach- und Querschnittsprogramme gleichermaßen aufzustocken, um eine vergleichbare Steigerung der KMU-Beteiligung in diesen Maßnahmen zu ermöglichen".

Kündigt sich hier die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung an? Zwar wurde stets von Industrie und Verbänden betont, dass die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung nicht zu Lasten des dringend benötigten Aufwuchses bei der innovationsorientierten Projektförderung gehen dürfe, doch scheint sich hier widerzuspiegeln, dass eine KMU-nützliche steuerliche Forschungsförderung kaum für unter 5 Milliarden Euro zu haben ist - und die wollen erst einmal gegenfinanziert werden.

Vorsicht, liebe Bundesregierung, wenn Sie an diesem Ast weitersägen, unterbrechen Sie die Nährstoffzufuhr für die vielen Früchte und Blätter unserer Wirtschaft. Da hilft dann auch die Gießkanne nicht mehr.

 

28.06.2018

Auch für KMU spürbare Innovationsimpulse durch steuerl. Forschungsförderung

Deutschlands ausgefeiltes System der BMWi-Projektförderung industrieorientierter Forschung hat unsere Volkswirtschaft dorthin gebracht, wo sie heute ist: In sämtlichen internationalen, sogar globalen Vergleichen der Innovationsstärke landet Deutschland auf den Spitzenplätzen, meist auf einem der Ränge 2 bis 6.

Die Internationalisierung und aktuelle, teilweise fast dramatische Umbrüche in den Bereichen Produktion und Anwendungsentwicklung im Zuge der Digitalisierung führen jedoch zu einem steigenden Wettbewerbsdruck. Andere Staaten begegnen dem und der allgemeinen, international festgestellten Verlangsamung des Produktivitätswachstums mit verstärkter FuE-Förderung, und zwar sowohl mithilfe direkter (= Projekt-) als auch indirekter (= steuerlicher) Forschungsförderung.

Die soll nun auch in Deutschland kommen, fordert der Koalitionsvertrag. Doch brauchen wir sie wirklich? Wie verhindert man, dass die steuerliche Forschungsförderung nur zur ansonsten wirkungsarmen Ausgabenfalle wird? Welche Förderparameter dienen einer optimierten Adressierung der folgenden Spannungsfelder?

(1) Einfacher, schneller Fördermittelzugang ↔ Planungssicherheit ↔ Prüfbarkeit der Anrechenbarkeit von FuE-Aufwendungen

(2) Handlungsfreiheit bezüglich disruptiver oder inkrementeller Innovationsaktivitäten ↔ Hervorrufung möglichst vieler Sprunginnovationen

(3) Verstärkte Förderung von KMU ↔ Förderung von KMU und größeren Unternehmen

Beraten durch die F.O.M. entwickelt SPECTARIS, der deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien, ein Konzept mit Lösungsansätzen zu den genannten Spannungsfeldern. Das resultierende Positionspapier wird bis Ende Juli an die Bundespolitik übergeben.

28.06.2018

Erfolgreiche Entwicklung neuer Bondverfahren - Ergebnisse des IGF-Projekts Opti-Bond

Das IGF-Projekt "Integriert-Optische Module durch neue Bondtechnologien" (Opti-Bond; 18360 BR) des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena und des Instituts für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde am 30.11.2017 erfolgreich abgeschlossen. Unter der Leitung von Dr. Ramona Eberhardt (Fraunhofer IOF Jena) und Prof. Dr. Stefan Nolte (IAP FSU Jena) konnte das Projektziel - die Entwicklung neuer Bondverfahren für unterschiedliche Materialien und für ein breites Bauteilspektrum, die hohe optische Transmission auch zwischen gekrümmten Oberflächen bei hohen Temperaturen erlauben - erreicht werden. Für diese herausragenden Leistungen der Wissenschaftller wurde das IGF-Projekt Opti-Bond als eines der drei aussichtsreichsten Projekte für die Endauswahl zum IGF-Projekt des Jahres 2018 ausgewählt. Die finale Entscheidungsrunde findet im Anschluss an die F.O.M.-Konferenz 2018 am 7. November 2018 in Berlin statt.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf der Projektseite.

20.06.2018

Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie auf Traumaimplantaten befürwortet

Der Projektantrag "Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" (LightTraum) des Fraunhofer IFAM Bremen wurde mit guten 33 Punkten (von 40) von den Gutachtern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung soll mit ca. 250.00,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert werden und kann voraussichtlich Anfang 2019 starten.

