17.02.2017

AiF-Pressemitteilung zu IGF-Projekt Mitoskopie

Schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschland an der Alzheimer-Krankheit, Tendenz steigend: Experten rechnen mit drei Millionen Erkrankten im Jahr 2050. Es scheint sicher, dass Funktionsstörungen in den Mitochondrien der Zellen eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung der Krankheit spielen. Fehlerhafte Stoffwechselfunktionen in diesen „Kraftwerken der Zellen“, wie die Mitochondrien auch genannt werden, sollen ebenfalls für die Entstehung von Tumor- und Autoimmunerkrankungen verantwortlich sein. Bislang war es nicht möglich, die komplexen Abläufe des mitochondrialen Stoffwechsels auf intrazellulärer Ebene darzustellen. Dr. Angelika Rück, Prof. Dr. Christine A. F. von Arnim und Dr. Björn von Einem von der Universität Ulm ist es jetzt gelungen, ein Verfahren zur optischen Darstellung der Prozesse in den Zellen zu entwickeln. Mithilfe dieser Methode, die im Rahmen eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Auftrag der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.) entwickelt wurde, ist es zukünftig möglich, erfolgversprechende Diagnostik und Therapieansätze zur Bekämpfung sogenannter Volkskrankheiten zu realisieren. Das IGF-Vorhaben war im Dezember 2016 unter den drei Finalisten bei der Wahl zum Otto von Guericke-Preis der AiF. Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.  
 
Diagnostik und Medikamentenentwicklung
Im gesunden Gehirn befinden sich 100 Milliarden Nervenzellen und in jeder einzelnen davon arbeiten an die 1.000 Mitochondrien. Bislang war es nicht möglich, die eigentliche Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar zu machen; der Zellstoffwechsel konnte lediglich über den Sauerstoffverbrauch der Zellen gemessen werden. Das neuartige Verfahren erlaubt es jetzt, diese Zellaktivitäten visuell abzubilden. Dazu haben die Ulmer Forscher zwei unterschiedliche Methoden der Fluoreszenz- und Phosphoreszenzmessung zu einem innovativen optischen Verfahren kombiniert. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass das Verfahren über die Diagnostik hinaus zukünftig auch für die Medikamentenentwicklung von Bedeutung sein wird.
 
„Vereinfacht gesagt messen wir die Dauer der Lichtemissionen der einfachsten Moleküle des mitochondrialen Stoffwechsels. Dazu verwenden wir einen Laser, der die Moleküle anregt und wir messen Dauer der Fluoreszenz und die Abklingzeit in Nanosekunden. Gleichzeitig ermitteln wir die Sauerstoffkonzentration mittels eines Phosphoreszenzmarkers.“, erklärt Rück. „Mit dem von uns entwickelten optischen Verfahren sind wir erstmals in der Lage wesentliche Stoffwechselprozesse in Mitochondrien lebender Zellen darzustellen. So können wir auch metabolische Veränderungen bei Krankheiten wie Alzheimer verstehen.“, ergänzt von Arnim.
 
„Die Ergebnisse dieses IGF-Projektes werden nicht nur die Entwicklung vielversprechender validierter Therapien vorantreiben; sie sind auch für den Mittelstand in Deutschland von hoher wirtschaftlicher Relevanz. Wir als mittelständisches Unternehmen sind davon überzeugt, dass wir für diese Methode in Zukunft noch weitere Anwendungsgebiete erschließen können.“, betont Dr.-Ing. Ludwig Bergann von der Becker & Hickl GmbH. Das Unternehmen war im Projektbegleitenden Ausschuss des IGF-Projektes aktiv.   
 
Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., die das IGF-Projekt auf den Weg gebracht und koordiniert hat, ist von dem Mehrwert der Ergebnisse überzeugt: „Die Menschen in unserer Gesellschaft werden immer älter und dadurch steigt die Häufigkeit von Alterskrankheiten. Der Erhalt des gesunden Lebens wurde daher von der Bundesregierung als eine der prioritären Zukunftsaufgaben ausgewiesen. Dieser Herausforderung stellen wir uns. Die Ergebnisse dieses interdisziplinären IGF-Projektes versprechen bedeutende Fortschritte in der Ursachenforschung von Krankheiten wie Alzheimer oder Diabetes. Zudem ermöglichen sie kleinen und mittelständischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen die Entwicklung wirksamer Therapieansätze.“  
 
Einen dreiminütigen Film zum Projekt finden Sie in der AiF-Mediathek unter https://www.aif.de/video-uebersicht.html.
 
Ansprechpartner zum Projekt
Dr. Angelika Rück, Universität Ulm, Core Facility Konfokale und Multiphotonen Mikroskopie, E-Mail: angelika.rueck(at)uni-ulm.de, Telefon: +49 731 50 33700
 
Dr. Markus Safaricz, Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.), E-Mail: safaricz(at)forschung-fom.de, Telefon: +49 30 414021 39

Pressekontakt
AiF e.V., Evelyn Bargs-Stahl, presse(at)aif.de, Telefon: +49 221 37680 114

 

Projektseite

vollständige AiF-Pressemitteilung

15.02.2017

Intentionelle Osseo-disintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden

Das Projektvorhaben "Intentionelle Osseodisintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden (ODIN)" des Lehrstuhls für Wärme- und Stoffübertragung und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, RWTH Achen, wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Implantate können im menschlichen Knochen irreversibel festwachsen (Osseointegration). Zur Entfernung sind die Implantate herauszufräsen, was erhebliche Knochendefekte verursacht. Ziel dieses Projekts ist eine gewebeschonende, intentionelle Osseodisintegration. Hierzu soll ein kontrollierter, thermischer Impuls möglichst homogen an der Verbindungsfläche Implantat/Knochen generiert werden, um die Osseointegration zu lösen. Die Prozessführung soll datenbankgestützt für verschiedene Implantattypen erfolgen. Als Wärmequelle werden medizintechnische Laser, HF-Geräte, Wärmesonden und Perfusionsgeräte erprobt.

Das Projekt soll zur Herbstrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Frühjahr 2018 starten. Es sollen ca. 450 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

14.02.2017

Drittes IGF-Projekt der F.O.M. in diesem Jahr bewilligt

Auch das dritte IGF-Projekt der F.O.M. in diesem Jahr kann wie geplant am 01.03.2017 starten.
In dem Projekt ISICOM ("Entwicklung eines in situ Sensors zur Überwachung der metabolischen Aktivität in Bioprozessen") der Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie soll ein optischer Kombi-Sensor auf Basis von Fluoreszenzprinzip und Reflexionsmessung entwickelt werden, um metabolische Aktivitäten in Echtzeit zu erfassen.

Die Mitglieder des projektbegleitenden Industrieausschusses werden in der nächsten Zeit von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite ISICOM

10.02.2017

F.O.M. erneut auf Innovationstag Mittelstand am 18.05.2017

Am 18. Mai 2017 findet der 24. Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf dem Freigelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow statt.

Auch in diesem Jahr wird die F.O.M. mit einem Stand vertreten sein, um zusammen mit anderen ausgestellten Projekten zu bestätigen, dass die Fördermittel vom BMWi zur mittelstandorientierten Innovationsförderung überaus gewinnbringend eingesetzt sind.

Nähere Informationen finden Sie unter
http://www.zim-bmwi.de/veranstaltungen/innovationstag/innovationstag-mittelstand

02.02.2017

Bereits zwei IGF-Starts in 2017

Wie geplant konnten die beiden IGF-Projekte EmmaV ("Entstehungsmechanismen mittelfrequenter Fehler und deren aktive Vermeidung"; 18564 N) und EFORMIN ("Einsatz von Formgedächtnisaktoren in minimalinvasiven chirurgischen Instrumenten"; 19307 BR) am 01.01. bzw. am 01.02.2017 starten.

Die Mitglieder des projektbegleitenden Industrieausschusses werden zeitnah von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite EmmaV

Projektseite EFORMIN

 

21.12.2016

Frohe Weihnachten

21.12.2016

Industrie-angeregte Workshops in der IGF-Projektentwicklung

Die Rückläufe einer im Sommer 2016 publizierten Umfrage zu den Innovationsinteressen der von der F.O.M. und SPECTARIS betreuten Industriebranchen wurden im Herbst zu Themen kondensiert, die sich vorwettbewerblich signifikant weiterbringen lassen. Zwei der Themen wurden in Workshops auf der F.O.M.-Konferenz am 02.11.2016 aufgegriffen und mit interessierten Unternehmen und ausgesuchten Forschungsinstituten diskutiert. Beide Workshops führten zu dem Vorhaben, die Innovationsideen in IGF-Projekte überzuführen.

