
Der diesjährige Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) am 11. Juni 2026 in Berlin brachte auch in diesem Jahr zahlreiche Aussteller aus Mittelstand, Forschung, Start-ups und Förderlandschaft zusammen und bot den rund 2.000 Besucherinnen und Besuchern der Open-Air-Leistungsschau vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung.
Schon in den Grußworten aus der Politik wurde deutlich: Wirksame Innovationspolitik fördert themenoffen und praxisnah. Sie benötigt Rückkopplung aus den Unternehmen, um mit bedarfsgerechten Förderangeboten die Innovationsstärke Deutschlands optimal zu unterstützen. Die Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann betonte die hohe Relevanz des Dialogs mit dem Mittelstand. Die neue Leiterin der Abteilung Mittelstand, Zukunftstechnologien, Start-ups, Dr. Janina Jänsch, hob hervor, dass die Förderprogramme des BMWE einen wichtigen Beitrag dazu leisten, kleine und mittlere Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und Innovationspotenziale gezielt zu unterstützen.
Über 80 Prototypen von geförderten ZIM-Kooperations- und Einzelprojekten, Projektergebnisse von 7 ZIM-Innovationsnetzwerken, 7 internationalen ZIM-Kooperationsprojekten und 5 internationalen ZIM-Innovationsnetzwerken bildeten den Schwerpunkt der Veranstaltung. 21 IGF-Demonstratoren der industriellen Machbarkeit von Innovationsideen und 4 internationale 'IGF'- (= "CORNET"-) Projekte repräsentierten das zweite große Förderprogramm des BMWE. Darüber hinaus wurden 12 Ergebnisse von INNO-KOM-Projekten, 4 Projektergebnisse von Mittelstand Digital und 4 IGP-Projektergebnisse vorgestellt.
Das Dienst-älteste Forschungsförderprogramm Deutschlands, die "Industrielle Gemeinschaftsforschung" (IGF) ist dabei vielleicht das effektivste Förderprogramm, denn es setzt in der technologisch noch hochriskanten Frühphase der Innovationsschöpfung an, bringt Unternehmen und Forschungseinrichtungen in transdisziplinären Projekten zusammen, ermöglicht vorwettbewerbliche Forschung mit breiter Streuung der Ergebnisse durch branchennahe Forschungsvereinigungen und erleichtert somit insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu wissenschaftlichem Knowhow und neuen technologischen Entwicklungen.
Die Vielfalt der IGF zeigte sich auch vor Ort: 12 Forschungsvereinigungen präsentierten 21 Projektergebnisse aus mit den wichtigsten Technologie- und Anwendungsfeldern, Photonik, Medizintechnik, innovatove Werkstoffe, Energie- und Verfahrenstechnik, smarte Textilien, Lebensmittelinnovationen und digitale Lösungen. Die betreibenden Forschungsvereinigungen waren das Forschungskuratorium Textil (6 Projekte), die Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.; 2 Projekte), die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI; 2 Projekte), die Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung (IVLV; 2 Projekte), die Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (SKZ; 2 Projekte), das FILK Freiberg Institute, Hahn-Schickard, die Forschungsvereinigung Stahlanwendung (FOSTA), das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI), das Institut für Ziegelforschung Essen, die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe (FGW), DECHEMA, der Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI), die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) und die Papertechnische Stiftung (PTS).
Die F.O.M. gehörte somit wieder zur kleinen Gruppe der insgesamt 108 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen, die eingeladen wurde, die Ergebnisse von mehr als einem ihrer erfolgreichen Projekte vorzustellen, nämlich die des IGF-Projekts "Bedienerunabhängige Roboter-gestützte Hebelpolitur" (BeRoH), das zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts für Präzisionsbearbeitung und Hochfrequenztechnik der TH Deggendorf durchgeführt wurde, und die des Projekts "Innovative Therapie der Spinalkanalstenose mittels Laserablation unter OCT-Kontrolle" (InTherSteLa), durchgeführt mit den Wissenschaftlern des Laser Zentrums Hannover.
Am Beratungsstand der IGF erhielten Interessierte die Möglichkeit, sich über Beteiligungsmöglichkeiten, Fördervoraussetzungen und aktuelle Entwicklungen im Programm zu informieren.
Der direkte Austausch zwischen Politik, Unternehmen, Forschung und Förderakteuren zeigte einmal mehr: Die IGF ist ein wichtiger Motor für die Innovationskraft des deutschen Mittelstands. Doch dass dies so bleibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Wie in den Vorjahren nutzte die F.O.M. die Gelegenheit des Innovationstags Mittelstand zur Weitergabe ihrer Einschätzung der aktuellen förderpolitischen Lage sowie ihrer Handlungsempfehlungen an das BMWE.
Bildrechte der Abbildungen: © F.O.M.