24.03.2017

Erhöhung der IGF-Fördermittel für 2018

Auf Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD wurde in der gestrigen Sitzung des Deutschen Bundestages die Regierung per Beschluss aufgefordert, Maßnahmen zur Stärkung der Innovationskraft von kleinen und mittleren Unternehmen zu ergreifen.

"Im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel" soll eine Aufstockung der jährlichen Budgets für die Förderprogramme IGF und ZIM des Bundeswirtschaftsministeriums auf 200 Mio. EUR bzw. 700 Mio. EUR vorgenommen werden. Der Beschluss zeigt, dass die CDU/CSU und SPD die Projektförderung als einen wichtigen Bestandteil ansieht, um einen höheren Anreiz für mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung zu schaffen.

15.03.2017

IGF-Vorhaben zur 3D-Aufbautechnik für optische Gyroskope befürwortet

Der Projektantrag "Konzipierung und Validierung einer hochpräzisen 3D-Aufbautechnik für miniaturisierte optische Mikroresonator Gyroskope (MiReG)" der TU Berlin, Forschungschwerpunkt Technologien der Mikroperipherik, wurde mit sehr guten 34 Punkten (von 40) von den Gutachtern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit 244.270,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Das Projekt kann somit voraussichtlich im Herbst 2017 starten.

Bei hochsensiblen optischen Gyroskopen, z. B. für Navigationsgeräte in Luft- und Raumfahrt, werden bisher verschiedene Materialien hybrid integriert, deren unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten häufig zur Dejustage führen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer thermisch unempfindlichen Aufbau- und Verbindungstechnik für hochpräzise miniaturisierte Gyroskope auf Basis von optischen Kugelresonatoren. Hierfür ist die Verwendung eines kostengünstig herstellbaren Halbzeugs ausschließlich aus dünnem Displayglas vorgesehen.

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss mit 14 Unternehmen (darunter 11 KMU) unterstützt. Möchten Sie das Projekt durch Ihre Teilnahme am Projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

10.03.2017

Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten

Das Projektvorhaben "Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten (LightTraum)" des Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen verbleiben Implantate oft nur temporär im Körper. Ihre Entnahme wird jedoch aufgrund des Bewuchses durch z. B. Knochenzellen erschwert. Eine starke Zelladhäsion ist Ursache hoher OP-Risiken und Versorgungskosten. Die effektive Reduktion der Zellhaftung durch LightPLAS-Beschichtung des Implantats wurde demonstriert. Projektziel ist, verbleibende Nutzungshürden durch Erhöhung der Prozesssicherheit abzubauen. Dazu wird die Effektivität bei weiteren Zelltypen und Implantatmaterialien untersucht, die statistische Evaluierung erweitert und eine konkrete Prozesstechnik erarbeitet.

Das Projekt soll zur Herbstrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Frühjahr 2018 starten. Es sollen ca. 250 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

09.03.2017

IGF-Vorhaben zur Hautkrebs-Früherkennung befürwortet

Der Projektantrag "Strukturierte Beleuchtung und hyperspektrale Bildgebung als neuartiger Ansatz zur Tumorerkennung in der Dermatologie (HSI-plus)" der Universität Ulm, Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik, wurde mit sehr guten 35 Punkten (von 40) von den Gutachtern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit 249.620,00 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Das Projekt kann voraussichtlich im Sommer 2017 starten.

Bei Untersuchungen zur Hautkrebsfrüherkennung erfolgen Biopsien heute meist ausschließlich auf Basis visueller Kontrollen und abhängig von der Erfahrung der durchführenden Ärzte. Projektziel ist die Entwicklung eines bildgebenden Messsystems zur objektiven Erkennung prämaligner Läsionen der Haut. Dazu werden zwei Technologien kombiniert: Mit strukturierter Beleuchtung soll eine Tiefenauflösung erreicht und störende Signalanteile aus unteren Gewebeschichten herausgefiltert werden. Ein multifokales hyperspektrales Kamerasystem soll Zellveränderungen durch ortsaufgelöste Erfassung optischer Hauteigenschaften abbilden.

Die AiF-Gutachter lobten die hohe wirtschaftliche Relevanz: "Eine Minderung der Todesrate von fast 3000 Personen jährlich in Deutschland durch eine günstige und frühzeitige Diagnosemöglichkeit, die sogar bei Allgemeinärzten (hoher potenzieller Nutzerkreis!) einsetzbar wäre, ist als sehr positiv zu bewerten. Gleichzeitig ermöglicht die Methodenentwicklung der optischen, spektralen Prüfung zukünftige Einsatzbereiche in anderen Branchen und damit könnten die beteiligten KMU ihr Geschäftsmodell für die Zukunft sichern."

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Industrieausschuss mit 11 Unternehmen (darunter 8 KMU) und SPECTARIS, dem Deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e. V., unterstützt. Möchten Sie das Projekt durch Ihre Teilnahme am Projektbegleitenden Ausschuss oder durch eine Beteiligung an den Administrationskosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.02.2017

Und es kommt doch! Das Europäische Einheitspatent startet im Dezember 2017

Das Europäische Patentgericht wird nach dem jüngst veröffentlichten Zeitplan des Vorbereitenden Ausschusses am 1. Dezember 2017 seine Arbeit aufnehmen und das „Europäische Patent einheitlicher Wirkung“ wird dann starten – spätestens Anfang April 2017 wird Großbritannien die Ratifizierungsurkunde hinterlegen und damit die nach dem Brexit-Referendum entstandene Unsicherheit endgültig beseitigen. Auch in Deutschland ist das Gesetzgebungsverfahren bis Anfang April 2017 abgeschlossen.

Danach geht es Schlag auf Schlag: Ab Mai 2017 vorläufige Anwendbarkeit der institutionellen Bestimmungen, Verabschiedung der Verfahrensordnung, Wahl und Ernennung der Richter, Einrichtung der Gerichtskanzlei. Ab September 2017 sollen Anträge auf Opt-Out gestellt werden können.

Sind Sie über die Konsequenzen, auch für Ihre bereits bestehenden, herkömmlichen Europäischen Patente („Bündelpatente“) ausreichend informiert? Ein passives Verhalten bewirkt den automatischen Transfer der bisherigen Europäischen Patente in das neue Gerichtssystem des Einheitlichen Patentgerichts.

Unsere Experten von einer der renommiertesten Kanzleien für internationales Patentrecht informieren Sie in diesem Seminar über Chancen und Risiken durch das neue Gerichtssystem und das Einheits-patent, über mögliche Strategien beim Anmeldeverhalten, Vor- und Nachteile eines „Opt-Out“, Reichweiten, Übersetzungsaufwand, Gerichtskosten, zu empfehlende Regelungen in Lizenzverträgen und das Übergangsrecht.

Veranstaltungsseite

Einladungsschreiben (PDF)

20.02.2017

Wie unterstützt Ihre Partei die innovationsorientierte Forschung?

Auch zu dieser Wahl versendete der mit der F.O.M. kooperierende Industrieverband SPECTARIS Prüfsteine an die Generalsekretäre der Parteien (SPD, CDU, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die LINKE). Die F.O.M. beteiligt sich mit der Unterbreitung zweier Forderungen aus dem Bereich "Forschung & Innovation". Weitere Forderungen beziehen sich auf Themen der Außenwirtschaft sowie auf Themen der Branchenverbände Medizintechnik, Augenoptik und Photonik.

1)

"Gesundes Leben" ist eine von sechs "Prioritären Zukunftsaufgaben" der Hightech-Strategie der aktuellen Bundesregierung. Das BGM, das BMBF und das BMWi haben die ressortübergreifende Zusammenarbeit zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgabe beschlossen. Die F.O.M. fordert effektive ressortübergreifende Maßnahmen zur Stärkung der Innovationskraft von Medizintechnikunternehmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Zur effizienten Umsetzung empfiehlt die F.O.M. die Einrichtung einer AiF-Forschungsallianz "Gesundes Leben/Medizintechnik" unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen.

Deutschland ist mit einem Umfang von 23 Mrd. Euro weltweit der drittgrößte Produzent von Medizinprodukten. Der Export deutscher Medizinprodukte hat einen Welthandelsanteil von 14,6 %, an zweiter Stelle hinter den USA. 64 % der deutschen Medizinprodukte werden exportiert. Die Branche beschäftigt ca. 190.000 Mitarbeiter. Rund 95 % der Medizintechnik-Unternehmen sind KMU. Die Bedeutung von Innovationen in der Medizintechnik für Deutschland wird dadurch deutlich, dass ca. ein Drittel der Produkte weniger als drei Jahre alt sind. In Medizintechnikprodukten finden zahlreiche Schlüsseltechnologien Anwendung, z. B. Optische Technologien, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie, etc.

Der nationale Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ soll die mittelständisch geprägte Medizintechnikbranche in Deutschland stärken und die internationale Spitzenposition festigen und ausbauen. Ziel dieser Förderinitiative ist, zu einer kohärenten, bedarfsgerechten Forschungs- und Innovationspolitik zu gelangen. Bisheriges Ergebnis der resultierenden Aktivitäten zur Umsetzung: drei getrennte Maßnahmenlisten der drei Ressorts.

