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09.11.2016

Innovative Industrie unterstützen

Die Jahreskonferenz der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.) stand in 2016 gänzlich im Zeichen der Unterstützung von Innovationsaktivitäten der und für die mittelständische Photonik- und Medizintechnikindustrie. Circa 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie und Politik tauschten sich zu Innovationsideen aus.

Lässt sich die Adhäsion von Knochen- und Gewebezellen auf wieder zu entfernenden Traumaimplantaten mittels Optischer Technologien reduzieren? Kann man mit Sensortechnologie in manuellen Zahnbürsten die Zahngesundheit noch effektiver erhalten? Wie kann die Kombination herkömmlicher Schleifverfahren mit Laserpolieren eine Halbierung der Fertigungszeit von Hochpräzisionsoptiken bewirken? Erhält die Ursachenforschung für Alzheimer Demenz durch zwei kombinierte Mikroskopierverfahren zur Visualisierung von Stoffwechsel- veränderungen in den Mitochondrien neuen Auftrieb und lässt sich die Wirksamkeit neuer Therapien bald effizient und belastbar untersuchen? Studien zur Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen wurden in diesem Jahr auf der F.O.M.-Konferenz inter- und transdisziplinär diskutiert. Sie sind Keimlinge für hochwertige Innovationen deutscher KMU.

In Vorträgen wurden neue Innovations- und Projektideen vorgestellt, für die Forschungsförderung im Rahmen des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden soll. Zwischen- und abschließende Ergebnisse wurden im Rahmen der Posterausstellung "Marktplatz der Forschungsprojekte" präsentiert und anwesenden Industrievertretern sowie Mitgliedern projektbegleitender Industrieausschüsse zugänglich gemacht. Das Bundeswirtschafts- ministerium zeigte großes Interesse an den vorgestellten Innovationsaktivitäten: Leiter und Mitarbeiter aus dem Referat "Industrieforschung für Unternehmen, Innovationsberatung" (MinR Thomas Zuleger, Dr. Margaretha Neudecker, Andrea Romeis) und dem Referat "Kernbereiche industrieller Wertschöpfung" (Pascal-Frederik Rogalla) ließen sich in einer einstündigen Begehung, die auch Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des mit der F.O.M. kooperierenden Industrieverbands SPECTARIS, begleitete, von den Wissenschaftlern die Ergebnisse vorstellen. Präsentiert wurde auch ein Projekt zu Organisch-anorganische Funktionsschichten der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS), einer Schwestervereinigung der F.O.M. unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften (AiF). Informationsstände und -tische des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, des Deutsches Institut für Normung (DIN), der Plattform "marktreif.berlin" der Industrie und Handelskammer Berlin sowie der EFDS und der F.O.M. bereicherten den Marktplatz der Forschungsprojekte.

In 2016 wurden auf der F.O.M.-Konferenz erstmals zusätzlich industrieangeregte Innovationsvorhaben in zwei Workshops aufgegriffen und das Format von den Teilnehmern gut aufgenommen: Sind 3D-gedruckte Rezeptbrillengläser mit kratzfesten Hartschichtsystemen machbar? Können Therapieparameter, z. B. bei der künstlichen Beatmung, durch Neurofeedback quasi-simultan so angepasst werden, dass Gesundheitsrisiken minimiert werden? Die F.O.M. brachte die Ideengeber der Industrie, weitere interessierte Unternehmen und Wissenschaftler von drei beziehungsweise zwei ausgewählten Forschungsinstituten an einen Tisch, um zu prüfen, ob ein gemeinsames Forschungsinteresse in ein IGF-Projektvorhaben übergeführt werden kann. Beide Workshops waren in dieser Hinsicht erfolgreich und die Arbeiten an der Erstellung eines Förderantrags haben begonnen.

Abschließend tagte die Mitgliederversammlung der F.O.M., informierte sich über die Vereinsereignisse des vergangenen Jahres und verabschiedete Pläne für die weitere Vereinsentwicklung. Die F.O.M.-Konferenz 2017 ist geplant für Mittwoch, den 8. November 2017, und wird voraussichtlich in denselben Räumlichkeiten, dem Besucher- und Schulungszentrum der KARL STORZ GmbH in Berlin, stattfinden. Wir freuen uns jetzt schon auf den wieder inspirierenden Austausch mit Ihnen.