Die Innovationsidee "3D-Druck von Rezeptbrillengläsern mit kratzfesten Hartschichtsystemen" befasst sich mit einem potentiellen Übertrag additiver Fertigungsmethoden in die industrielle Brillenglasfertigung und -beschichtung, sodass Qualität verbessert und Fertigungsprozesse schneller und günstiger gestaltet werden können. Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute IOF, IAP und ISC möchten nun in Begleitung verschiedener Unternehmen die Thematik angehen. Dabei sollen die Entwicklung und Charakterisierung druckfähiger Polymere in optischer Qualität und die Entwicklung von geeigneten Druckverfahren, die qualitativ hochwerte optische Flächen ergeben, im Mittelpunkt stehen. Weiterhin ist eine potentielle Erzeugung definierter Brechzahlgradienten eine der zentralen Fragestellungen.

Die Innovationsidee "Steuerung von Therapieverläufen mithilfe von Neurofeedback" will aus dem Potential einer simultanen Erfassung und Sammlung von Daten verschiedener medizinischer Parameter (z. B. EEG-Signale, Oberflächen-EMG, Atmungsbewegungssignale, ggf. Sauerstoffpartialdruck etc.) schöpfen, um bei künstlicher Beatmung von Patienten Lungenschädigungen durch asynchrone Gegenatmung zu vermeiden. Ein konkretes (erstes) erreichbares Ziel eines IGF-Projektvorhabens kann die Korrelation und anschließende multivariante Datenanalyse sein. In einem möglichen anschließenden Projekt kann ein Algorithmus zur Ventilatoransteuerung Projektziel sein. Das Projektvorhaben wird durch die Klinik für Anästhesiologie der Charité Berlin und die Neurotechnologie-Gruppe der Technischen Universität Berlin bearbeitet werden.

19.12.2016

Informationstechnische Methoden zur effektiveren Zahnreinigung

Das Projektvorhaben "Informationstechnische Methoden zur effektiveren Zahnreinigung (Smart iBrush)" der Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Medizinische Psychologie, der Universität Kassel, Fachgebiet Intelligente Eingebettete Systeme, und der Ostbayerischen TH Regensburg, Fachgebiet Informations-und Elektrotechnik, wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht

Zähneputzen dient der Erhaltung der Zahn-und Mundgesundheit. Bis heute ist jedoch nicht bekannt, wie dieser komplexe Vorgang am besten durchgeführt wird. Zahn-und Munderkrankungen sind daher weit verbreitet. Ziel des iBrush-Projekts ist die Entwicklung eines Zahnbürstensystems, das in Echtzeit zu optimierter Mundhygiene anleitet. Dazu soll eine mit Sensoren ausgestattete Zahnbürste die Bürstbewegungenaufzeichnen, mit Methoden des maschinellen Lernens analysierenund mit der Reinigungswirkung in Beziehung setzen. Eine zu entwickelnde Rückmeldefunktion navigiert durch den Putzvorgang und greift korrigierend ein.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 720 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

15.12.2016

ISICOM: AiF-Gutachter befürworten neues IGF-Projekt

Der Projektantrag "Entwicklung eines in situ Sensors zur Überwachung der metabolischen Aktivität in Bioprozessen (ISICOM)" der Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie wurde im Dezember mit sehr guten 34 Punkten (von 40) durch die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit 159.460 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Ein ansteigender Pharmazeutikabedarf erfordert eine Steigerung von Effizienz und Verlässlichkeit der Überwachung und Regelung mehrphasiger biotechnologischer Prozesse. Neue Sensorkonzepte zur nicht-invasiven Echtzeiterfassung metabolischer Aktivität fehlen bisher. Projektziel ist, durch simultane Messung von Biomassekonzentration, pH- und pO2-Wert in einer kurzzeitig abgeschlossenen Kammer den O2-Verbrauch als Indikator des Zellzustands während der Kultivierung ohne Probenentnahme zu ermitteln. Dazu soll ein optischer Kombi-Sensor auf Basis von Fluoreszenzprinzip und Reflexionsmessung entwickelt werden.

Das Projekt kann voraussichtlich am 01.03.2017 starten.

Möchten Sie am Projektbegleitenden Industrieausschuss teilnehmen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.11.2016

Austausch mit BMWi-Zentral- abteilung zur Einrichtung einer AIF-Forschungsallianz "Gesundes Leben"

Am 17.11.2016 trafen sich Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., und Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, mit der Zentralabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Diskussion einer vorgeschlagenen AiF-Forschungsallianz "Gesundes Leben / Medizintechnik". MinDir Harald Kuhne, Leiter der BMWi-Zentralabteilung, die unter anderem für den Haushalt des Ministeriums zuständig ist, MinR Jochen Puth-Weißenfels, Leiter des Referats Gesundheitswirtschaft, und Dr. Nils Plenge, Referent der Gesundheitswirtschaft, zeigten sich sehr interessiert an den vorgestellten Ideen:

(1)
Wenn Steuerliche FuE-Förderung, dann nur zusätzlich zur Projektförderung mit jährlichem Aufwuchs

Safaricz und Weiler legten dar, dass die halbjährlich aufkommende Forderung nach steuerlicher Förderung von FuE-Aktivitäten nur eingeschränkt im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen liegt. Seit Jahren legt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) eine dieser Forderung entsprechenden Handlungsempfehlung der Bundesregierung vor. Von Zeit zu Zeit wird diese Empfehlung von Parteien aufgegriffen und auf Antrag im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags diskutiert, wie zum Beispiel am 28.09.2016 im Rahmen der Diskussion des anschließend abgelehnten Gesetzentwurfs der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Aus Sicht der F.O.M. und von SPECTARIS ist es nicht richtig, dass mit steuerlicher Förderung gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besser erreicht werden könnten als mit der Projektförderung: In KMU existieren oft keine oder nur kleine Forschungsabteilungen, Mitarbeiter verfolgen Innovationsaktivitäten häufig neben anderen Aufgaben, für die sie zuständig sind, was eine steuerliche Anrechnung dieser Arbeiten als FuE-Aufwand zusätzlich erschwert. Die geringen zu erwartenden Steuererleichterungen erlauben keine ausreichende industrielle Innovationsforschung.

Deutlich erleichtert werden die Innovationsaktivitäten der KMU hingegen durch die effektive BMWi-Förderung projektgebundener Innovationsforschung, z. B. durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und das Programm der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Die Beteiligung von KMU an IGF-Projekten ist ohne Einbringung finanzieller Mittel möglich. Es existiert in Deutschland keine weitere vergleichbar kostengünstige Möglichkeit, an innovations-relevantes technologisches Know-how zu kommen. Im Rahmen der ca. 1.400 in 2015 laufenden IGF-Projekte gab es über 16.000 Unternehmensbeteiligungen. Ein weiterer Vorteil der IGF-Förderung: Solange sich die projektbegleitenden Industrieausschüsse überwiegend aus KMU zusammensetzen, können den Ausschüssen zusätzlich auch große Unternehmen beitreten. Damit ermöglicht die Industrielle Gemeinschaftsforschung eine häufig geforderte, über die Mittelstandsförderung hinausgehende Unterstützung von Innovationsaktivitäten kleinerer Großunternehmen.

ZIM und IGF sind vielerprobte, erfolgreiche Förderprogramme, deren Wirkung weit über die Forschung hinausgeht: Die in 2013 veröffentlichten Evaluierungsergebnisse des IGF-Förderprogramms ergab, dass die Forschungsarbeiten in 46 % der IGF-Projekte zum Erwerb von akademischen Abschlüssen beigetragen haben. In 41 % der Projekte übernahmen Industrieunternehmen der überwiegend mittelständisch zusammengesetzten projektbegleitenden Ausschüsse wissenschaftliches Personal. Die Programmförderung trägt also in erheblichem Maße zum Fachkräftenachwuchs bei.

Daher und aufgrund des wachsenden Innovationsdrucks, der auf unserer Industrie lastet, empfehlen die F.O.M. und SPECTARIS eine jährliche Steigerung der BMWi-Förderung von industrieller Forschung in Höhe von 3 %  -  entsprechend des jährlichen Aufwuchses für institutionelle Forschungsförderung des BMBFs, das im Pakt für Forschung und Innovation geregelt ist.