Zur Erzielung der größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder ist es sinnvoll, die Förderung dort anzusetzen, wo ohne Förderung die meisten Innovationsideen aufgrund zu hoher Risiken verloren gingen, also in der Frühphase der Innovationsschöpfung, in der die industrielle Machbarkeit noch nicht nachgewiesen ist und die Amortisierungsrisiken von FuE-Aufwendungen konsequenterweise am höchsten sind. Transdisziplinäre und vorwettbewerbliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in klar definierten Projekten erhöht die Effektivität zusätzlich beträchtlich. Diese Anforderungen an ein Förderprogramm lassen das BMWi-Konzept der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) optimal erscheinen. Aufgrund der eingeschränkten Fördermittel des IGF-Programms und der in den Programmrichtlinien festgelegten Themenoffenheit, die auf eine Breitenwirkung für die Gesamtheit der mittelständischen Industriebranchen in Deutschland ausgerichtet ist, ist eine prioritäre Zuwendung von Fördermitteln für medizintechnische oder gesundheitliche Themen jedoch nicht möglich.

Zur Bewältigung der prioritären Zukunftsaufgabe "Gesundes Leben" könnten von BMBF oder BGM Fördermittel bereitgestellt und über eine AiF-externe Trägerschaft vergeben werden. Gefördert würde nach den Vorgaben der IGF, also 2-3-jährige, vorwettbewerbliche Studien der industriellen Machbarkeit von konkreten Innovationsideen unter der besonderen Berücksichtigung des Nutzens für KMU. Zur größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder sollte die AiF als Technologietransfer-erfahrener Partner des Förderprogramms fungieren und die ausgereiften Werkzeuge zur Verfügung stellen, die die IGF so erfolgreich machen: 1.) das ehrenamtliche IGF-Gutachterwesen der AiF und 2.) eine AiF-Forschungsallianz von relevanten Networking-, Administrations- und Technologietransfer-erfahrenen Forschungsvereinigungen, über die Projektanträge eingereicht werden könnten.

IGF-Projekte zu gesundheitlichen und medizintechnischen Themen involvieren in der Regel Kliniker in projektbegleitenden Ausschüssen. Validierungen sind häufig Bestandteil von Arbeitspaketen medizinischer IGF-Projekte und werden hierüber gefördert. Eine AiF-Forschungsallianz Gesundes Leben / Medizintechnik würde uns vielen Lösungen zu Fragen der Prioritären Zukunftsaufgabe Gesundes Leben effizient näherbringen.

2)

Die Fähigkeit unserer Wirtschaft, im globalen Wettbewerb zu bestehen, hängt wesentlich davon ab, ob die Amortisierungsrisiken von Investitionen zur Entwicklung von Innovationen durch öffentliche Fördermittel minimiert werden können. Die F.O.M. fordert daher eine signifikante Aufstockung der Forschungsförderung von innovationsorientierten, transdisziplinären und vorwettbewerblichen Projekten der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) sowie kontinuierliche Anpassungen des IGF-Förderetats in darauffolgenden Jahren.

Der Standort Deutschland ist durch eine lange Historie der Findung und Entwicklung genialer Ideen und Innovationen geprägt. Deutschland nimmt in internationalen Vergleichen der Innovationskraft weltweit nachhaltig einen Spitzenplatz ein, der die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs in einer globalisierten Welt darstellt. Dieser wirtschaftliche Erfolg ist der Motor unseres Wohlstands, denn die direkten Steuerleistungen der Unternehmen sowie die Besteuerung der Arbeit bilden zusammen die Haupteinnahmequelle des Staates und erlauben unter anderem die Finanzierung der gesamtstaatlichen Aufgaben wie die Unterhaltung des Bildungssystems, der Infrastruktur und die Sicherstellung unserer Sicherheit. Doch weder die Nachhaltigkeit der Innovationskraft noch die resultierende Stärke unserer Wirtschaft stellen sich von selbst ein.

Die enorme Leistungsfähigkeit unseres Landes, zukünftige Technologieentwicklungen mitzugestalten, ist hauptsächlich dem weltweit einzigartigen deutschen System der besonderen parallel-gliedrigen Wissenschaftsförderung zu verdanken. Insbesondere die neuen gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen sind am effektivsten mithilfe einer vielseitigen Forschungslandschaft zu adressieren.

Die Finanzierung der Forschungsaufgaben verteilt sich im Wesentlichen auf drei Schultern, die des BMBF, die des BMWi und die der Industrie. Die über das BMBF zur Verfügung gestellte institutionelle Grundfinanzierung (8,3 Mrd. EUR/Jahr) sowie die DFG-getragene Programm- und Projektförderung (3,0 Mrd. EUR/Jahr) wird auf der einen Seite für ein umfassendes Netzwerk von Universitäten und Hochschulen zur Verfügung gestellt, auf der anderen Seite für sogenannte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Große Verbünde solcher Einrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft (1,6 Mrd. EUR/Jahr), die Fraunhofer Gesellschaft (0,6 Mrd. EUR), die Helmholtz-Gemeinschaft (3,0 Mrd./Jahr) und die Leibniz-Gemeinschaft (1,2 Mrd./Jahr), stehen neben zahlreichen Einzelinstitutionen, die sich in Organisationen wie der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) und der Zuse-Gemeinschaft vernetzen. Institute der beiden zuletzt genannten Netzwerke, die eine Schlüsselrolle der innovationsorientierten Forschung einnehmen, erhalten keine institutionelle Förderung sondern finanzieren sich überwiegend über thematische Programmförderungen des BMBF oder über BMWi-geförderte Forschungsprojekte (insbesondere im Rahmen des IGF- und des ZIM-Programms) sowie über Industriemittel.

Es ist essentiell, zu realisieren, dass die Fähigkeit unserer Wirtschaft, im globalen Wettbewerb zu bestehen, davon abhängt, dass öffentliche Fördermittel die Amortisierungsrisiken von Investitionen zur Entwicklung von Innovationen minimieren. Eine steuerliche Förderung könnte dem bei weitem nicht Rechnung tragen. Die Beteiligungsmöglichkeit von KMU an geförderten Studien der AiF-Forschungsvereinigungen, z. B. zum Nachweis der industriellen Machbarkeit von noch nicht vollständig ausgereiften Innovationsideen, begrenzt die erforderlichen Aufwendungen in dieser Frühphase der Innovationsschöpfung, mit noch hohem technologischen Risiko, für den Mittelstand am effektivsten.

Bedenkt man die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft und den stetig wachsenden Innovationsdruck, der auf den Unternehmen lastet, erscheint eine beträchtliche Ausweitung der aktuellen Innovationsforschungsförderung für unumgänglich und dringlich. Insbesondere das vorwettbewerbliche BMWi-Programm der Industriellen Gemeinschaftsforschung (0,17 Mrd./Jahr) begrenzt die hohen Risiken der Innovationsaktivitäten für KMU äußerst wirkungsvoll und erreicht durch projektbegleitende Industrieausschüsse bei jedem geförderten Projekt einen hohen Multiplikationsfaktor bezüglich der Effektivität der eingesetzten Mittel.

17.02.2017

AiF-Pressemitteilung zu IGF-Projekt Mitoskopie

Schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschland an der Alzheimer-Krankheit, Tendenz steigend: Experten rechnen mit drei Millionen Erkrankten im Jahr 2050. Es scheint sicher, dass Funktionsstörungen in den Mitochondrien der Zellen eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung der Krankheit spielen. Fehlerhafte Stoffwechselfunktionen in diesen „Kraftwerken der Zellen“, wie die Mitochondrien auch genannt werden, sollen ebenfalls für die Entstehung von Tumor- und Autoimmunerkrankungen verantwortlich sein.

Bislang war es nicht möglich, die komplexen Abläufe des mitochondrialen Stoffwechsels auf intrazellulärer Ebene darzustellen. Dr. Angelika Rück, Prof. Dr. Christine A. F. von Arnim und Dr. Björn von Einem von der Universität Ulm ist es jetzt gelungen, ein Verfahren zur optischen Darstellung der Prozesse in den Zellen zu entwickeln. Mithilfe dieser Methode, die im Rahmen eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Auftrag der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.) entwickelt wurde, ist es zukünftig möglich, erfolgversprechende Diagnostik und Therapieansätze zur Bekämpfung sogenannter Volkskrankheiten zu realisieren.

Das IGF-Vorhaben war im Dezember 2016 unter den drei Finalisten bei der Wahl zum Otto von Guericke-Preis der AiF. Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die vorwettbewerbliche IGF wird im Innovationsnetzwerk der AiF und ihrer 100 Forschungsvereinigungen organisiert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert.  
 
Diagnostik und Medikamentenentwicklung
Im gesunden Gehirn befinden sich 100 Milliarden Nervenzellen und in jeder einzelnen davon arbeiten an die 1.000 Mitochondrien. Bislang war es nicht möglich, die eigentliche Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar zu machen; der Zellstoffwechsel konnte lediglich über den Sauerstoffverbrauch der Zellen gemessen werden. Das neuartige Verfahren erlaubt es jetzt, diese Zellaktivitäten visuell abzubilden. Dazu haben die Ulmer Forscher zwei unterschiedliche Methoden der Fluoreszenz- und Phosphoreszenzmessung zu einem innovativen optischen Verfahren kombiniert. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass das Verfahren über die Diagnostik hinaus zukünftig auch für die Medikamentenentwicklung von Bedeutung sein wird.
 