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen verbleiben Implantate oft nur temporär im Körper. Ihre Entnahme wird jedoch aufgrund des Bewuchses durch z. B. Knochenzellen erschwert. Eine starke Zelladhäsion ist Ursache hoher OP-Risiken und Versorgungskosten. Die effektive Reduktion der Zellhaftung durch LightPLAS-Beschichtung des Implantats wurde demonstriert. Projektziel ist, verbleibende Nutzungshürden durch Erhöhung der Prozesssicherheit abzubauen. Dazu wird die Effektivität bei weiteren Zelltypen und Implantatmaterialien untersucht, die statistische Evaluierung erweitert und eine konkrete Prozesstechnik erarbeitet.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss (PA) mit zehn Unternehmen (darunter acht KMU), einer Klinik und SPECTARIS, dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V. unterstützt.

Möchten Sie das Projekt durch Ihre Teilnahme am Projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief LightTraum

12.06.2018

Forschung zur Hybridfertigung optischer Oberflächen befürwortet

Der Projektantrag "Hybridfertigung optischer Oberflächen" (HyoptO) der TH Deggendorf und des Fraunhofer ILT Aachen wurde mit guten 32 Punkten (von 40) von den Gutachtern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung soll mit ca. 400.00,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert werden und kann voraussichtlich im Herbst/Winter 2018 starten.

Steigende Ansprüche an Form, Rauheit und optische Sauberkeit optischer Komponenten führen bei konventionellen Schleif- und Polierverfahren zu Prozessketten mit immer feineren Abstufungen der Bearbeitungsschritte und folglich zu immer längeren Bearbeitungszeiten. Ziel von HyoptO ist, durch die Verknüpfung konventioneller Verfahren mit laserbasierten Prozessschritten die geforderten Qualitäten in deutlich verkürzten Bearbeitungszeiten zu erreichen. Hierzu werden Fraunhofer ILT und THD die geeigneten Schnittstellen der zu kombinierenden Verfahrenstechniken ermitteln und die Bearbeitungsparameter optimieren.

Die Gutachter lobten die wirtschaftliche Relevanz des Projektvorhabens: "Dieses Verfahren erscheint hoch interessant für die Weiterentwicklung der Technologie der Herstellung optischer Linsen. Die mögliche Steigerung der Produktivität ist beeindruckend. Der potenzielle Nutzerkreis ist riesig."

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss (PA) mit 12 Unternehmen (darunter sechs KMU) und SPECTARIS, dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V. unterstützt.

Möchten Sie das Projekt durch Ihre Teilnahme am Projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief HyoptO

08.06.2018

Wirtschaftsminister Altmaier auf dem Innovationstag Mittelstand

Am 07.06.2018 veranstaltete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den 10. Innovationstag Mittelstand. Funktionsträger des BMWi und 27 Mitglieder des Deutschen Bundestags konnten sich vom erfolgreichen, Programm-immanenten Technologietransfer in den BMWi-geförderten Innovationsprogrammen überzeugen. Ergebnisse von 200 meist zweijährigen, innovationsorientierten Forschungsprojekten wurden den etwa 1.800 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit vorgeführt.

300 Unternehmen, Forschungsinstitute und -vereinigungen stellten 200 neue innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen vor. Sie entstammen der transdisziplinären Zusammenarbeit in Projekten des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) und des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ließ sich einige der Innovationen bei einem Rundgang demonstrieren. In einer Ansprache bedankte er sich bei den Wissenschaftlern und den innovationsaktiven Unternehmen für ihren unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der deutschen Marktwirtschaft. "Damit tragen Sie zum Wohlstand in unserer Gesellschaft und zur Stabilität unseres Landes bei," so Altmaier. 

Unter den Ausstellern befanden sich auch zahlreiche der 100 Forschungsvereinigungen der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) - darunter die F.O.M. Als eine von wenigen Forschungsvereinigungen präsentierte sie die Ergebnisse von gleich drei Projekten:

Im Projekt "TWI-Stitch" präsentierten Gerald Fütterer und Alexander Haberl vom Labor Optical Engineering der TH Deggendorf und Antonia Harsch vom Institut für Technische Optik der U. Stuttgart ein Verfahren zur hochpräzisen Vermessung asphärischer Großoptiken - eine Grundvoraussetzung für die weitere Qualitätssteigerung lichtstarker Optiksysteme, z. B. für die Fernerkundung oder die Weltraumforschung.