(2)
Förderung einer einzurichtenden
"Forschungsallianz Gesundes Leben / Medizintechnik"

"Gesundes Leben" ist eine von sechs "Prioritären Zukunftsaufgaben" der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung. Das Bundesgesundheitsministerium, das Bundesforschungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium haben die ressortübergreifende Zusammenarbeit zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgabe beschlossen. Bei dieser Zusammenarbeit geht es zum einen um die Lösung zentraler gesundheitlicher Herausforderungen, insbesondere angesichts alternder Gesellschaften. Zum anderen geht es um volkswirtschaftliche Aspekte:

Der Weltmarkt für Medizintechnik umfasst ca. 220 Mrd. Euro und wird zu über 10 % von der Deutschen Industrie bedient. Deutschland ist der drittgrößte Markt für Medizinprodukte, hinter den USA und China, und der drittgrößte Produzent (23 Mrd. Euro). Der Export deutscher Medizinprodukte hat einen Welthandelsanteil von 14,6 %, an zweiter Stelle hinter den USA. 64 % der deutschen Medizinprodukte werden exportiert. Die Branche beschäftigt ca. 190.000 Mitarbeiter. Rund 95 % der Medizintechnik-Unternehmen haben weniger als 250 Beschäftigte. Die Bedeutung von Innovationen in der Medizintechnik für Deutschland wird dadurch deutlich, dass ca. ein Drittel der Produkte weniger als drei Jahre alt sind. In Medizintechnikprodukten finden zahlreiche Schlüsseltechnologien Anwendung, z. B. Optische Technologien, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie, etc.

Der nationale Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ wurde fortgesetzt und weiterentwickelt, um die vorwiegend mittelständisch geprägte Medizintechnikbranche in Deutschland zu stärken und die internationale Spitzenposition zu festigen und auszubauen. Ziel dieser Förderinitiative ist, zu einer kohärenten, bedarfsgerechten Forschungs- und Innovationspolitik zu gelangen. Bisheriges Ergebnis der resultierenden Aktivitäten zur Umsetzung: drei getrennte Maßnahmenlisten der drei Ressorts.

Die F.O.M. und weitere gemeinnützige Forschungsvereinigungen der AiF (darunter DECHEMA, Forschungsgesellschaft für Messtechnik, Sensorik und Medizintechnik, Forschungsinstitut f. Leder u. Kunststoffbahnen, Forschungskuratorium TEXTIL, Hahn-Schickard-Gesellschaft) sowie die hinter diesen Forschungsvereinigungen stehenden Industrieverbände einschließlich SPECTARIS regen an, eine gemeinsame Maßnahme ins Leben zu rufen: Die Einrichtung einer AiF-Forschungsallianz Gesundes Leben/Medizintechnik.  -  Warum erscheint eine solche Einrichtung zwingend?

Um sich den Herausforderungen einer "Prioritäre Zukunftsaufgabe" in adequatem Umfang zu stellen, ist die verstärkte Unterstützung der Innovationskraft im relevanten Technologiefeld erforderlich. Zur Erzielung der größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder ist es dabei sinnvoll, die Förderung dort anzusetzen, wo ohne Förderung die meisten Innovationsideen aufgrund zu hoher Risiken verloren gingen, also in der Frühphase der Innovationsschöpfung, in der die industrielle Machbarkeit noch nicht nachgewiesen ist und die Amortisierungsrisiken von FuE-Aufwendungen konsequenterweise am höchsten sind. Die transdisziplinäre und vorwettbewerbliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in den Projekten erhöht die Effektivität zusätzlich beträchtlich. Diese Anforderungen an ein Förderprogramm lassen das BMWi-Konzept der Industriellen Gemeinschaftsforschung optimal erscheinen. Aufgrund der eingeschränkten Fördermittel des IGF-Programms und der in den Programmrichtlinien festgelegten Themenoffenheit, die auf eine Breitenwirkung für die Gesamtheit der mittelständischen Industriebranchen in Deutschland ausgerichtet ist, ist eine prioritäre Zuwendung von Födermitteln für medizintechnische oder ähnliche Themen jedoch nicht möglich.

Die Forschungsallianz könnte nach einem ähnlichen Prinzip konzipiert werden wie die Anfang 2016 gegründete AiF-Forschungsallianz Energiewende (FAE):

Zur Bewältigung der prioritären Zukunftsaufgabe "Gesundes Leben" könnten von BMBF oder BGM Fördermittel bereitgestellt und über eine AiF-externe Trägerschaft vergeben werden. Gefördert würde nach den Vorgaben der IGF, also 2-3-jährige, vorwettbewerbliche Studien der industriellen Machbarkeit von konkreten Innovationsideen unter der besonderen Berücksichtigung des Nutzens für KMU. Zur größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder sollte die AiF als Technologietransfer-erfahrener Partner des Förderprogramms fungieren und die ausgereiften Werkzeuge zur Verfügung stellen, die die Industrielle Gemeinschaftsforschung so erfolgreich machen: 1.) das ehrenamtliche IGF-Gutachterwesen der AiF und 2.) die erfahrenen Networking- und Administrationsstellen der AiF-Forschungsvereinigungen, über die Projektanträge eingereicht werden könnten.

Im Rahmen des nationalen Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ sprach man sich einheitlich dafür aus, dass Validierungen und möglichenfalls auch Klinische Studien vom Bund gefördert werden sollten. Weiterhin ist man seit Jahren bemüht, die notwendige aber sich nicht von selbst ergebende Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Unternehmen bei der Entwicklung von Innovationen im Gesundheitswesen zu verstärken. Das System der Industriellen Gemeinschaftsforschung erfüllt diese Erfordernisse bereits, zumindest teilweise: IGF-Projekte zu medizintechnischen (oder ähnlichen) Themen involvieren in der Regel Kliniker in den projektbegleitenden Ausschüssen. Zumindest Validierungen sind häufig Bestandteil von Arbeitspaketen medizinischer IGF-Projekte und werden hierüber gefördert.

Eine AiF-Forschungsallianz Gesundes Leben / Medizintechnik würde uns vielen Lösungen der Prioritären Zukunftsaufgabe Gesundes Leben effizient näherbringen. Der gesamte Gesprächskreis sprach sich für eine Fortsetzung des Austausches aus.

18.11.2016

F.O.M. repräsentiert IGF auf Clusterkonferenz 2016

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie brachte am 16.11.2016 in seinem Konferenzzentrum in Berlin Vertreter der BMWi-geförderten Netzwerke zusammen, deren gemeinsames Ziel die Unterstützung der Innovationskraft des deutschen Mittelstands ist. Auf der Clusterkonferenz 2016 "Innovative Netzwerke verbinden" stellten sich die drei großen Clusterarten vor: die 100 Forschungsvereinigungen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) -- darunter die F.O.M. --, die Kooperationsnetzwerke des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) sowie die Branchen- und Technologiecluster, die im Rahmen des Programms "go-cluster" beziehungsweise der zweiten Förderrunde "Cross-Cluster-Kooperationen" gefördert werden. Die Vertreter der verschiedenen Cluster nutzen die Konferenz zur Identifizierung von Synergie-Potentialen und zur Vernetzung der Netzwerke.

In seiner Ansprache würdigte der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Beckmeyer die bedeutende Rolle der Cluster und lobte insbesondere die Arbeit der 100 Forschungsvereinigungen, die unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) Projekte der Industriellen Gemeinschaftsforschung betreiben und damit "das Lebenselixier für den Mittelstand" darstellen. Beckmeyer: "Die deutsche Industrie ist der Motor der europäischen Wirtschaft. Das wollen wir bleiben und dafür müssen wir uns anstrengen."

In einer kleinen begleitenden Ausstellung wurden die drei Clusterarten mit drei repräsentativen Exponaten vorgestellt. Der F.O.M. wurde die Ehre zuteil, mit einem ihrer erfolgreichen IGF-Projekte die Industrielle Gemeinschaftsforschung repräsentieren zu dürfen: Im Projekt "Licht als Werkzeug -- Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" arbeiteten die Forscherteams um Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer IFAM Bremen und Herrn Jan-Hendrick Klein-Wiele vom Laser-Laboratorium Göttingen eng mit 12 Unternehmen, darunter 5 KMU, zusammen, um zukünftige Implantatentnahmen schmerz- und komplikationsärmer durchführen zu können.