„Vereinfacht gesagt messen wir die Dauer der Lichtemissionen der einfachsten Moleküle des mitochondrialen Stoffwechsels. Dazu verwenden wir einen Laser, der die Moleküle anregt und wir messen Dauer der Fluoreszenz und die Abklingzeit in Nanosekunden. Gleichzeitig ermitteln wir die Sauerstoffkonzentration mittels eines Phosphoreszenzmarkers.“, erklärt Rück. „Mit dem von uns entwickelten optischen Verfahren sind wir erstmals in der Lage wesentliche Stoffwechselprozesse in Mitochondrien lebender Zellen darzustellen. So können wir auch metabolische Veränderungen bei Krankheiten wie Alzheimer verstehen.“, ergänzt von Arnim.
 
„Die Ergebnisse dieses IGF-Projektes werden nicht nur die Entwicklung vielversprechender validierter Therapien vorantreiben; sie sind auch für den Mittelstand in Deutschland von hoher wirtschaftlicher Relevanz. Wir als mittelständisches Unternehmen sind davon überzeugt, dass wir für diese Methode in Zukunft noch weitere Anwendungsgebiete erschließen können.“, betont Dr.-Ing. Ludwig Bergann von der Becker & Hickl GmbH. Das Unternehmen war im Projektbegleitenden Ausschuss des IGF-Projektes aktiv.   
 
Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., die das IGF-Projekt auf den Weg gebracht und koordiniert hat, ist von dem Mehrwert der Ergebnisse überzeugt: „Die Menschen in unserer Gesellschaft werden immer älter und dadurch steigt die Häufigkeit von Alterskrankheiten. Der Erhalt des gesunden Lebens wurde daher von der Bundesregierung als eine der prioritären Zukunftsaufgaben ausgewiesen. Dieser Herausforderung stellen wir uns. Die Ergebnisse dieses interdisziplinären IGF-Projektes versprechen bedeutende Fortschritte in der Ursachenforschung von Krankheiten wie Alzheimer oder Diabetes. Zudem ermöglichen sie kleinen und mittelständischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen die Entwicklung wirksamer Therapieansätze.“  
 
Einen dreiminütigen Film zum Projekt finden Sie in der AiF-Mediathek unter https://www.aif.de/video-uebersicht.html.
 
Ansprechpartner zum Projekt
Dr. Angelika Rück, Universität Ulm, Core Facility Konfokale und Multiphotonen Mikroskopie, E-Mail: angelika.rueck(at)uni-ulm.de, Telefon: +49 731 50 33700
 
Dr. Markus Safaricz, Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.), E-Mail: safaricz(at)forschung-fom.de, Telefon: +49 30 414021 39

Pressekontakt
AiF e.V., Evelyn Bargs-Stahl, presse(at)aif.de, Telefon: +49 221 37680 114

 

Projektseite

vollständige AiF-Pressemitteilung

15.02.2017

Intentionelle Osseo-disintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden

Das Projektvorhaben "Intentionelle Osseodisintegration enossaler Implantate mit biophysikalischen Methoden (ODIN)" des Lehrstuhls für Wärme- und Stoffübertragung und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, RWTH Achen, wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Implantate können im menschlichen Knochen irreversibel festwachsen (Osseointegration). Zur Entfernung sind die Implantate herauszufräsen, was erhebliche Knochendefekte verursacht. Ziel dieses Projekts ist eine gewebeschonende, intentionelle Osseodisintegration. Hierzu soll ein kontrollierter, thermischer Impuls möglichst homogen an der Verbindungsfläche Implantat/Knochen generiert werden, um die Osseointegration zu lösen. Die Prozessführung soll datenbankgestützt für verschiedene Implantattypen erfolgen. Als Wärmequelle werden medizintechnische Laser, HF-Geräte, Wärmesonden und Perfusionsgeräte erprobt.

Das Projekt soll zur Herbstrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Frühjahr 2018 starten. Es sollen ca. 450 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

14.02.2017

Drittes IGF-Projekt der F.O.M. in diesem Jahr bewilligt

Auch das dritte IGF-Projekt der F.O.M. in diesem Jahr kann wie geplant am 01.03.2017 starten.
In dem Projekt ISICOM ("Entwicklung eines in situ Sensors zur Überwachung der metabolischen Aktivität in Bioprozessen") der Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie soll ein optischer Kombi-Sensor auf Basis von Fluoreszenzprinzip und Reflexionsmessung entwickelt werden, um metabolische Aktivitäten in Echtzeit zu erfassen.

Die Mitglieder des projektbegleitenden Industrieausschusses werden in der nächsten Zeit von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite ISICOM

10.02.2017

F.O.M. erneut auf Innovationstag Mittelstand am 18.05.2017

Am 18. Mai 2017 findet der 24. Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf dem Freigelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow statt.

Auch in diesem Jahr wird die F.O.M. mit einem Stand vertreten sein, um zusammen mit anderen ausgestellten Projekten zu bestätigen, dass die Fördermittel vom BMWi zur mittelstandorientierten Innovationsförderung überaus gewinnbringend eingesetzt sind.

Nähere Informationen finden Sie unter
http://www.zim-bmwi.de/veranstaltungen/innovationstag/innovationstag-mittelstand

02.02.2017

Bereits zwei IGF-Starts in 2017

Wie geplant konnten die beiden IGF-Projekte EmmaV ("Entstehungsmechanismen mittelfrequenter Fehler und deren aktive Vermeidung"; 18564 N) und EFORMIN ("Einsatz von Formgedächtnisaktoren in minimalinvasiven chirurgischen Instrumenten"; 19307 BR) am 01.01. bzw. am 01.02.2017 starten.

Die Mitglieder des projektbegleitenden Industrieausschusses werden zeitnah von den Forschungsleitern kontaktiert und zu einem ersten Kick-Off-Treffen eingeladen.

Projektseite EmmaV

Projektseite EFORMIN

 

21.12.2016

Frohe Weihnachten

21.12.2016

Industrie-angeregte Workshops in der IGF-Projektentwicklung

Die Rückläufe einer im Sommer 2016 publizierten Umfrage zu den Innovationsinteressen der von der F.O.M. und SPECTARIS betreuten Industriebranchen wurden im Herbst zu Themen kondensiert, die sich vorwettbewerblich signifikant weiterbringen lassen. Zwei der Themen wurden in Workshops auf der F.O.M.-Konferenz am 02.11.2016 aufgegriffen und mit interessierten Unternehmen und ausgesuchten Forschungsinstituten diskutiert. Beide Workshops führten zu dem Vorhaben, die Innovationsideen in IGF-Projekte überzuführen.

Die Innovationsidee "3D-Druck von Rezeptbrillengläsern mit kratzfesten Hartschichtsystemen" befasst sich mit einem potentiellen Übertrag additiver Fertigungsmethoden in die industrielle Brillenglasfertigung und -beschichtung, sodass Qualität verbessert und Fertigungsprozesse schneller und günstiger gestaltet werden können. Wissenschaftler der Fraunhofer-Institute IOF, IAP und ISC möchten nun in Begleitung verschiedener Unternehmen die Thematik angehen. Dabei sollen die Entwicklung und Charakterisierung druckfähiger Polymere in optischer Qualität und die Entwicklung von geeigneten Druckverfahren, die qualitativ hochwerte optische Flächen ergeben, im Mittelpunkt stehen. Weiterhin ist eine potentielle Erzeugung definierter Brechzahlgradienten eine der zentralen Fragestellungen.

Die Innovationsidee "Steuerung von Therapieverläufen mithilfe von Neurofeedback" will aus dem Potential einer simultanen Erfassung und Sammlung von Daten verschiedener medizinischer Parameter (z. B. EEG-Signale, Oberflächen-EMG, Atmungsbewegungssignale, ggf. Sauerstoffpartialdruck etc.) schöpfen, um bei künstlicher Beatmung von Patienten Lungenschädigungen durch asynchrone Gegenatmung zu vermeiden. Ein konkretes (erstes) erreichbares Ziel eines IGF-Projektvorhabens kann die Korrelation und anschließende multivariante Datenanalyse sein. In einem möglichen anschließenden Projekt kann ein Algorithmus zur Ventilatoransteuerung Projektziel sein. Das Projektvorhaben wird durch die Klinik für Anästhesiologie der Charité Berlin und die Neurotechnologie-Gruppe der Technischen Universität Berlin bearbeitet werden.

