FORSCHUNGSTHEMEN DER FAM

Oberflächenfunktionalisierung


Den kontinuierlich steigenden Produktanforderungen können viele Werkstoffe im Bereich medizinischer Anwendungen oft nicht mehr gerecht werden. Einen Lösungsansatz bietet die Erweiterung des Eigenschaftenspektrums durch eine Modifikation der Materialoberfläche. Mithilfe von innovativen Beschichtungen oder dreidimensionaler Mikro- oder Nanostrukturierung lassen sich die Oberflächen relevanter Materialien zielgerichtet funktionalisieren. So können beispielsweise die optischen und tribologischen Eigenschaften sowie die Biokompatibilität je nach Produktanforderung variiert und eingestellt werden. Die Forschung in diesem Bereich eröffnet neue Möglichkeiten in der Entwicklung innovativer Medizinprodukte, in der medizinischen Diagnostik und Therapie.

Projektvorhaben

LightTraum (geplanter Projektstart: 01.2020; F.O.M.)
Entwicklung der LightPLAS-Schichtchemie zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten

Bei der Versorgung von Knochenfrakturen verbleiben Implantate oft nur temporär im Körper. Ihre Entnahme wird jedoch aufgrund des Bewuchses durch z. B. Knochenzellen erschwert. Eine starke Zelladhäsion ist Ursache hoher OP-Risiken und Versorgungskosten. Die effektive Reduktion der Zellhaftung durch LightPLAS-Beschichtung des Implantats wurde demonstriert. Projektziel ist, verbleibende Nutzungs hürden durch Erhöhung der Prozesssicherheit abzubauen.

Steckbrief   Projektseite

Abgeschlossene Projekte


Antimikrobielle Kunststoffe 2 (04.2016-03.2018;
IGF-Nr. 19079 BG; FSKZ)
Entwicklung selbst-desinfizierender und beständiger Kunststoffoberflächen auf Basis von photokatalytisch aktivem Titandioxid für Hygieneanwendungen

In Europa infizieren sich jedes Jahr 3,2 Millionen Menschen mit Krankenhauskeimen, 500.000 alleine in Deutschland. Über 31.000 dieser Keime sind multiresistente Erreger. Bei der Bekämpfung solcher Erreger sind Medikamente bzw. Antibiotika alleine nicht mehr ausreichend. Aus diesem Grund wird der Einsatz von innovativen antimikrobiellen Oberflächen immer wichtiger.

Steckbrief

Licht als Werkzeug (12.2013-09.2016; IGF-Nr. 17957 N; F.O.M.)
Oberflächenfunktionalisierung zur Adhäsionsreduzierung von humanen Zellen auf Traumaimplantaten

Traumaimplantate werden bei der Versorgung von Frakturen eingesetzt und verbleiben nicht dauerhaft im Körper. Adhäsion von Knochen- und Gewebezellen führen häufig zu einer schmerz- und komplikationsreichen Implantatentnahme. Eine Reduzierung der Adhäsion verspricht daher Vorteile für den Patienten und den Operateur sowie geringere Operations- und Versorgungskosten. Ziel des Projektvorhabens ist die Reduzierung der Zelladhäsion beziehungsweise die Verhinderung der unerwünschten Zellanhaftung auf der Oberfläche von Traumaimplantaten aus medizinischem Edelstahl durch Laser-gestützte Oberflächenfunktionalisierung.

IGF-Erfolgsnote Projektseite