11.11.2016

IGF-Aufstockung um 30 Mio. Euro beschlossen

In der 14-stündigen Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages von gestern 13.00 Uhr bis heute Nacht um 2.50 Uhr wurden die Einzelpläne des Bundeshaushalts 2017 abschließend beraten. Dabei wurden im Etat des Bundeswirtschaftsministeriums (Einzelplan 09) auf Antrag von CDU/CSU und SPD zusätzliche Mittel in Höhe von 82 Mio. Euro für die Förderung von Forschung und Innovationen zur Verfügung gestellt.

So wurden zusätzlich 30 Mio. Euro für die Industrielle Gemeinschafts-forschung (IGF) für 2017 sowie Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 48 Mio. Euro für die kommenden Jahre bewilligt und so die Mittel des seit über 60 Jahren äußerst erfolgreichen Förderprogramms auf 169 Mio. Euro aufgestockt.

Seit Jahren steigende Antragszahlen spiegeln den steigenden Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Nach einigen Jahren stagnierender Fördertöpfe ist die heute beschlossene Aufstockung insbesondere für den Mittelstand von großer Bedeutung.

Die innovationsorientierten IGF-Projekte zeichnen sich sämtlichst durch projektbegleitende Ausschüsse mit Experten aus der Wirtschaft aus. Vertreter von KMU, großen Unternehmen, Kliniken etc. befinden sich auf diese Weise im stetigen Austausch mit den Forschungsteams und bewirken einen effizienten Technologietransfer sowie Fortsetzung der Innovationsaktivitäten in Richtung Umsetzung. Damit garantiert die IGF eine nachhaltige, breite Basis für ein effektives Ausschöpfen des hervorragenden deutschen Innovationspotentials.

Die F.O.M. bedankt sich bei ihren Mitgliedern, die sie im Rahmen von gemeinsamen Terminen mit Politikern zur Vorstellung und Bewerbung der IGF begleitet haben. Diesen und entsprechenden Treffen mit Politikern von Vorständen und Geschäftsführern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF), unserer Schwester-Forschungsvereinigungen und kooperierender Industrieverbände ist der Erfolg in den diesjährigen Haushaltsverhandlungen zu verdanken.

Pressemitteilung des BMWi

09.11.2016

Innovative Industrie unterstützen

Die Jahreskonferenz der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.) stand in 2016 gänzlich im Zeichen der Unterstützung von Innovationsaktivitäten der und für die mittelständische Photonik- und Medizintechnikindustrie. Circa 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie und Politik tauschten sich zu Innovationsideen aus.

Lässt sich die Adhäsion von Knochen- und Gewebezellen auf wieder zu entfernenden Traumaimplantaten mittels Optischer Technologien reduzieren? Kann man mit Sensortechnologie in manuellen Zahnbürsten die Zahngesundheit noch effektiver erhalten? Wie kann die Kombination herkömmlicher Schleifverfahren mit Laserpolieren eine Halbierung der Fertigungszeit von Hochpräzisionsoptiken bewirken? Erhält die Ursachenforschung für Alzheimer Demenz durch zwei kombinierte Mikroskopierverfahren zur Visualisierung von Stoffwechsel- veränderungen in den Mitochondrien neuen Auftrieb und lässt sich die Wirksamkeit neuer Therapien bald effizient und belastbar untersuchen? Studien zur Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen wurden in diesem Jahr auf der F.O.M.-Konferenz inter- und transdisziplinär diskutiert. Sie sind Keimlinge für hochwertige Innovationen deutscher KMU.

In Vorträgen wurden neue Innovations- und Projektideen vorgestellt, für die Forschungsförderung im Rahmen des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden soll. Zwischen- und abschließende Ergebnisse wurden im Rahmen der Posterausstellung "Marktplatz der Forschungsprojekte" präsentiert und anwesenden Industrievertretern sowie Mitgliedern projektbegleitender Industrieausschüsse zugänglich gemacht. Das Bundeswirtschafts- ministerium zeigte großes Interesse an den vorgestellten Innovationsaktivitäten: Leiter und Mitarbeiter aus dem Referat "Industrieforschung für Unternehmen, Innovationsberatung" (MinR Thomas Zuleger, Dr. Margaretha Neudecker, Andrea Romeis) und dem Referat "Kernbereiche industrieller Wertschöpfung" (Pascal-Frederik Rogalla) ließen sich in einer einstündigen Begehung, die auch Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des mit der F.O.M. kooperierenden Industrieverbands SPECTARIS, begleitete, von den Wissenschaftlern die Ergebnisse vorstellen. Präsentiert wurde auch ein Projekt zu Organisch-anorganische Funktionsschichten der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS), einer Schwestervereinigung der F.O.M. unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften (AiF). Informationsstände und -tische des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, des Deutsches Institut für Normung (DIN), der Plattform "marktreif.berlin" der Industrie und Handelskammer Berlin sowie der EFDS und der F.O.M. bereicherten den Marktplatz der Forschungsprojekte.

In 2016 wurden auf der F.O.M.-Konferenz erstmals zusätzlich industrieangeregte Innovationsvorhaben in zwei Workshops aufgegriffen und das Format von den Teilnehmern gut aufgenommen: Sind 3D-gedruckte Rezeptbrillengläser mit kratzfesten Hartschichtsystemen machbar? Können Therapieparameter, z. B. bei der künstlichen Beatmung, durch Neurofeedback quasi-simultan so angepasst werden, dass Gesundheitsrisiken minimiert werden? Die F.O.M. brachte die Ideengeber der Industrie, weitere interessierte Unternehmen und Wissenschaftler von drei beziehungsweise zwei ausgewählten Forschungsinstituten an einen Tisch, um zu prüfen, ob ein gemeinsames Forschungsinteresse in ein IGF-Projektvorhaben übergeführt werden kann. Beide Workshops waren in dieser Hinsicht erfolgreich und die Arbeiten an der Erstellung eines Förderantrags haben begonnen.

Abschließend tagte die Mitgliederversammlung der F.O.M., informierte sich über die Vereinsereignisse des vergangenen Jahres und verabschiedete Pläne für die weitere Vereinsentwicklung. Die F.O.M.-Konferenz 2017 ist geplant für Mittwoch, den 8. November 2017, und wird voraussichtlich in denselben Räumlichkeiten, dem Besucher- und Schulungszentrum der KARL STORZ GmbH in Berlin, stattfinden. Wir freuen uns jetzt schon auf den wieder inspirierenden Austausch mit Ihnen.

04.11.2016

Cavity-Enhanced Raman-Spektroskopie für Prozessanalytik

Das Projektvorhaben "Cavity-Enhanced Raman-Spektroskopie für Prozessanalytik (CERS-Pro)" des Laser-Laboratoriums Göttingen wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Die Raman-Spektroskopie etabliert sich für viele Anwendungen als robuste und schnelle Analysetechnik, doch können viele Raman-aktive Substanzen bei niedrigen Stoffmengen, speziell bei Gasen, wegen der inhärent geringen Quantenausbeute nicht detektiert werden. Projektziel ist, die Eignung eines Cavity-Enhanced Raman Spektroskopie-Ansatzes (CERS) zur Steigerung der Nachweisstärke in der Prozessanalytik zu erforschen. Dazu wird eine feldtaugliche CERS-Technik für die Gasanalytik und Methoden zur automatisierten Substanzerkennung entwickelt sowie eine Kopplung an gaschromatographische Trennverfahren untersucht.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 250 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

07.10.2016

Optimierung von Prozessführung und Legierung zur Verarbeitung metallischer Gläser im Laser-Strahl-Schmelzprozess

Das Projektvorhaben "Optimierung von Prozessführung und Legierung zur Verarbeitung metallischer Gläser im Laser-Strahlschmelzprozess (OptmetGlas)" des Instituts für Produkt Engineering der Universität Duisburg-Essen und des Lehrstuhls f. Metallische Werkstoffe der Universität des Saarlandes wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Metallische Gläser besitzen aufgrund ihrer Amorphität einzigartige mechanische Eigenschaften und sind daher als Konstruktionswerkstoff höchst interessant. Die Bauteildimensionen sind jedoch bei der Verarbeitung durch konventionelle Fertigungsverfahren auf wenige Zentimeter begrenzt. Additive Laser-Strahlschmelzverfahren verfügen über das Potenzial, größere und komplexere Bauteile aus metallischem Glas herzustellen. Ziel des Vorhabens ist es, die herausragenden Materialeigenschaften für die breite industrielle Anwendung zu erschließen. Ermöglicht werden soll dies durch prozess- und legierungsseitige Optimierungen.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 290 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

04.10.2016

F.O.M. repräsentiert Industrielle Gemeinschaftsforschung auf Clusterkonferenz 2016 mit IGF-Projekt "Licht als Werkzeug"

Das Exponat „Skelett“ des IGF-Projekts Licht als Werkzeug (17957 N) wird als einziges Exponat vertretend für die IGF-Projekte auf der Herbsttagung 2016 „Innovative Netzwerke verbinden“ am 16.11.2016 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgestellt. Neben Frau Karmann-Proppert, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen, wird auch der Parlamentarische Staatsekretär Herr Beckmeyer anwesend sein, der die Tagung eröffnen wird.