19.12.2016

Informationstechnische Methoden zur effektiveren Zahnreinigung

Das Projektvorhaben "Informationstechnische Methoden zur effektiveren Zahnreinigung (Smart iBrush)" der Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Medizinische Psychologie, der Universität Kassel, Fachgebiet Intelligente Eingebettete Systeme, und der Ostbayerischen TH Regensburg, Fachgebiet Informations-und Elektrotechnik, wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht

Zähneputzen dient der Erhaltung der Zahn-und Mundgesundheit. Bis heute ist jedoch nicht bekannt, wie dieser komplexe Vorgang am besten durchgeführt wird. Zahn-und Munderkrankungen sind daher weit verbreitet. Ziel des iBrush-Projekts ist die Entwicklung eines Zahnbürstensystems, das in Echtzeit zu optimierter Mundhygiene anleitet. Dazu soll eine mit Sensoren ausgestattete Zahnbürste die Bürstbewegungenaufzeichnen, mit Methoden des maschinellen Lernens analysierenund mit der Reinigungswirkung in Beziehung setzen. Eine zu entwickelnde Rückmeldefunktion navigiert durch den Putzvorgang und greift korrigierend ein.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 720 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

15.12.2016

ISICOM: AiF-Gutachter befürworten neues IGF-Projekt

Der Projektantrag "Entwicklung eines in situ Sensors zur Überwachung der metabolischen Aktivität in Bioprozessen (ISICOM)" der Leibniz Universität Hannover, Institut für Technische Chemie wurde im Dezember mit sehr guten 34 Punkten (von 40) durch die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit 159.460 EUR im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Ein ansteigender Pharmazeutikabedarf erfordert eine Steigerung von Effizienz und Verlässlichkeit der Überwachung und Regelung mehrphasiger biotechnologischer Prozesse. Neue Sensorkonzepte zur nicht-invasiven Echtzeiterfassung metabolischer Aktivität fehlen bisher. Projektziel ist, durch simultane Messung von Biomassekonzentration, pH- und pO2-Wert in einer kurzzeitig abgeschlossenen Kammer den O2-Verbrauch als Indikator des Zellzustands während der Kultivierung ohne Probenentnahme zu ermitteln. Dazu soll ein optischer Kombi-Sensor auf Basis von Fluoreszenzprinzip und Reflexionsmessung entwickelt werden.

Das Projekt kann voraussichtlich am 01.03.2017 starten.

Möchten Sie am Projektbegleitenden Industrieausschuss teilnehmen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

24.11.2016

Austausch mit BMWi-Zentral- abteilung zur Einrichtung einer AIF-Forschungsallianz "Gesundes Leben"

Am 17.11.2016 trafen sich Dr. Markus Safaricz, Geschäftsführer der F.O.M., und Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, mit der Zentralabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Diskussion einer vorgeschlagenen AiF-Forschungsallianz "Gesundes Leben / Medizintechnik". MinDir Harald Kuhne, Leiter der BMWi-Zentralabteilung, die unter anderem für den Haushalt des Ministeriums zuständig ist, MinR Jochen Puth-Weißenfels, Leiter des Referats Gesundheitswirtschaft, und Dr. Nils Plenge, Referent der Gesundheitswirtschaft, zeigten sich sehr interessiert an den vorgestellten Ideen:

(1)
Wenn Steuerliche FuE-Förderung, dann nur zusätzlich zur Projektförderung mit jährlichem Aufwuchs

Safaricz und Weiler legten dar, dass die halbjährlich aufkommende Forderung nach steuerlicher Förderung von FuE-Aktivitäten nur eingeschränkt im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen liegt. Seit Jahren legt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) eine dieser Forderung entsprechenden Handlungsempfehlung der Bundesregierung vor. Von Zeit zu Zeit wird diese Empfehlung von Parteien aufgegriffen und auf Antrag im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags diskutiert, wie zum Beispiel am 28.09.2016 im Rahmen der Diskussion des anschließend abgelehnten Gesetzentwurfs der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Aus Sicht der F.O.M. und von SPECTARIS ist es nicht richtig, dass mit steuerlicher Förderung gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besser erreicht werden könnten als mit der Projektförderung: In KMU existieren oft keine oder nur kleine Forschungsabteilungen, Mitarbeiter verfolgen Innovationsaktivitäten häufig neben anderen Aufgaben, für die sie zuständig sind, was eine steuerliche Anrechnung dieser Arbeiten als FuE-Aufwand zusätzlich erschwert. Die geringen zu erwartenden Steuererleichterungen erlauben keine ausreichende industrielle Innovationsforschung.

Deutlich erleichtert werden die Innovationsaktivitäten der KMU hingegen durch die effektive BMWi-Förderung projektgebundener Innovationsforschung, z. B. durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und das Programm der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Die Beteiligung von KMU an IGF-Projekten ist ohne Einbringung finanzieller Mittel möglich. Es existiert in Deutschland keine weitere vergleichbar kostengünstige Möglichkeit, an innovations-relevantes technologisches Know-how zu kommen. Im Rahmen der ca. 1.400 in 2015 laufenden IGF-Projekte gab es über 16.000 Unternehmensbeteiligungen. Ein weiterer Vorteil der IGF-Förderung: Solange sich die projektbegleitenden Industrieausschüsse überwiegend aus KMU zusammensetzen, können den Ausschüssen zusätzlich auch große Unternehmen beitreten. Damit ermöglicht die Industrielle Gemeinschaftsforschung eine häufig geforderte, über die Mittelstandsförderung hinausgehende Unterstützung von Innovationsaktivitäten kleinerer Großunternehmen.

ZIM und IGF sind vielerprobte, erfolgreiche Förderprogramme, deren Wirkung weit über die Forschung hinausgeht: Die in 2013 veröffentlichten Evaluierungsergebnisse des IGF-Förderprogramms ergab, dass die Forschungsarbeiten in 46 % der IGF-Projekte zum Erwerb von akademischen Abschlüssen beigetragen haben. In 41 % der Projekte übernahmen Industrieunternehmen der überwiegend mittelständisch zusammengesetzten projektbegleitenden Ausschüsse wissenschaftliches Personal. Die Programmförderung trägt also in erheblichem Maße zum Fachkräftenachwuchs bei.

Daher und aufgrund des wachsenden Innovationsdrucks, der auf unserer Industrie lastet, empfehlen die F.O.M. und SPECTARIS eine jährliche Steigerung der BMWi-Förderung von industrieller Forschung in Höhe von 3 %  -  entsprechend des jährlichen Aufwuchses für institutionelle Forschungsförderung des BMBFs, das im Pakt für Forschung und Innovation geregelt ist.

(2)
Förderung einer einzurichtenden
"Forschungsallianz Gesundes Leben / Medizintechnik"

"Gesundes Leben" ist eine von sechs "Prioritären Zukunftsaufgaben" der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung. Das Bundesgesundheitsministerium, das Bundesforschungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium haben die ressortübergreifende Zusammenarbeit zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgabe beschlossen. Bei dieser Zusammenarbeit geht es zum einen um die Lösung zentraler gesundheitlicher Herausforderungen, insbesondere angesichts alternder Gesellschaften. Zum anderen geht es um volkswirtschaftliche Aspekte:

Der Weltmarkt für Medizintechnik umfasst ca. 220 Mrd. Euro und wird zu über 10 % von der Deutschen Industrie bedient. Deutschland ist der drittgrößte Markt für Medizinprodukte, hinter den USA und China, und der drittgrößte Produzent (23 Mrd. Euro). Der Export deutscher Medizinprodukte hat einen Welthandelsanteil von 14,6 %, an zweiter Stelle hinter den USA. 64 % der deutschen Medizinprodukte werden exportiert. Die Branche beschäftigt ca. 190.000 Mitarbeiter. Rund 95 % der Medizintechnik-Unternehmen haben weniger als 250 Beschäftigte. Die Bedeutung von Innovationen in der Medizintechnik für Deutschland wird dadurch deutlich, dass ca. ein Drittel der Produkte weniger als drei Jahre alt sind. In Medizintechnikprodukten finden zahlreiche Schlüsseltechnologien Anwendung, z. B. Optische Technologien, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie, etc.

Der nationale Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ wurde fortgesetzt und weiterentwickelt, um die vorwiegend mittelständisch geprägte Medizintechnikbranche in Deutschland zu stärken und die internationale Spitzenposition zu festigen und auszubauen. Ziel dieser Förderinitiative ist, zu einer kohärenten, bedarfsgerechten Forschungs- und Innovationspolitik zu gelangen. Bisheriges Ergebnis der resultierenden Aktivitäten zur Umsetzung: drei getrennte Maßnahmenlisten der drei Ressorts.

Die F.O.M. und weitere gemeinnützige Forschungsvereinigungen der AiF (darunter DECHEMA, Forschungsgesellschaft für Messtechnik, Sensorik und Medizintechnik, Forschungsinstitut f. Leder u. Kunststoffbahnen, Forschungskuratorium TEXTIL, Hahn-Schickard-Gesellschaft) sowie die hinter diesen Forschungsvereinigungen stehenden Industrieverbände einschließlich SPECTARIS regen an, eine gemeinsame Maßnahme ins Leben zu rufen: Die Einrichtung einer AiF-Forschungsallianz Gesundes Leben/Medizintechnik.  -  Warum erscheint eine solche Einrichtung zwingend?

Um sich den Herausforderungen einer "Prioritäre Zukunftsaufgabe" in adequatem Umfang zu stellen, ist die verstärkte Unterstützung der Innovationskraft im relevanten Technologiefeld erforderlich. Zur Erzielung der größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder ist es dabei sinnvoll, die Förderung dort anzusetzen, wo ohne Förderung die meisten Innovationsideen aufgrund zu hoher Risiken verloren gingen, also in der Frühphase der Innovationsschöpfung, in der die industrielle Machbarkeit noch nicht nachgewiesen ist und die Amortisierungsrisiken von FuE-Aufwendungen konsequenterweise am höchsten sind. Die transdisziplinäre und vorwettbewerbliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in den Projekten erhöht die Effektivität zusätzlich beträchtlich. Diese Anforderungen an ein Förderprogramm lassen das BMWi-Konzept der Industriellen Gemeinschaftsforschung optimal erscheinen. Aufgrund der eingeschränkten Fördermittel des IGF-Programms und der in den Programmrichtlinien festgelegten Themenoffenheit, die auf eine Breitenwirkung für die Gesamtheit der mittelständischen Industriebranchen in Deutschland ausgerichtet ist, ist eine prioritäre Zuwendung von Födermitteln für medizintechnische oder ähnliche Themen jedoch nicht möglich.