Im Projekt "EVAPORE" entwickelten Anna-Karoline Rüsseler vom LZH Hannover und Philipp Schulz vom Fraunhofer IST Braunschweig ein Verfahren zur Abbildung und Quantifizierung von Mikropartikeln auf optischen Bauelementen, die häufig im Laufe von Beschichtungsprozessketten auftreten, sowie zur Modellierung der Partikelpfade. Die Ergebnisse stellen entscheidende Schritte bei der Vermeidung solcher Defekte dar und sollen dazu beitragen, die Qualität und die Zerstörfestigkeit von Präzisionsoptiken zu erhöhen.

Im Projekt "APERITIf" vergrößerte Tobias Piotrowski vom Fraunhofer IPT Aachen erheblich die auswertbare Fläche von Zellproben in Mikrotiterplatten, die mit der Phasenkontrastmikroskopie untersucht werden sollen - durch eine automatische optische Kompensation auf Basis von Algorithmen und adaptiver optischer Elemente.

Die drei Projekte der fünf Forschungseinrichtungen wurden von 36 Industrieunternehmen begleitet - darunter 23 KMU! - und vom BMWi mit insgesamt 1,04 Millionen Euro gefördert.

 

22.05.2018

Flexibler UV Sensor zum inline-Test von UV-Härtereinrichtungen

Bei Verpackungen, Consumer Elektronik oder Automobillacken sorgen UV-gehärtete Lacke durch ihre Chemikalien- und Kratzunempfindlichkeit für langlebige und wertstabile Produkte. Um reproduzierbare Erzeugnisse herstellen zu können, muss die konstante Leistungsabgabe der zur Härtung eingesetzten UV-Quellen gewährleistet werden. Durch Alterung oder Defekte der UV-Lampen kann es zu Produktionsausfällen oder fehlerhaften Chargen kommen. Vorzeitige Wechsel der Quellen verursachen dagegen zusätzliche Kosten.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI, Goslar und des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM Bremen wollen in dem Projektvorhaben "Flexibler UV Sensor zum inline-Test von UV-Härtereinrichtungen" (flexUV) einen flexiblen und kabellosen Sensor entwickeln, der in der Lage ist, die Strahlendosis einer UV-Quelle spektral aufgelöst aufzuzeichnen und kabellos an eine Auswerteeinheit zu übermitteln. Ziel ist es, den Verschleißzustand der UV-Quelle zu erfassen, um den optimalen Wechselzeitpunkt der UV-Quelle festzulegen.

Der Projektantrag soll im Herbst 2018 zur Begutachtung eingereicht werden und das Projekt im Frühjahr 2019 starten. Eine Fördersumme in Höhe von ca. 500 T Euro wird aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

18.05.2018

Forschung zur Osseodisintegration enossaler Implantate befürwortet!

Der Projektantrag "Osseodisintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden" (ODIN) der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Wärme- und Stoffübertragung zusammen mit der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wurde mit sehr guten 36 Punkten (von 40) von den Gutachtern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung soll mit 497.680,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert werden.

Das Projekt kann somit voraussichtlich im Spätsommer 2018 starten.

Implantate können im menschlichen Knochen irreversibel festwachsen (Osseointegration). Zur Entfernung sind die Implantate herauszufräsen, was erhebliche Knochendefekte verursacht. Ziel dieses Projekts ist eine gewebeschonende, intentionelle Osseodisintegration. Hierzu soll ein kontrollierter, thermischer Impuls möglichst homogen an der Verbindungsfläche Implantat/Knochen generiert werden, um die Osseointegration zu lösen. Die Prozessführung soll datenbankgestützt für verschiedene Implantattypen erfolgen. Als Wärmequelle werden medizintechnische Laser, HF-Geräte, Wärmesonden und Perfusionsgeräte erprobt.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss (PA) mit 14 Unternehmen (darunter acht KMU), einer weiteren Klinik und Akademie und SPECTARIS, dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V. unterstützt. SPECTARIS wird zudem als Dissemination Partner zur Verfügung stehen.

Möchten Sie das Projekt durch Ihre Teilnahme am Projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

17.05.2018

Fraunhofer-Preise honorieren Arbeiten in F.O.M.-Technologiefeldern

Auf der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft am 15. und 16.05.2018 wurden herausragende wissenschaftliche Leistungen von drei Forschergruppen, die anwendungsnahe Probleme lösten, und ein exzellentes Verbundprojekt der angewandten Forschung ausgezeichnet. Drei von vier verliehenen Preisen honorieren Arbeiten, die in den von der F.O.M. begleiteten Technologiefeldern, Feinmechanik, Optik, Photonik und Medizintechnik geleistet wurden. Dies verdeutlicht die immense Bedeutung dieser Technologien für sehr viele Industrie- und Lebensbereiche.