Das Skelett ist mit einem laser-strukturierten Traumaimplantat versehen. Ziel des Projekts war die Adhäsionsreduktion von Knochenzellen auf Traumaimplantaten (Steckbrief). Den Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM Bremen und des Laser-Laboratoriums Göttingen ist es gelungen, die Zellzahl auf ca. 20 % und die zellbedeckte Fläche auf Werte unterhalb von 20 % zu reduzieren. Die Zellhaftung selbst konnte ebenso nachweislich reduziert werden.

30.09.2016

Innovationsinteressen der Industrie: Workshops

Im Sommer 2016 befragten die F.O.M. und der mit ihr kooperierende Industrieverband SPECTARIS ihre Mitglieder nach Themen und Intensität ihrer FuE-Aktivitäten, Hürden und Chancen von Technologietrends sowie nach den Innovationsinteressen der Unternehmen und der erwarteten wirtschaftlichen Bedeutung möglicher resultierender Innovationen. Die Auswertung der Umfrage wird im Oktober zugänglich gemacht.

Zwei der spannendsten Ideen für disruptive Innovationen werden im Rahmen der F.O.M.-Konferenz am 2. November 2016 aufgegriffen. Sie adressieren aktuelle Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft im Überschneidungsbereich von Medizintechnik und Digitalisierung beziehungsweise von Augenoptik, Photonik und Beschichtungstechnologien.

I:
Steuerung von Therapieverläufen mithilfe von Neurofeedback
Neurologische Interfaces zwischen Patient und Medizintechnik bieten enormes Potential, ein Feedback zum Therapieverlauf zu erhalten. Dieses Feedback, welches durch Auswertung von EEG-Signalen gewonnen wird, ist unabhängig von der Kooperation des Patienten und erfolgt auch, wenn der Patient nicht im wachen Stadium ist.

II:
3D-Druck von Rezeptbrillengläsern mit kratzfesten Hartschichtsystemen
In verschiedenen Branchen wird diese Technologie im kleinen Maßstab bereits eingesetzt. Ein Übertrag in die großindustrielle Brillenglasfertigung und -beschichtung (komplizierte Geometrien) steht noch aus. Damit könnte die Qualität verbessert werden und die Fertigungsprozesse schneller und günstiger gestaltet werden.

Die zwei Innovationsideen sollen in transdisziplinären Workshops zu konkreten Projektvorhaben weiterentwickelt werden, für welche Fördermittelmittel aus dem BMWi-Programm der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eingeworben werden sollen.

Abhängig von den Ergebnissen einer begleitenden Prozessevaluation sollen nach dieser Blaupause im Laufe der darauffolgenden sechs Monate weitere Innovationsideen in Projektvorhaben überführt werden.

Die Teilnahme an den Workshops steht allen Konferenzteilnehmern offen. Zur Konferenzwebseite gelangen Sie über diesen Link:
F.O.M.-Konferenz 2016: Innovative Industrie unterstützen

22.09.2016

F.O.M.-Geschäftsführer ab 01.01.2017 im AiF-Aufsichtsrat

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) wählte auf ihrer 63. Mitgliederversammlung drei zusätzliche Mitglieder in den satzungskonform erweiterten Gesamtvorstand sowie einen neuen Aufsichtsrat für die dreijährige Amtsperiode ab 01.01.2017.

Der bisherige VORSTAND der AiF mit Yvonne Karmann-Proppert (Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, Bonn, und Gesellschafterin der Firmengruppe Pharma-Zentrale GmbH, Herdecke) als Präsidentin und den beiden Vizepräsidenten Dr. Eduard Neufeld (Geschäftsführer und Leiter der Fogra Forschungs-gesellschaft Druck e. V., München) und Prof. Dr. Matthias Rehahn (C4-Professor am Ernst-Berl-Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der Technischen Universität Darmstadt) wird um die folgenden gewählten Vorstände erweitert: Bernhard Göcking (52 J., Geschäftsführender Gesellschafter der Emsländer Baustoffwerke GmbH & Co. KG, Haren-Ems), Dr.-Ing. Andreas Zielonka (59 J., Geschäftsführer des Vereins für das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie e. V. (fem) und Leiter dieses Instituts, Schwäbisch Gmünd) und Prof. Dr.-Ing. Hans-Werner Zoch (63 J., Geschäftsführender Direktor der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) und Direktor der Amtlichen Materialprüfanstalt (MPA), Bremen).

Der achtköpfige AUFSICHTSRAT der AiF setzt sich aus 3 Vertretern der Industrie, 4 Vertretern der 100 Ordentlichen Mitglieder der AiF und 1 Vertreter der Wissenschaft zusammen. Dem Ende des Jahres 2016 ausscheidenden Aufsichtsrat wurde für seine beratende Begleitung des Vorstands, der Unterstützung der strategischen Arbeit der AiF sowie die Wahrnehmung der Überwachungsfunktion in den zurückliegenden sechs Jahren durch Überreichung der Otto-von-Guericke-Medaille an den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr.-Ing. Erwin Flender gedankt. Für die kommende Amtsperiode wurde als Vertreter der Industrie gewählt: Jan Wilhelm Arntz (48 J., Geschäftsführender Gesellschafter der ARNTZ GmbH + Co. KG, Remscheid), Prof. Dr.-Ing. Sebastian Bauer (50 J., Geschäftsführer der BAUER Maschinen GmbH, Schrobenhausen) und Bernd Rhiemeier (Geschäftsführender Gesellschafter der AUCOTEAM GmbH, Berlin). Als Vertreter der AiF-Mitgliedsvereinigungen wurden gewählt: Rolf Michael Blume (56 J., Geschäftsführer der Internationalen Forschungs-vereinigung Futtermitteltechnik e. V. (IFF), Braunschweig), Dr. Markus Safaricz (49 J., Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.), Berlin), Martin Seeliger (52 J., Mitglied der Geschäftsleitung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk (IKV) an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen) und Prof. Dr. Kurt Wagemann (57 J., Geschäftsführer der DECHEMA Gesellschaft für Chemische technik und Biotechnologie e. V., Frankfurt a. Main). Als Vertreter der Wissenschaft wurde gewählt: Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (54 J., Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruhe).

Der seit 2012 amtierende Geschäftsführer der F.O.M., Dr. Markus Safaricz, vertritt die 64 Mitglieder zählende Gruppe der AiF-Forschungsvereinigungen, die im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung aus öffentlichen Mitteln ausschließlich mit externen Forschungsinstituten kooperieren. Safaricz zu seiner Wahl: "Das in mich gesetzte Vertrauen empfinde ich als große Ehre. Die AiF ist seit über 60 Jahren einer der bedeutendsten Säulen der mittelstandsorientierten Innovationsforschung in Deutschland. In den letzten fünf Jahren wurden sehr erfolgreich große Anstrengungen unternommen, um diesen Dachverband vollständig zu erneuern. Wir blicken heute auf eine moderne, transdisziplinäre Forschungsgemeinschaft mit einem Höchstgrad an Transparenz und vollständig digitalisierten operativen Abläufen. Ich freue mich sehr darauf, in den nächsten Jahren noch stärker und direkter als bisher dazu beitragen zu können, dass diese Dynamik gewahrt bleibt."