Die Forschungsallianz könnte nach einem ähnlichen Prinzip konzipiert werden wie die Anfang 2016 gegründete AiF-Forschungsallianz Energiewende (FAE):

Zur Bewältigung der prioritären Zukunftsaufgabe "Gesundes Leben" könnten von BMBF oder BGM Fördermittel bereitgestellt und über eine AiF-externe Trägerschaft vergeben werden. Gefördert würde nach den Vorgaben der IGF, also 2-3-jährige, vorwettbewerbliche Studien der industriellen Machbarkeit von konkreten Innovationsideen unter der besonderen Berücksichtigung des Nutzens für KMU. Zur größtmöglichen Effektivität der eingesetzten Steuergelder sollte die AiF als Technologietransfer-erfahrener Partner des Förderprogramms fungieren und die ausgereiften Werkzeuge zur Verfügung stellen, die die Industrielle Gemeinschaftsforschung so erfolgreich machen: 1.) das ehrenamtliche IGF-Gutachterwesen der AiF und 2.) die erfahrenen Networking- und Administrationsstellen der AiF-Forschungsvereinigungen, über die Projektanträge eingereicht werden könnten.

Im Rahmen des nationalen Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ sprach man sich einheitlich dafür aus, dass Validierungen und möglichenfalls auch Klinische Studien vom Bund gefördert werden sollten. Weiterhin ist man seit Jahren bemüht, die notwendige aber sich nicht von selbst ergebende Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Unternehmen bei der Entwicklung von Innovationen im Gesundheitswesen zu verstärken. Das System der Industriellen Gemeinschaftsforschung erfüllt diese Erfordernisse bereits, zumindest teilweise: IGF-Projekte zu medizintechnischen (oder ähnlichen) Themen involvieren in der Regel Kliniker in den projektbegleitenden Ausschüssen. Zumindest Validierungen sind häufig Bestandteil von Arbeitspaketen medizinischer IGF-Projekte und werden hierüber gefördert.

Eine AiF-Forschungsallianz Gesundes Leben / Medizintechnik würde uns vielen Lösungen der Prioritären Zukunftsaufgabe Gesundes Leben effizient näherbringen. Der gesamte Gesprächskreis sprach sich für eine Fortsetzung des Austausches aus.

18.11.2016

F.O.M. repräsentiert IGF auf Clusterkonferenz 2016

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie brachte am 16.11.2016 in seinem Konferenzzentrum in Berlin Vertreter der BMWi-geförderten Netzwerke zusammen, deren gemeinsames Ziel die Unterstützung der Innovationskraft des deutschen Mittelstands ist. Auf der Clusterkonferenz 2016 "Innovative Netzwerke verbinden" stellten sich die drei großen Clusterarten vor: die 100 Forschungsvereinigungen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) -- darunter die F.O.M. --, die Kooperationsnetzwerke des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) sowie die Branchen- und Technologiecluster, die im Rahmen des Programms "go-cluster" beziehungsweise der zweiten Förderrunde "Cross-Cluster-Kooperationen" gefördert werden. Die Vertreter der verschiedenen Cluster nutzen die Konferenz zur Identifizierung von Synergie-Potentialen und zur Vernetzung der Netzwerke.

In seiner Ansprache würdigte der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Beckmeyer die bedeutende Rolle der Cluster und lobte insbesondere die Arbeit der 100 Forschungsvereinigungen, die unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) Projekte der Industriellen Gemeinschaftsforschung betreiben und damit "das Lebenselixier für den Mittelstand" darstellen. Beckmeyer: "Die deutsche Industrie ist der Motor der europäischen Wirtschaft. Das wollen wir bleiben und dafür müssen wir uns anstrengen."

In einer kleinen begleitenden Ausstellung wurden die drei Clusterarten mit drei repräsentativen Exponaten vorgestellt. Der F.O.M. wurde die Ehre zuteil, mit einem ihrer erfolgreichen IGF-Projekte die Industrielle Gemeinschaftsforschung repräsentieren zu dürfen: Im Projekt "Licht als Werkzeug -- Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" arbeiteten die Forscherteams um Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer IFAM Bremen und Herrn Jan-Hendrick Klein-Wiele vom Laser-Laboratorium Göttingen eng mit 12 Unternehmen, darunter 5 KMU, zusammen, um zukünftige Implantatentnahmen schmerz- und komplikationsärmer durchführen zu können.

11.11.2016

IGF-Aufstockung um 30 Mio. Euro beschlossen

In der 14-stündigen Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages von gestern 13.00 Uhr bis heute Nacht um 2.50 Uhr wurden die Einzelpläne des Bundeshaushalts 2017 abschließend beraten. Dabei wurden im Etat des Bundeswirtschaftsministeriums (Einzelplan 09) auf Antrag von CDU/CSU und SPD zusätzliche Mittel in Höhe von 82 Mio. Euro für die Förderung von Forschung und Innovationen zur Verfügung gestellt.

So wurden zusätzlich 30 Mio. Euro für die Industrielle Gemeinschafts-forschung (IGF) für 2017 sowie Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 48 Mio. Euro für die kommenden Jahre bewilligt und so die Mittel des seit über 60 Jahren äußerst erfolgreichen Förderprogramms auf 169 Mio. Euro aufgestockt.

Seit Jahren steigende Antragszahlen spiegeln den steigenden Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Nach einigen Jahren stagnierender Fördertöpfe ist die heute beschlossene Aufstockung insbesondere für den Mittelstand von großer Bedeutung.

Die innovationsorientierten IGF-Projekte zeichnen sich sämtlichst durch projektbegleitende Ausschüsse mit Experten aus der Wirtschaft aus. Vertreter von KMU, großen Unternehmen, Kliniken etc. befinden sich auf diese Weise im stetigen Austausch mit den Forschungsteams und bewirken einen effizienten Technologietransfer sowie Fortsetzung der Innovationsaktivitäten in Richtung Umsetzung. Damit garantiert die IGF eine nachhaltige, breite Basis für ein effektives Ausschöpfen des hervorragenden deutschen Innovationspotentials.

Die F.O.M. bedankt sich bei ihren Mitgliedern, die sie im Rahmen von gemeinsamen Terminen mit Politikern zur Vorstellung und Bewerbung der IGF begleitet haben. Diesen und entsprechenden Treffen mit Politikern von Vorständen und Geschäftsführern der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF), unserer Schwester-Forschungsvereinigungen und kooperierender Industrieverbände ist der Erfolg in den diesjährigen Haushaltsverhandlungen zu verdanken.

Pressemitteilung des BMWi

09.11.2016

Innovative Industrie unterstützen

Die Jahreskonferenz der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik (F.O.M.) stand in 2016 gänzlich im Zeichen der Unterstützung von Innovationsaktivitäten der und für die mittelständische Photonik- und Medizintechnikindustrie. Circa 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie und Politik tauschten sich zu Innovationsideen aus.

Lässt sich die Adhäsion von Knochen- und Gewebezellen auf wieder zu entfernenden Traumaimplantaten mittels Optischer Technologien reduzieren? Kann man mit Sensortechnologie in manuellen Zahnbürsten die Zahngesundheit noch effektiver erhalten? Wie kann die Kombination herkömmlicher Schleifverfahren mit Laserpolieren eine Halbierung der Fertigungszeit von Hochpräzisionsoptiken bewirken? Erhält die Ursachenforschung für Alzheimer Demenz durch zwei kombinierte Mikroskopierverfahren zur Visualisierung von Stoffwechsel- veränderungen in den Mitochondrien neuen Auftrieb und lässt sich die Wirksamkeit neuer Therapien bald effizient und belastbar untersuchen? Studien zur Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen wurden in diesem Jahr auf der F.O.M.-Konferenz inter- und transdisziplinär diskutiert. Sie sind Keimlinge für hochwertige Innovationen deutscher KMU.

In Vorträgen wurden neue Innovations- und Projektideen vorgestellt, für die Forschungsförderung im Rahmen des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden soll. Zwischen- und abschließende Ergebnisse wurden im Rahmen der Posterausstellung "Marktplatz der Forschungsprojekte" präsentiert und anwesenden Industrievertretern sowie Mitgliedern projektbegleitender Industrieausschüsse zugänglich gemacht. Das Bundeswirtschafts- ministerium zeigte großes Interesse an den vorgestellten Innovationsaktivitäten: Leiter und Mitarbeiter aus dem Referat "Industrieforschung für Unternehmen, Innovationsberatung" (MinR Thomas Zuleger, Dr. Margaretha Neudecker, Andrea Romeis) und dem Referat "Kernbereiche industrieller Wertschöpfung" (Pascal-Frederik Rogalla) ließen sich in einer einstündigen Begehung, die auch Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer des mit der F.O.M. kooperierenden Industrieverbands SPECTARIS, begleitete, von den Wissenschaftlern die Ergebnisse vorstellen. Präsentiert wurde auch ein Projekt zu Organisch-anorganische Funktionsschichten der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS), einer Schwestervereinigung der F.O.M. unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften (AiF). Informationsstände und -tische des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS für optische, medizinische und mechatronische Technologien, des Deutsches Institut für Normung (DIN), der Plattform "marktreif.berlin" der Industrie und Handelskammer Berlin sowie der EFDS und der F.O.M. bereicherten den Marktplatz der Forschungsprojekte.