„Neuer Optikstandard: freiformoptische Systeme“: Da die Optik bisher auf sphärische und asphärische Formen begrenzt war, ist die Entwicklung von gleichmäßig geformten rotationssymmetrischen Optiken und Linsen ziemlich ausgereizt und es wird zunehmend aufwendiger, neue Funktionen und Anwendungen zu realisieren. Das Team um Dr. Ramona Eberhardt vom Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena, entwickelte die komplexe Technik optischer Freiformsysteme in enger Zusammenarbeit mit einem Industrieverbund weiter. Als Folge lässt sich heute ein ganzes Linsensystem durch ein einziges optisches Bauteil ersetzen, wodurch sich extrem kompakte Bauweisen für optische Systeme realisieren lassen. Das öffnet den Zugang zu neuen Anwendungsfeldern. Die innovative Technologie wurde von der Erbringung des Machbarkeitsnachweises bis zur Marktreife entwickelt und wird in einigen Produkten bereits international eingesetzt. Hierfür wurden die beteiligten Wissenschaftler und Unternehmen (siehe Foto oben) mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes „Forschung im Verbund“ ausgezeichnet.

Die drei Joseph-von-Fraunhofer-Preise würdigten folgende Leistungen:

  1. „Lasergenerierte Mikrostrukturen zur Effizienzverbesserung von Flugzeugtriebwerken“: Ausgezeichnet wurde die Forschergruppe des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Dresden, denen es in Zusammenarbeit mit Rolls-Royce gelungen ist, filigrane Mikrostrukturen additiv auf Schichten der Rotorblätter von Flugzeugtriebwerken aufzubringen und dort als Wärmedämmschichten zu fungieren. Das Schichtsystem bildet zusammen mit weiteren Maßnahmen die Grundlage für eine verlängerte Lebensdauer der Schichten und bewirkt eine beträchtliche Absenkung des Kerosinverbrauchs und damit auch des Schadstoffausstoßes. Heute ist die innovative Technologie bei einigen Flugzeugtypen bereits serienmäßig im Einsatz. 
  2. „Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren“: Ausgezeichnet wurde das Forscherteam um das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS, Bremen, denen es gelungen ist, Bildverarbeitungsalgorithmen zu entwickeln, die Chirurgen bei der Leberoperation unterstützen. Eine auf mathematischen Modellen basierende Risikoanalyse und eine 3D-Visualisierung der Anatomie berechnen die Risiken verschiedener chirurgischer Schnittführungen, sodass der Eingriff präzise geplant werden kann. Diese Algorithmen sind bereits erfolgreich in Medizinprodukten im Einsatz.
  3. „XXL-Computertomographie – unsichtbares sichtbar machen in einer neuen Dimension“: Ausgezeichnet wurden Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, die eine Technologie entwickelten, mit der es möglich ist, sehr große Objekte per XXL-Computertomographie zu durchleuchten. Hierfür wird ein Linearbeschleuniger mit einer hohen Strahlleistung und eine groß-dimensionierte Zeilenröntgenkamera kombiniert. Hierdurch entsteht ein kontrastreiches und detailreiches 3D-Bild des Objekts, das auf einem rotierenden Schwerlastdrehteller platziert wird.

Die F.O.M. beglückwünscht alle Preisträger zur verdienten Anerkennung ihrer Leistungen. Frau Dr. Eberhardt ist Projektleiterin des gerade abgeschlossenen F.O.M.-Projekts "Integriert-Optische Module durch neue Bondtechnologien" (Opti-Bond), einem vom BMWi mit ca. EUR 400.000 geförderten Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung, das in die Endrunde für das IGF-Projekt des Jahres (Otto von Guericke-Preis) gewählt wurde.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontakt

F.O.M.

Werderscher Markt 15
D-10117 Berlin

Fon: +49 (0)30 414021-39
E-Mail: info@forschung-fom.de

News

14.11.2019

Herausforderungen in Photonik und Medizintechnik

F.O.M.-Konferenz 2019 - Plattform für Technologietransfer und Austausch zu Innovationsideen

13.11.2019

F.O.M.-Unterstützung der Innovationsforschung wächst weiter

Immer mehr Photonik- und MedTech-Unternehmen profitieren

29.10.2019

Software-Tool zur automatisierten Bildauswertung

Deep-Learning in der Biomedizin

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