07.09.2016

Cosmetic and Medical Moisture Sensor

Das Projektvorhaben "Cosmetic and Medical Moisture Sensor (CosMMoS)" der Laser- und Medizin-Technologie GmbH in Berlin wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Die intakte Hautbarriere ist für eine gesunde Haut essentiell. Bei Hauterkrankungen ist sie gestört, was den Wassergehalt beeinflusst. Es gibt kein einfaches medizinisches Gerät zur quantitativen Beurteilung der Hautfeuchtigkeit. Projektziel ist die Entwicklung eines medizinisch einsetzbaren Sensors für die tiefenaufgelöste Messung des Wassergehalts im oberen Teil der Epidermis. Dazu wird im nahen Infrarot Licht unterschiedlicher Wellenlänge in die Haut eingestrahlt und die Reflektion gemessen. Durch eine Variation der Fokussierung sollen die erfassten tiefen-abhängigen Signale optimiert und aus ihnen der Wassergehalt errechnet werden.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 250 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

25.07.2016

Neue Förderrichtlinie des BMBF mit Schwerpunkt 'Medizintechnik'

Im Rahmen des etablierten Förderprogramms 'KMU-innovativ' des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde nun eine neue Förderrichtlinie zur Unterstützung der KMU in der Medizintechnik-Branche ins Leben gerufen. Erstmalig können ab sofort neben technologischen Schwerpunkten auch präklinische Untersuchungen und frühe klinische Machbarkeitsstudien gefördert werden. Die angestrebten Ergebnisse dieser Studien sollen einen belegten versorgungsseitigen oder medizinischen Bedarf decken und zur Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung beitragen.

Weitere Informationen zur neuen Förderrichtlinie finden Sie unter
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1218.html

14.07.2016

F.O.M.-Konferenz 2016: Innovative Industrie unterstützen

Der effiziente Technologieaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu gemeinschaftlich erforschten Innovationsthemen der Branchen Photonik, Optik, Präzisionsmechanik, Analysen- und Medizintechnik ist bereits Tradition auf der jährlichen F.O.M.-Konferenz. Projektvorhaben zu neuen Innovationsideen werden in Vorträgen vorgestellt und Ergebnisse (sowie Zwischenergebnisse) BMWi-geförderter Machbarkeitsstudien werden im Rahmen einer Posterausstellung auf dem "Marktplatz der Forschungsprojekte" transdisziplinär diskutiert.

In 2016 wollen wir verstärkt Innovationsideen direkt aus der Industrie aufnehmen und in geförderte Machbarkeitsstudien überführen. Auf der F.O.M.-Konferenz wird dazu in diesem Jahr erstmalig ein zusätzliches Veranstaltungsmodul angeboten: Industrie-angeregte Workshops zu möglichen Zukunftstechnologien in den von der F.O.M. begleiteten Branchen. Die Auswahl der Workshop-Themen erfolgt durch Auswertung einer im Juli 2016 durchgeführten Umfrage unter Mitgliedern der F.O.M. und kooperierender Verbände. Ziel ist die Bündelung von Forschungsideen und Definition von konkreten Forschungsfeldern, aus denen heraus förderungsfähige Projektvorhaben entwickelt werden sollen.

Unternehmensentscheider, F&E-Leiter und Innovationsmanager treffen auf innovationsorientiert forschende Wissenschaftler unseres über 20 Forschungseinrichtungen umfassenden Netzwerks und tauschen sich zu Innovationsideen der von uns begleiteten Technologiefelder aus.

Bereichert wird die diesjährige F.O.M.-Konferenz zudem durch die Präsentation von IGF-Projektergebnissen der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS), unserer AiF-Schwestervereinigung für vakuum- und plasmagestützter Oberflächentechnik, die auch ihre Beratungs- und Veranstaltungsangebote vorstellen wird.

[zur Konferenzwebseite]

14.07.2016

Förderung von Machbarkeitsstudien zu Ihren Innovationsideen

Wir möchten Sie bei Ihren Innovationsaktivitäten in Zukunft noch stärker unterstützen und Innovationsideen direkt aus der Industrie aufnehmen und in geförderte Machbarkeitsstudien überführen.

Wenn Sie sich an der Formung von innovativen Zukunftstechnologien mit unserer Unterstützung beteiligen möchten, bitten wir Sie um Teilnahme an der folgenden Umfrage.

Die gemeinnützige F.O.M. gibt seit über fünf Jahrzehnten Studien zur industriellen Machbarkeit in Auftrag. Für 69 % der von der F.O.M. im Rahmen des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eingereichten Projektanträge werden erfolgreich Fördermittel eingeworben. In den letzten fünf Jahren wurden vom Bund für 13 Forschungsprojekte der F.O.M. 4,4 Mio. Euro bereitgestellt und die Zwischen- und abschließenden Ergebnisse in transdisziplinären Sitzungen und auf F.O.M.-Konferenzen diskutiert sowie in detaillierten Berichten an die beteiligte Industrie weitergegeben. Mit den in diesem Jahr geförderten IGF-Projekten beliefert die F.O.M. 89 beteiligte Unternehmen mit innovationsrelevantem Knowhow. Zwölf Projektvorhaben befinden sich in Begutachtung oder in der Antragsvorbereitung. Im angehängten Flyer der F.O.M. finden Sie die Technologie-Bandbreite der meist interdisziplinären Projekte.

Über alle Technologiebranchen hinweg werden die meisten IGF-Machbarkeitsstudien durch innovationsorientierte Forschungsinstitute angeregt. Industrieausschüsse mit meist 10-20 teilnehmenden Unternehmen (KMU und große Unternehmen) begleiten diese zwei- bis dreijährigen Projekte, tragen durch Einbringen der Industrieexpertise und ihrer Kreativität zur optimalen Ergebniserzielung bei und ziehen effizient Nutzen aus dem projektbegleitenden Technologietransfer.

Sie planen z. B. Qualitätsverbesserungen bei medizintechnischen Produkten durch die Verwendung neuer Materialien oder durch Oberflächenfunktionalisierung? Ihr Ziel ist die Optimierung von Verfahren der additiven Fertigung durch Parallelisierung von Scannern oder Herstellung von qualitativen aufschmelzbaren Pulvern für verlässlich erreichbare, gewünschte Produkteigenschaften? Sie innovieren in Richtung "Smart Lab", z. B. durch Entwicklung prozessintegrierter Sensorik für in-situ-Messungen mit vernetzter, automatisierter Analytik? Sie arbeiten an Verfahren zur medizinischen Analyse von Tränenflüssigkeit über Kontaktlinsen? Die F.O.M. möchte mit ihren künftigen Machbarkeitsstudien noch stärker als bisher die Interessen Ihrer Branche aufgreifen.

Dies soll über die folgenden fünf Schritte erreicht werden:

1.       Mit Ihrer Hilfe und in Zusammenarbeit mit den mit uns kooperierenden Industrieverbänden und Netzwerken identifizieren wir aktuelle Technologietrends und sammeln Ideen für mögliche Zukunftstechnologien, die Fragen der industriellen Machbarkeit aufwerfen.

2.       Technologietrends und Ideen für Zukunftstechnologien werden gebündelt und Technologiezielfelder definiert.

3.       Wir suchen 2-5 Forschungsinstitute, mit deren Hilfe den Fragen nach der industriellen Machbarkeit der jeweiligen Technologiezielfelder optimal nachgegangenen werden kann.

4.       Wir bringen Industrie, Wissenschaft und unseren Wissenschaftlichen Beirat in Workshops zu den einzelnen Technologiezielfeldern zusammen, in denen aktuelle technologische Problemstellungen diskutiert, mögliche IGF-Projektziele und Lösungswege identifiziert und einzubindende Forschungsinstitute festgelegt werden.

5.       Schließlich integrieren wir die resultierenden Projektideen in unseren über Jahre stetig optimierten Ablaufplan der Antragserstellung und der Antragsqualitätssicherung.

Wenn Sie sich an der Formung von innovativen Zukunftstechnologien mit Unterstützung der F.O.M. beteiligen möchten, bitten wir Sie um die Teilnahme an unserer Umfrage:

[zur Umfrage]

Die Umfrage wird am 16. September 2016 geschlossen. Die Themenbündelung erfolgt bis zum 23.09.2016. Die Ergebnisse sowie die Themen der resultierenden Workshops werden im Anschluss zeitnah über unsere Nachrichten kommuniziert.

11.07.2016

Adhäsion von Knochenzellen auf Traumaimplantaten erfolgreich reduziert

Im Auftrag der F.O.M. erforschten Wissenschaftler um Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen und um Jan-Hendrik Klein-Wiele vom Laser-Laboratorium Göttingen (LLG) unter dem Namen "Licht als Werkzeug: Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" lichtbasierte Verfahren, um die Zelladhäsion auf Traumaimplantaten zu verringern.

Das IGF-Projekt wurde vom BMWi mit ca. 465.000 EUR gefördert. Zwölf Industrieunternehmen begleiteten die Forschung in einem projektbegleitenden Ausschuss.

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen werden oft Trauma­implan­tate eingesetzt, die lediglich temporär im Körper verbleiben sollen. Die Entnahme der Implantate wird jedoch durch den Bewuchs mit Osteoblasten und Fibroblasten erschwert. Knochenzellen können eine sehr hohe Haftung zur Implantatoberfläche aufbauen, festverwachsenes Gewebe ist nachteilig für die freie Sicht des Operateurs, zum Beispiel beim Auffinden von Schraubköpfen.