In 2016 wurden auf der F.O.M.-Konferenz erstmals zusätzlich industrieangeregte Innovationsvorhaben in zwei Workshops aufgegriffen und das Format von den Teilnehmern gut aufgenommen: Sind 3D-gedruckte Rezeptbrillengläser mit kratzfesten Hartschichtsystemen machbar? Können Therapieparameter, z. B. bei der künstlichen Beatmung, durch Neurofeedback quasi-simultan so angepasst werden, dass Gesundheitsrisiken minimiert werden? Die F.O.M. brachte die Ideengeber der Industrie, weitere interessierte Unternehmen und Wissenschaftler von drei beziehungsweise zwei ausgewählten Forschungsinstituten an einen Tisch, um zu prüfen, ob ein gemeinsames Forschungsinteresse in ein IGF-Projektvorhaben übergeführt werden kann. Beide Workshops waren in dieser Hinsicht erfolgreich und die Arbeiten an der Erstellung eines Förderantrags haben begonnen.

Abschließend tagte die Mitgliederversammlung der F.O.M., informierte sich über die Vereinsereignisse des vergangenen Jahres und verabschiedete Pläne für die weitere Vereinsentwicklung. Die F.O.M.-Konferenz 2017 ist geplant für Mittwoch, den 8. November 2017, und wird voraussichtlich in denselben Räumlichkeiten, dem Besucher- und Schulungszentrum der KARL STORZ GmbH in Berlin, stattfinden. Wir freuen uns jetzt schon auf den wieder inspirierenden Austausch mit Ihnen.

04.11.2016

Cavity-Enhanced Raman-Spektroskopie für Prozessanalytik

Das Projektvorhaben "Cavity-Enhanced Raman-Spektroskopie für Prozessanalytik (CERS-Pro)" des Laser-Laboratoriums Göttingen wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Die Raman-Spektroskopie etabliert sich für viele Anwendungen als robuste und schnelle Analysetechnik, doch können viele Raman-aktive Substanzen bei niedrigen Stoffmengen, speziell bei Gasen, wegen der inhärent geringen Quantenausbeute nicht detektiert werden. Projektziel ist, die Eignung eines Cavity-Enhanced Raman Spektroskopie-Ansatzes (CERS) zur Steigerung der Nachweisstärke in der Prozessanalytik zu erforschen. Dazu wird eine feldtaugliche CERS-Technik für die Gasanalytik und Methoden zur automatisierten Substanzerkennung entwickelt sowie eine Kopplung an gaschromatographische Trennverfahren untersucht.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 250 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

07.10.2016

Optimierung von Prozessführung und Legierung zur Verarbeitung metallischer Gläser im Laser-Strahl-Schmelzprozess

Das Projektvorhaben "Optimierung von Prozessführung und Legierung zur Verarbeitung metallischer Gläser im Laser-Strahlschmelzprozess (OptmetGlas)" des Instituts für Produkt Engineering der Universität Duisburg-Essen und des Lehrstuhls f. Metallische Werkstoffe der Universität des Saarlandes wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Metallische Gläser besitzen aufgrund ihrer Amorphität einzigartige mechanische Eigenschaften und sind daher als Konstruktionswerkstoff höchst interessant. Die Bauteildimensionen sind jedoch bei der Verarbeitung durch konventionelle Fertigungsverfahren auf wenige Zentimeter begrenzt. Additive Laser-Strahlschmelzverfahren verfügen über das Potenzial, größere und komplexere Bauteile aus metallischem Glas herzustellen. Ziel des Vorhabens ist es, die herausragenden Materialeigenschaften für die breite industrielle Anwendung zu erschließen. Ermöglicht werden soll dies durch prozess- und legierungsseitige Optimierungen.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 290 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

04.10.2016

F.O.M. repräsentiert Industrielle Gemeinschaftsforschung auf Clusterkonferenz 2016 mit IGF-Projekt "Licht als Werkzeug"

Das Exponat „Skelett“ des IGF-Projekts Licht als Werkzeug (17957 N) wird als einziges Exponat vertretend für die IGF-Projekte auf der Herbsttagung 2016 „Innovative Netzwerke verbinden“ am 16.11.2016 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgestellt. Neben Frau Karmann-Proppert, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen, wird auch der Parlamentarische Staatsekretär Herr Beckmeyer anwesend sein, der die Tagung eröffnen wird.

Das Skelett ist mit einem laser-strukturierten Traumaimplantat versehen. Ziel des Projekts war die Adhäsionsreduktion von Knochenzellen auf Traumaimplantaten (Steckbrief). Den Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM Bremen und des Laser-Laboratoriums Göttingen ist es gelungen, die Zellzahl auf ca. 20 % und die zellbedeckte Fläche auf Werte unterhalb von 20 % zu reduzieren. Die Zellhaftung selbst konnte ebenso nachweislich reduziert werden.

30.09.2016

Innovationsinteressen der Industrie: Workshops

Im Sommer 2016 befragten die F.O.M. und der mit ihr kooperierende Industrieverband SPECTARIS ihre Mitglieder nach Themen und Intensität ihrer FuE-Aktivitäten, Hürden und Chancen von Technologietrends sowie nach den Innovationsinteressen der Unternehmen und der erwarteten wirtschaftlichen Bedeutung möglicher resultierender Innovationen. Die Auswertung der Umfrage wird im Oktober zugänglich gemacht.

Zwei der spannendsten Ideen für disruptive Innovationen werden im Rahmen der F.O.M.-Konferenz am 2. November 2016 aufgegriffen. Sie adressieren aktuelle Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft im Überschneidungsbereich von Medizintechnik und Digitalisierung beziehungsweise von Augenoptik, Photonik und Beschichtungstechnologien.

I:
Steuerung von Therapieverläufen mithilfe von Neurofeedback
Neurologische Interfaces zwischen Patient und Medizintechnik bieten enormes Potential, ein Feedback zum Therapieverlauf zu erhalten. Dieses Feedback, welches durch Auswertung von EEG-Signalen gewonnen wird, ist unabhängig von der Kooperation des Patienten und erfolgt auch, wenn der Patient nicht im wachen Stadium ist.

II:
3D-Druck von Rezeptbrillengläsern mit kratzfesten Hartschichtsystemen
In verschiedenen Branchen wird diese Technologie im kleinen Maßstab bereits eingesetzt. Ein Übertrag in die großindustrielle Brillenglasfertigung und -beschichtung (komplizierte Geometrien) steht noch aus. Damit könnte die Qualität verbessert werden und die Fertigungsprozesse schneller und günstiger gestaltet werden.

Die zwei Innovationsideen sollen in transdisziplinären Workshops zu konkreten Projektvorhaben weiterentwickelt werden, für welche Fördermittelmittel aus dem BMWi-Programm der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eingeworben werden sollen.

Abhängig von den Ergebnissen einer begleitenden Prozessevaluation sollen nach dieser Blaupause im Laufe der darauffolgenden sechs Monate weitere Innovationsideen in Projektvorhaben überführt werden.

Die Teilnahme an den Workshops steht allen Konferenzteilnehmern offen. Zur Konferenzwebseite gelangen Sie über diesen Link:
F.O.M.-Konferenz 2016: Innovative Industrie unterstützen

22.09.2016

F.O.M.-Geschäftsführer ab 01.01.2017 im AiF-Aufsichtsrat

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. (AiF) wählte auf ihrer 63. Mitgliederversammlung drei zusätzliche Mitglieder in den satzungskonform erweiterten Gesamtvorstand sowie einen neuen Aufsichtsrat für die dreijährige Amtsperiode ab 01.01.2017.

Der bisherige VORSTAND der AiF mit Yvonne Karmann-Proppert (Geschäftsführende Gesellschafterin der Pharma-Labor Yvonne Proppert GmbH, Bonn, und Gesellschafterin der Firmengruppe Pharma-Zentrale GmbH, Herdecke) als Präsidentin und den beiden Vizepräsidenten Dr. Eduard Neufeld (Geschäftsführer und Leiter der Fogra Forschungs-gesellschaft Druck e. V., München) und Prof. Dr. Matthias Rehahn (C4-Professor am Ernst-Berl-Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der Technischen Universität Darmstadt) wird um die folgenden gewählten Vorstände erweitert: Bernhard Göcking (52 J., Geschäftsführender Gesellschafter der Emsländer Baustoffwerke GmbH & Co. KG, Haren-Ems), Dr.-Ing. Andreas Zielonka (59 J., Geschäftsführer des Vereins für das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie e. V. (fem) und Leiter dieses Instituts, Schwäbisch Gmünd) und Prof. Dr.-Ing. Hans-Werner Zoch (63 J., Geschäftsführender Direktor der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) und Direktor der Amtlichen Materialprüfanstalt (MPA), Bremen).

