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10.01.2022

Evaluation bestätigt: IGF erleichtert KMU Zugang zu Forschungsergebnissen effektiv und mindert Hemmnisse für Innovationsaktivitäten

Wichtigste Handlungsempfehlung: Förderprogramm IGF fortsetzen!

Evaluation bestätigt: IGF erleichtert KMU Zugang zu Forschungsergebnissen effektiv und mindert Hemmnisse für Innovationsaktivitäten

Das BMWi-Förderprogramm der Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) führte bei 61 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in projektbegleitenden Ausschüssen (PA) seit September 2017 zu Kontakt- und Netzwerkaufbau. Diese Unternehmen gaben an, im Jahresdurchschnitt Kontakt zu drei Partnern oder Netzwerken zu knüpfen. Mehr als ein Drittel der befragten KMU haben seit 2017 eines oder mehrere Ergebnisse von IGF-Vorhaben genutzt. Sie konnten hierdurch Produkte (40 % der KMU), Dienstleistungen (24 %) oder Verfahren (32 %) entwickeln, weiterentwickeln oder verbessern.

Dies sind nur einige der positiven Ergebnisse der umfassenden neuen Evaluation des dienstältesten deutschen Förderprogramms. Die vom Bundeswirtschaftsministerium 2021 in Auftrag gegebene Evaluation fokussierte auf den Zeitraum September 2017 bis Dezember 2020 und wurde im Sinne einer regelmäßigen Erfolgskontrolle nach § 7 Absatz 2 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) durchgeführt. Sie umfasst eine Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Befragt wurden KMU der projektbegleitenden Ausschüsse von IGF-Vorhaben (474 Rückläufe zu quantitativen Online-Befragungen, teilweise mit vertiefenden Interviews), Forschungseinrichtungen (564 Rückläufe) und Forschungsvereinigungen (82 Rückläufe). Am 06.01.2022 wurde nun der Abschlussbericht der Kienbaum Consultants International GmbH auf der Webpräsenz des BMWi veröffentlicht.

Zur Zielerreichung und Wirkung wurde insgesamt ein positives Fazit gezogen. Zwar wurde festgestellt, dass die Anzahl der eingehenden Anträge in den vergangenen Jahren schneller anstieg als durch den Budgetaufwuchs kompensiert wurde, so dass prozentual zunehmend weniger eingereichte Anträge zur Förderung der Vorhaben führen (2017: ca. 70 %, 2020: ca. 45 %). Dennoch konstatierten die befragten KMU den positiven Einfluss der IGF auf die Fähigkeit zur Bewältigung der besonderen Hemmnisse für Innovationsaktivitäten von KMU. Die IGF-Förderung erleichtert den Zugang zu Forschungsergebnissen, Forschungsarbeit muss nicht selbst finanziert werden und bindet keine internen personellen Kapazitäten beziehungsweise Infrastruktur, gleichzeitig fördert die IGF den Know-how-Zuwachs in den Unternehmen und schafft dieserart wertvolles Orientierungswissen.

Die Evaluationsergebnisse bestätigen, dass die IGF nicht nur einen Beitrag zur Erreichung der gesetzten Ziele leistet, nämlich vor allem die Erfüllung eines vorwettbewerblichen Wissens- und Technologietransfers, sondern darüber hinaus positive nicht intendierte Effekte aufweist, wie den Beitrag der IGF zur Ausbildung und Weiterbildung innovationsorientierter Wissenschaftler. Vier Prozent der befragten KMU rekrutierten bereits akademische Nachwuchskräfte aus IGF-Projekten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der IGF ist die Bereitstellung der Grundlagen für eine Anschlussforschung.

Die IGF reiht sich gut in die Förderlandschaft ein, ohne, dass es zu wesentlichen Doppelungen mit anderen Förderprogrammen kommt. Im Rahmen einer umfassenden Kohärenzanalyse wurden positive Synergieeffekte mit den BMWi-Förderprogrammen INNO-KOM, ZIM und Wipano festgestellt. Es gibt keine Überschneidung beziehungsweise kein Konflikt mit dem BMBF-Förderprogramm KMU-innovativ oder mit den EU-Förderprogrammen Horizont Europa und Eurostars.

Die IGF hat sich damit erneut als effektives Förderinstrument erwiesen. Dabei beweist das Programm unter der Verwaltungshelferschaft der AiF seit Jahrzehnten Alleinstellungscharakter in der deutschen (und europäischen) Förderlandschaft und stellt somit einen wichtigen Teil der Innovationsförderung im Bundesgebiet dar.