Vorteilhaft ist folglich die Reduzierung der Zellanhaftung an der Implantatoberfläche. Eine geringere Adhäsion bedeutet für den Patienten eine komplikationsfreiere Operation, insbesondere ein reduziertes Risiko einer Nerven­schädigung, kleinere Wunden, geringere Schmerzen und eine kürzere Wundheilungsphase. Damit verbunden senken sich die Operations- und Versorgungskosten.

Es konnte für medizinischen Edelstahl und für Titan demonstriert werden, dass es gelingt, das Zellwachstum von Osteoblasten sowohl durch Lasermikrostrukturierung als auch durch biokompatible Beschichtung zu reduzieren. Die Zellzahl konnte bis auf ca. 20 % und die zellbedeckte Fläche auf Werte unterhalb von 20 % reduziert werden. Die Zellhaftung konnte ebenso nachweislich reduziert werden.

Bevor die beiden Technologien in großer Breite eingesetzt werden können, sind verbleibende Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Hierzu wird beim BMWi ein Förderantrag für ein Fortsetzungsprojekt gestellt. Die vorläufige Planung der Forschungsagenda umfasst die folgenden Aufgaben beziehungsweise Ziele:  

  • Ausweitung der Prüfungen zur statistischen Absicherung  der Ergebnisse 
  • Korrelation der Ergebnisse des Zellwachstums mit Adhäsionsmessungen
  • Untersuchung der Auswirkungen von Zellverbundstrukturen 
  • Langzeitbeobachtung der Zellbesiedlung und damit potentiell zusammenhängender Veränderung der Adhäsion des Zellbewuchses auf der Implantatoberfläche
  • Validierung weiterer, relevanter Zelllinien (u. a. Fibroblasten)
  • Wechselwirkung der modifizierten Implantatoberfläche mit weiteren relevanten Medien (z. B. Proteinen)
  • Untersuchung der Ausbildung von fokalen Kontaktpunkten
  • Evaluierung der 3D-Eignung des Herstellungsprozesses bzw. dessen Anpassung
  • Wirkung der Oberflächenmodifikation auf die Kaltverschweißung von Schraubmaterial und Implantat
  • Definition des Herstellungsprozesses und Erhöhung der Prozesssicherheit

Sie haben Interesse an einer Mitwirkung oder an den Ergebnissen dieses und des Fortsetzungsprojektes? Wir laden Sie ein, am "Licht als Werkzeug"-Abschlusstreffen teilzunehmen, am 26.09.2016 in Göttingen. Bitte melden Sie sich hier formlos an und erhalten Sie die Einladung und die Angaben zum Veranstaltungsort.

10.07.2016

AiF-Gutachter befürworten neues IGF-Vorhaben EmmaV

Der Projektantrag "Entstehungsmechanismen mittelfrequenter Fehler und deren aktive Vermeidung (EmmaV)" der Technische Hochschule Deggendorf und der Hochschule Aalen wurde im Juli mit sehr guten 32 Punkten (von 40) durch die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit EUR 475.710 im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Bei hochwertigen Optikflächen können Fehler im mittleren Frequenzband zwischen Formabweichung und Rauheit (Mid-Spatial Frequency Errors, MSFE) dazu führen, dass die Optiken auf Grund des resultierenden Beugungs-und Streulichtanteils nicht verwendet werden können. Ziele des Projektvorhabens EmmaV sind die systematische Beschreibung von MSFE sowie deren aktive Vermeidung. Dazu werden die Erscheinungs-formen dieser Fehler analysiert und ihre Ursachen im Fertigungsdurchlauf identifiziert. Strategien zur MSFE-Vermeidung sollen durch Fehlersimulation und Optimierung von Prozessparametern entwickelt werden.

Entsprechend der aktuellen noch angespannten Fördersituation rechnen wir mit einer Freigabe des Projektstarts zu Beginn des kommenden Jahres.

Möchten Sie am Projektbegleitenden Industrieausschuss teilnehmen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

01.07.2016

Hybridfertigung optischer Oberflächen

Das Projektvorhaben "Hybridfertigung optischer Oberflächen (HyoptO)" der Technischen Hochschule Deggendorf und dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Steigende Ansprüche an Form, Rauheit und optische Sauberkeit optischer Komponenten führen bei konventionellen Schleif- und Polierverfahren zu Prozessketten mit immer feineren Abstufungen der Bearbeitungsschritte und folglich zu immer längeren Bearbeitungszeiten. Ziel von HyoptO ist, durch die Verknüpfung konventioneller Verfahren mit laserbasierten Prozessschritten die geforderten Qualitäten in deutlich verkürzten Bearbeitungszeiten zu erreichen. Hierzu werden Fraunhofer ILT und THD die geeigneten Schnittstellen der zu kombinierenden Verfahrenstechniken ermitteln und die Bearbeitungsparameter optimieren.

Das Projekt soll zur Winterrunde 2016 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Frühjahr 2017 starten. Es sollen ca. 465 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

29.06.2016

AiF-Gutachter befürworten neues IGF-Vorhaben der Medizintechnik

Der Projektantrag "Einsatz von Formgedächtnisaktoren in minimalinvasiven chirurgischen Instrumenten (EFORMIN)" des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden wurde im Juni mit  sehr guten 33 Punkten (von 40) durch die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit EUR 250.000 im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

In der minimalinvasiven Chirurgie wird eine Vielzahl an Instrumenten eingesetzt, deren Ausrichtung und Bewegung meist rein mechanisch über Bowdenzüge oder Zug- und Druckstangen erfolgt. Die Limitierung der Bewegungsfreiheitsgrade oder eine mechanische Übersetzung verhindern die intuitive und feinfühlige Handhabung. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines multifunktionalen, minimalinvasiven Instruments mit verbesserter Handhabung. Mit Antrieben auf Basis von Formgedächtnismaterialien wird ein modulares Instrument aus Einzelkomponenten mit Feedback entwickelt, das sich an die jeweilige Anwendung anpassen lässt.

Entsprechend der aktuellen noch angespannten Fördersituation rechnen wir mit einer Freigabe des Projektstarts zu Beginn des kommenden Jahres.

Möchten Sie am Projektbegleitenden Industrieausschuss teilnehmen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.06.2016

Seminar zum Europäischen Einheitspatent UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES BREXIT

Anwälte Konstantin Schallmoser und Andreas Haberl von der Kanzlei Preu Bohlig & Partner, einer der renommiertesten Kanzleien für internationales Patentrecht, informieren Sie über Chancen und Risiken durch das neue Gerichtssystem und das Einheitspatent, über mögliche Strategien beim Anmeldeverhalten, Vor- und Nachteile eines „Opt-Out“, Reichweiten, Übersetzungsaufwand, Gerichtskosten, zu empfehlende Regelungen in Lizenzverträgen und das Übergangsrecht.

Obwohl die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, eine Fülle von juristischen Fragestellungen aufwirft, die zu regeln Zeit in Anspruch nehmen wird, hob Peter Ramsay, Präsident des Vorbereitenden Ausschusses, bei einer Veranstaltung am 6. Juni 2016 in Paris noch einmal deutlich den klaren Willen aller beteiligten Staaten hervor, dass der EU-Austritt das neue Europäische Patentsystem nicht zu Fall bringen wird. Es ist zu erwarten, dass man relativ rasch erkennen können wird, welche Szenarien für das neue europäische Patentsystem denkbar sind. Die Möglichkeiten reichen von einer vollen Integration Großbritanniens – trotz fehlender EU-Mitgliedschaft – über einen Start mit Großbritannien und anschließender Anpassung des Systems an die veränderte Rechtslage gemäß Artikel 87 EPGÜ bis hin zu einer Überarbeitung der Verträge.

Unsere Referenten, die sich mit diesem Thema bereits vertieft auseinandergesetzt haben, werden Ihnen in dem Seminar den aktuellsten Stand dieser Diskussionen mitteilen, die Auswirkungen auf den Zeitplan beleuchten und die für alle Beteiligten zu beachtenden Konsequenzen aufzeigen.