Der achtköpfige AUFSICHTSRAT der AiF setzt sich aus 3 Vertretern der Industrie, 4 Vertretern der 100 Ordentlichen Mitglieder der AiF und 1 Vertreter der Wissenschaft zusammen. Dem Ende des Jahres 2016 ausscheidenden Aufsichtsrat wurde für seine beratende Begleitung des Vorstands, der Unterstützung der strategischen Arbeit der AiF sowie die Wahrnehmung der Überwachungsfunktion in den zurückliegenden sechs Jahren durch Überreichung der Otto-von-Guericke-Medaille an den bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr.-Ing. Erwin Flender gedankt. Für die kommende Amtsperiode wurde als Vertreter der Industrie gewählt: Jan Wilhelm Arntz (48 J., Geschäftsführender Gesellschafter der ARNTZ GmbH + Co. KG, Remscheid), Prof. Dr.-Ing. Sebastian Bauer (50 J., Geschäftsführer der BAUER Maschinen GmbH, Schrobenhausen) und Bernd Rhiemeier (Geschäftsführender Gesellschafter der AUCOTEAM GmbH, Berlin). Als Vertreter der AiF-Mitgliedsvereinigungen wurden gewählt: Rolf Michael Blume (56 J., Geschäftsführer der Internationalen Forschungs-vereinigung Futtermitteltechnik e. V. (IFF), Braunschweig), Dr. Markus Safaricz (49 J., Geschäftsführer der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik e. V. (F.O.M.), Berlin), Martin Seeliger (52 J., Mitglied der Geschäftsleitung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk (IKV) an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen) und Prof. Dr. Kurt Wagemann (57 J., Geschäftsführer der DECHEMA Gesellschaft für Chemische technik und Biotechnologie e. V., Frankfurt a. Main). Als Vertreter der Wissenschaft wurde gewählt: Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (54 J., Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruhe).

Der seit 2012 amtierende Geschäftsführer der F.O.M., Dr. Markus Safaricz, vertritt die 64 Mitglieder zählende Gruppe der AiF-Forschungsvereinigungen, die im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung aus öffentlichen Mitteln ausschließlich mit externen Forschungsinstituten kooperieren. Safaricz zu seiner Wahl: "Das in mich gesetzte Vertrauen empfinde ich als große Ehre. Die AiF ist seit über 60 Jahren einer der bedeutendsten Säulen der mittelstandsorientierten Innovationsforschung in Deutschland. In den letzten fünf Jahren wurden sehr erfolgreich große Anstrengungen unternommen, um diesen Dachverband vollständig zu erneuern. Wir blicken heute auf eine moderne, transdisziplinäre Forschungsgemeinschaft mit einem Höchstgrad an Transparenz und vollständig digitalisierten operativen Abläufen. Ich freue mich sehr darauf, in den nächsten Jahren noch stärker und direkter als bisher dazu beitragen zu können, dass diese Dynamik gewahrt bleibt."

07.09.2016

Cosmetic and Medical Moisture Sensor

Das Projektvorhaben "Cosmetic and Medical Moisture Sensor (CosMMoS)" der Laser- und Medizin-Technologie GmbH in Berlin wird in Kürze beim Wissenschaftlichen Beirat der F.O.M. zur Vorbegutachtung eingereicht.

Die intakte Hautbarriere ist für eine gesunde Haut essentiell. Bei Hauterkrankungen ist sie gestört, was den Wassergehalt beeinflusst. Es gibt kein einfaches medizinisches Gerät zur quantitativen Beurteilung der Hautfeuchtigkeit. Projektziel ist die Entwicklung eines medizinisch einsetzbaren Sensors für die tiefenaufgelöste Messung des Wassergehalts im oberen Teil der Epidermis. Dazu wird im nahen Infrarot Licht unterschiedlicher Wellenlänge in die Haut eingestrahlt und die Reflektion gemessen. Durch eine Variation der Fokussierung sollen die erfassten tiefen-abhängigen Signale optimiert und aus ihnen der Wassergehalt errechnet werden.

Das Projekt soll zur Sommerrunde 2017 der AiF-Gutachtersitzungen eingereicht werden und im Herbst 2017 starten. Es sollen ca. 250 T Euro Fördermittel aus dem Topf des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) beantragt werden.

Ziel der im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung geförderten Forschungsprojekte ist die Unterstützung deutscher mittelständischer Unternehmen bei der Verfolgung potentialreicher Innovationsideen. Daher sind für den Erfolg des Projektantrags die Darstellung eines nachdrücklichen Interesses und der Unterstützung durch Industrieunternehmen, insbesondere durch KMU, von zentraler Wichtigkeit.

Möchten Sie zur Ermöglichung des Projektvorhabens beitragen und es durch Teilnahme im Projektbegleitenden Industrieausschuss oder durch einen Förderbeitrag zur Abdeckung der administrativen Kosten unterstützen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

25.07.2016

Neue Förderrichtlinie des BMBF mit Schwerpunkt 'Medizintechnik'

Im Rahmen des etablierten Förderprogramms 'KMU-innovativ' des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde nun eine neue Förderrichtlinie zur Unterstützung der KMU in der Medizintechnik-Branche ins Leben gerufen. Erstmalig können ab sofort neben technologischen Schwerpunkten auch präklinische Untersuchungen und frühe klinische Machbarkeitsstudien gefördert werden. Die angestrebten Ergebnisse dieser Studien sollen einen belegten versorgungsseitigen oder medizinischen Bedarf decken und zur Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung beitragen.

Weitere Informationen zur neuen Förderrichtlinie finden Sie unter
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1218.html

14.07.2016

F.O.M.-Konferenz 2016: Innovative Industrie unterstützen

Der effiziente Technologieaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu gemeinschaftlich erforschten Innovationsthemen der Branchen Photonik, Optik, Präzisionsmechanik, Analysen- und Medizintechnik ist bereits Tradition auf der jährlichen F.O.M.-Konferenz. Projektvorhaben zu neuen Innovationsideen werden in Vorträgen vorgestellt und Ergebnisse (sowie Zwischenergebnisse) BMWi-geförderter Machbarkeitsstudien werden im Rahmen einer Posterausstellung auf dem "Marktplatz der Forschungsprojekte" transdisziplinär diskutiert.

In 2016 wollen wir verstärkt Innovationsideen direkt aus der Industrie aufnehmen und in geförderte Machbarkeitsstudien überführen. Auf der F.O.M.-Konferenz wird dazu in diesem Jahr erstmalig ein zusätzliches Veranstaltungsmodul angeboten: Industrie-angeregte Workshops zu möglichen Zukunftstechnologien in den von der F.O.M. begleiteten Branchen. Die Auswahl der Workshop-Themen erfolgt durch Auswertung einer im Juli 2016 durchgeführten Umfrage unter Mitgliedern der F.O.M. und kooperierender Verbände. Ziel ist die Bündelung von Forschungsideen und Definition von konkreten Forschungsfeldern, aus denen heraus förderungsfähige Projektvorhaben entwickelt werden sollen.

Unternehmensentscheider, F&E-Leiter und Innovationsmanager treffen auf innovationsorientiert forschende Wissenschaftler unseres über 20 Forschungseinrichtungen umfassenden Netzwerks und tauschen sich zu Innovationsideen der von uns begleiteten Technologiefelder aus.

Bereichert wird die diesjährige F.O.M.-Konferenz zudem durch die Präsentation von IGF-Projektergebnissen der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS), unserer AiF-Schwestervereinigung für vakuum- und plasmagestützter Oberflächentechnik, die auch ihre Beratungs- und Veranstaltungsangebote vorstellen wird.

[zur Konferenzwebseite]

14.07.2016

Förderung von Machbarkeitsstudien zu Ihren Innovationsideen

Wir möchten Sie bei Ihren Innovationsaktivitäten in Zukunft noch stärker unterstützen und Innovationsideen direkt aus der Industrie aufnehmen und in geförderte Machbarkeitsstudien überführen.

Wenn Sie sich an der Formung von innovativen Zukunftstechnologien mit unserer Unterstützung beteiligen möchten, bitten wir Sie um Teilnahme an der folgenden Umfrage.

Die gemeinnützige F.O.M. gibt seit über fünf Jahrzehnten Studien zur industriellen Machbarkeit in Auftrag. Für 69 % der von der F.O.M. im Rahmen des BMWi-Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) eingereichten Projektanträge werden erfolgreich Fördermittel eingeworben. In den letzten fünf Jahren wurden vom Bund für 13 Forschungsprojekte der F.O.M. 4,4 Mio. Euro bereitgestellt und die Zwischen- und abschließenden Ergebnisse in transdisziplinären Sitzungen und auf F.O.M.-Konferenzen diskutiert sowie in detaillierten Berichten an die beteiligte Industrie weitergegeben. Mit den in diesem Jahr geförderten IGF-Projekten beliefert die F.O.M. 89 beteiligte Unternehmen mit innovationsrelevantem Knowhow. Zwölf Projektvorhaben befinden sich in Begutachtung oder in der Antragsvorbereitung. Im angehängten Flyer der F.O.M. finden Sie die Technologie-Bandbreite der meist interdisziplinären Projekte.

Über alle Technologiebranchen hinweg werden die meisten IGF-Machbarkeitsstudien durch innovationsorientierte Forschungsinstitute angeregt. Industrieausschüsse mit meist 10-20 teilnehmenden Unternehmen (KMU und große Unternehmen) begleiten diese zwei- bis dreijährigen Projekte, tragen durch Einbringen der Industrieexpertise und ihrer Kreativität zur optimalen Ergebniserzielung bei und ziehen effizient Nutzen aus dem projektbegleitenden Technologietransfer.

Sie planen z. B. Qualitätsverbesserungen bei medizintechnischen Produkten durch die Verwendung neuer Materialien oder durch Oberflächenfunktionalisierung? Ihr Ziel ist die Optimierung von Verfahren der additiven Fertigung durch Parallelisierung von Scannern oder Herstellung von qualitativen aufschmelzbaren Pulvern für verlässlich erreichbare, gewünschte Produkteigenschaften? Sie innovieren in Richtung "Smart Lab", z. B. durch Entwicklung prozessintegrierter Sensorik für in-situ-Messungen mit vernetzter, automatisierter Analytik? Sie arbeiten an Verfahren zur medizinischen Analyse von Tränenflüssigkeit über Kontaktlinsen? Die F.O.M. möchte mit ihren künftigen Machbarkeitsstudien noch stärker als bisher die Interessen Ihrer Branche aufgreifen.

Dies soll über die folgenden fünf Schritte erreicht werden:

1.       Mit Ihrer Hilfe und in Zusammenarbeit mit den mit uns kooperierenden Industrieverbänden und Netzwerken identifizieren wir aktuelle Technologietrends und sammeln Ideen für mögliche Zukunftstechnologien, die Fragen der industriellen Machbarkeit aufwerfen.

2.       Technologietrends und Ideen für Zukunftstechnologien werden gebündelt und Technologiezielfelder definiert.

3.       Wir suchen 2-5 Forschungsinstitute, mit deren Hilfe den Fragen nach der industriellen Machbarkeit der jeweiligen Technologiezielfelder optimal nachgegangenen werden kann.

4.       Wir bringen Industrie, Wissenschaft und unseren Wissenschaftlichen Beirat in Workshops zu den einzelnen Technologiezielfeldern zusammen, in denen aktuelle technologische Problemstellungen diskutiert, mögliche IGF-Projektziele und Lösungswege identifiziert und einzubindende Forschungsinstitute festgelegt werden.

5.       Schließlich integrieren wir die resultierenden Projektideen in unseren über Jahre stetig optimierten Ablaufplan der Antragserstellung und der Antragsqualitätssicherung.

Wenn Sie sich an der Formung von innovativen Zukunftstechnologien mit Unterstützung der F.O.M. beteiligen möchten, bitten wir Sie um die Teilnahme an unserer Umfrage:

[zur Umfrage]

Die Umfrage wird am 16. September 2016 geschlossen. Die Themenbündelung erfolgt bis zum 23.09.2016. Die Ergebnisse sowie die Themen der resultierenden Workshops werden im Anschluss zeitnah über unsere Nachrichten kommuniziert.

11.07.2016

Adhäsion von Knochenzellen auf Traumaimplantaten erfolgreich reduziert

Im Auftrag der F.O.M. erforschten Wissenschaftler um Dr. Christopher Dölle vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen und um Jan-Hendrik Klein-Wiele vom Laser-Laboratorium Göttingen (LLG) unter dem Namen "Licht als Werkzeug: Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten" lichtbasierte Verfahren, um die Zelladhäsion auf Traumaimplantaten zu verringern.

Das IGF-Projekt wurde vom BMWi mit ca. 465.000 EUR gefördert. Zwölf Industrieunternehmen begleiteten die Forschung in einem projektbegleitenden Ausschuss.

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen werden oft Trauma­implan­tate eingesetzt, die lediglich temporär im Körper verbleiben sollen. Die Entnahme der Implantate wird jedoch durch den Bewuchs mit Osteoblasten und Fibroblasten erschwert. Knochenzellen können eine sehr hohe Haftung zur Implantatoberfläche aufbauen, festverwachsenes Gewebe ist nachteilig für die freie Sicht des Operateurs, zum Beispiel beim Auffinden von Schraubköpfen.

Vorteilhaft ist folglich die Reduzierung der Zellanhaftung an der Implantatoberfläche. Eine geringere Adhäsion bedeutet für den Patienten eine komplikationsfreiere Operation, insbesondere ein reduziertes Risiko einer Nerven­schädigung, kleinere Wunden, geringere Schmerzen und eine kürzere Wundheilungsphase. Damit verbunden senken sich die Operations- und Versorgungskosten.

Es konnte für medizinischen Edelstahl und für Titan demonstriert werden, dass es gelingt, das Zellwachstum von Osteoblasten sowohl durch Lasermikrostrukturierung als auch durch biokompatible Beschichtung zu reduzieren. Die Zellzahl konnte bis auf ca. 20 % und die zellbedeckte Fläche auf Werte unterhalb von 20 % reduziert werden. Die Zellhaftung konnte ebenso nachweislich reduziert werden.

Bevor die beiden Technologien in großer Breite eingesetzt werden können, sind verbleibende Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Hierzu wird beim BMWi ein Förderantrag für ein Fortsetzungsprojekt gestellt. Die vorläufige Planung der Forschungsagenda umfasst die folgenden Aufgaben beziehungsweise Ziele:  

  • Ausweitung der Prüfungen zur statistischen Absicherung  der Ergebnisse 
  • Korrelation der Ergebnisse des Zellwachstums mit Adhäsionsmessungen
  • Untersuchung der Auswirkungen von Zellverbundstrukturen 
  • Langzeitbeobachtung der Zellbesiedlung und damit potentiell zusammenhängender Veränderung der Adhäsion des Zellbewuchses auf der Implantatoberfläche
  • Validierung weiterer, relevanter Zelllinien (u. a. Fibroblasten)
  • Wechselwirkung der modifizierten Implantatoberfläche mit weiteren relevanten Medien (z. B. Proteinen)
  • Untersuchung der Ausbildung von fokalen Kontaktpunkten
  • Evaluierung der 3D-Eignung des Herstellungsprozesses bzw. dessen Anpassung
  • Wirkung der Oberflächenmodifikation auf die Kaltverschweißung von Schraubmaterial und Implantat
  • Definition des Herstellungsprozesses und Erhöhung der Prozesssicherheit

Sie haben Interesse an einer Mitwirkung oder an den Ergebnissen dieses und des Fortsetzungsprojektes? Wir laden Sie ein, am "Licht als Werkzeug"-Abschlusstreffen teilzunehmen, am 26.09.2016 in Göttingen. Bitte melden Sie sich hier formlos an und erhalten Sie die Einladung und die Angaben zum Veranstaltungsort.

10.07.2016

AiF-Gutachter befürworten neues IGF-Vorhaben EmmaV

Der Projektantrag "Entstehungsmechanismen mittelfrequenter Fehler und deren aktive Vermeidung (EmmaV)" der Technische Hochschule Deggendorf und der Hochschule Aalen wurde im Juli mit sehr guten 32 Punkten (von 40) durch die Gutachter der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) bewertet. Die Forschung wird mit EUR 475.710 im Rahmen des Programms der Industriellen Gemeinschaftsforschung gefördert.

Bei hochwertigen Optikflächen können Fehler im mittleren Frequenzband zwischen Formabweichung und Rauheit (Mid-Spatial Frequency Errors, MSFE) dazu führen, dass die Optiken auf Grund des resultierenden Beugungs-und Streulichtanteils nicht verwendet werden können. Ziele des Projektvorhabens EmmaV sind die systematische Beschreibung von MSFE sowie deren aktive Vermeidung. Dazu werden die Erscheinungs-formen dieser Fehler analysiert und ihre Ursachen im Fertigungsdurchlauf identifiziert. Strategien zur MSFE-Vermeidung sollen durch Fehlersimulation und Optimierung von Prozessparametern entwickelt werden.

Entsprechend der aktuellen noch angespannten Fördersituation rechnen wir mit einer Freigabe des Projektstarts zu Beginn des kommenden Jahres.

Möchten Sie am Projektbegleitenden Industrieausschuss teilnehmen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme und lassen Ihnen gerne weitere Informationen zukommen.

Projektsteckbrief

Kontakt

F.O.M.

Werderscher Markt 15
D-10117 Berlin

Fon: +49 (0)30 414021-39
Fax: +49 (0)30 414021-33
E-Mail: info@forschung-fom.de

News

24.03.2017

Erhöhung der IGF-Fördermittel für 2018

Deutscher Bundestag beschließt Aufstockung der IGF-Fördermittel auf 200 Mio. EUR

15.03.2017

IGF-Vorhaben zur 3D-Aufbautechnik für optische Gyroskope befürwortet

thermisch unempfindliche Aufbau- und Verbindungstechnik für hochpräzise miniaturisierte Gyroskope angestrebt

10.03.2017

Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten

Neues Projektvorhaben zur Erhöhung der Prozesssicherheit bei der Zellreduktion an Traumaimplantaten

24.02.2017
SPECTARIS/F.O.M. Innovations-seminar zum Europäischen Einheitspatent 2017
Nach jüngst veröffentlichten Zeitplan wird das Europäische Patentgericht am 01.12.2017 seine Arbeit aufnehmen. Unsere Experten informieren Sie in einem Seminar am
22.05.2017 über Chancen und Risiken. 
mehr lesen...

22.09.2016
Neue Förderprogramme auf der F.O.M.-Webseite
Unter dem Menüpunkt „Förderung“ stellen wir Ihnen ab sofort neue Fördermaßnahmen des Bundes vor, die die innovationsorientierte Forschung, insbesondere von KMU, unterstützen.

mehr lesen...

25.07.2016
Neues Tool zur Durchsetzung von Schutzrechten außerhalb der EU

mehr lesen...