Veranstaltungswebseite

03.06.2016

Bundeswirtschaftsminister besucht F.O.M.-Projekte

Am 02. Juni 2016 wurden auf dem 23. Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Ergebnisse von fast 200 innovationsorientierten Forschungsprojekten präsentiert und diskutiert. Über 300 Austeller aus ganz Deutschland stellten Demonstratoren von industrieller Machbarkeit von Innovationsideen, Prototypen und Dienstleistungen zur Unterstützung von Innovationsschöpfung vor. Die jährliche Leistungsschau ist längst zur Tradition geworden und bietet allen Interessenten Einblick in die aktuellen Inspirationen unserer Industrie über deren gesamten Breite.

Die ausgestellten Projektergebnisse entstammen nahezu vollständig der BMWi-Mittelstandsförderung: Die Forschung wurde über das Programm der "Industriellen Gemeinschaftsforschung" (IGF) oder über das "Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand" (ZIM) gefördert. Jährlich werden hierfür ca. 670 Mio. Euro bereitgestellt. Das Zusammenwirken dieser beiden Förderprogramme und ein eingespielter Technologietransfer stellen das Rückgrat der besonderen deutschen Innovationsstärke dar.

Von Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und -verbänden  gleichermaßen zum transdisziplinären Austausch genutzt, ist der Innovationstag Mittelstand auch für die F.O.M. eines der wichtigsten Events im Jahr. In diesem Jahr bewarb sich die F.O.M. mit vier exzellenten IGF-Projekten um die begehrte Möglichkeit, die Ergebnisse ausstellen zu dürfen, und war auf gesamter Breite erfolgreich. Kreative Demonstratoren veranschaulichten die Ergebnisse folgender Projekte: 

Endoskopische Fasersonde zur dreidimensionalen Gewebecharakterisierung mittels Optischer Kohärenztomographie ("EndoSens"; präsentiert von Niels König vom Fraunhofer IPT Aachen)

Weiterentwicklung einer laserbasierten Technologie für die Herstellung von Sub-Mikrostrukturen auf Metallwerkzeugen ("LAMETA"; präsentiert von Matthias Bieda vom Fraunhofer IWS Dresden)

Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten ("Licht als Werkzeug"; präsentiert von Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer IFAM Bremen und von Jan-Hendrik Klein-Wiele vom Laser-Laboratorium Göttingen)

Mitochondriales Monitoring von Stoffwechseländerungen bei neurologischen Erkrankungen mittels optischer Systeme ("Mitoskopie"; präsentiert von Dr. Angelika Rück von der Core Facility für konfokale und Multiphotonen-Mikroskopie der Universität Ulm und Dr. Björn von Einem von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Ulm)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und der Leiter der BMWi-Abteilung Digital- und Innovationspolitik, Ministerialdirigent Stefan Schnorr, zeigten ausgesprochenes Interesse an den F.O.M.-Projekten und betonten die Wichtigkeit unserer Forschungsinhalte für die Bewältigung der auf uns zukommenden Herausforderungen.

29.04.2016

Mitoskopie in der Endauswahl zum IGF-Projekt des Jahres

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) verleiht jährlich den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) den Otto von Guerricke-Preis, um damit herausragende Arbeit auszuzeichnen.

Den Wissenschaftlichen Rat der AiF konnten die hervorragenden Ergebnisse des Projektes "Mitoskopie - Mitochondriales Monitoring von Stoffwechseländerungen bei neurologischen Erkrankungen mittels optischer Systeme" überzeugen, die durch ein vorbildliches Projektmanagement der Core Facility für konfokale und Multiphotonen-Mikroskopie der Universität Ulm und der Klinik für Neurologie der Universitätsklinik Ulm ermöglicht wurden. 

Mit einem innovativen Screening-System können nun Stoffwechselprozesse in den Mitochondrien von Nervenzellen beobachtet werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten der Ursachenforschung und erlaubt die Verfolgung von Auswirkungen neuer medikamentöser Therapieansätze für neurodegenerative Erkrankungen, wie Alzheimer, sowie für andere Erkrankungen, die im Zuge der immer älter werdenden Gesellschaft von zunehmender volkswirtschaftlichen Relevanz sind, wie z. B. Diabetes.

Mitoskopie wurde als eines der drei aussichtsreichsten Projekte für die Endauswahl zum IGF-Projekt des Jahres ausgewählt. Die F.O.M. gratuliert den Wissenschaftlern, Dr. Angelika Rück, Prof. Dr. med. Christine A. F. von Arnim und Dr. Björn von Einem, herzlich zu dieser Anerkennung ihrer herausragenden Leistung. Für die finale Entscheidungsrunde wünschen wir dem Team viel Erfolg.

15.03.2016

Erneut steigende FuE-Aufwendungen und mehr FuE-Personal

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft veröffentlichte seine nach OECD-Vorgaben erhobene Jahresstatistik zu den deutschen Wirtschafts-bezogenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE): Im Jahr 2014 wurde mit fast 57,0 Mrd. Euro (2013: 53,6 Mrd. Euro) ein neuer Höchststand für Unternehmens-interne FuE-Aufwendungen erreicht.

Zusätzlich zu den internen FuE-Aufwendungen wurden ca. 16,1 Mrd. Euro für externe FuE-Aufwendungen ausgegeben, also für Forschungsaufträge an externe Unternehmen, Hochschulen oder Forschungsinstituten.

Der Anteil der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg auf 1,95 %. Die öffentlichen FuE-Aufwendungen, die überwiegend in Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen eingesetzt werden, betrugen zusätzlich etwa 0,9 % des BIP – ein seit 2009 nahezu konstanter Wert.

Die gemeinsamen FuE-Aufwendungen von öffentlicher Hand und Wirtschaft blieben somit in Deutschland mit 2,86 % zwar über den FuE-Quoten der USA (2,73 %), China (2,05 %) und dem EU28-Durchschnitt (1,94 %), aber hinter Österreich (2,99 %) und der Schweiz (2,96 %) wieder knapp unter der 3 %-Marke, auf Platz 9 im internationalen Vergleich. Die FuE-Aufwendungs-intensivsten Staaten sind Südkorea (4,29 %), Israel (4,11 %), Japan (3,58 %), Finnland (3,17 %), Schweden (3,16 %) und Taiwan (3,01 %).

Vergleicht man die FuE-Aufwendungen verschiedener Unternehmensgrößen, zeigt sich, dass die internen FuE-Aufwendungen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU; unter 250 Beschäftigte) in 2014 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,5 % stiegen, während bei großen Unternehmen ab 500 Beschäftigten (GU) eine Steigerung um 7,2 % zu verzeichnen ist. Der Zuwachs bei den externen FuE-Aufwendungen verhält sich jedoch für beide Unternehmensgrößenklassen ähnlich: bei KMU +8,3 %, bei GU +7,1 %. Setzt man die externen FuE-Aufwendungen ins Verhältnis zu den Gesamtauswendungen für FuE, so stieg die Bedeutung der externen FuE-Aufwendungen bei KMU von 14,1 % auf 14,8 %, während sie bei GU stabil bei einem Anteil von 23,15 % verblieb.

Aufgeschlüsselt nach Forschungsintensitäten zeigt sich folgendes Bild: Bei den forschungsintensivsten Industriebranchen der Spitzentechnologien (mit einem Anteil des FuE-Aufwands am Umsatz von über 9 %) stiegen in 2014 die internen FuE-Aufwendungen um 1,4 % relativ zum Vorjahr. Die externen FuE-Aufwendungen sanken hingegen um 4,2 %. Bei nicht forschungsintensiven Industrien (FuE-Anteil am Umsatz < 3 %) stiegen die internen FuE-Aufwendungen um 3,0 % und die externen FuE-Aufwendungen um 2,8 %.

Im Durchschnitt beschäftigten deutsche Unternehmen in 2014 3,1 % mehr Forschungspersonal als in 2013. Entgegen den Ergebnissen anderer Gutachten zeigen die Zahlen des Stifterverbands einen ähnlichen Zuwachs an FuE-Personal bei KMU (+2,6 %) wie bei GU (+3,4 %). Der Zuwachs an FuE-Personal betrug 2,2 % bei den Spitzentechnologien und 1,3 % bei nicht forschungsintensiven Branchen.

Es lässt sich zusammenfassen, dass der breit angelegte positive Trend mit steigenden FuE-Aufwendungen und anwachsendem FuE-Personal in der deutschen Wirtschaft, der in 2013 vorrübergehend ins Stocken geriet, in 2014 kraftvoll fortgesetzt werden konnte, auch bei KMU. Dieser Trend wird sich nach den vom Stifterverband veröffentlichten Zahlen zur FuE-Budgetplanung für 2015 voraussichtlich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt haben.

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